Halte Fest
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4. Mose 31: Rache an Midian

Halte fest Jahrgang 1997 - Seite: 270 - Verfasser: F. Runkel

Einleitung

Im 25. Kapitel des 4. Buches Mose wird berichtet, wie das Volk Israel sich von den jungen Frauen der Moabiter und Midianiter zur Hurerei und zum Götzendienst verführen liess. Es war offensichtlich Bileams Rat an Balak, den Führer Moabs, gewesen, das Volk Israel zur Sünde gegen Gott zu verleiten. Vielleicht kam er auf diese Weise doch noch zu seinem Lohn, der in 2.Petrus 2,13 «Lohn der Ungerechtigkeit» genannt wird. Für die Israeliten waren die Folgen ihres Tuns verheerend: 24'000 Menschen wurden Opfer des Gerichts Gottes, das erst durch die entschiedene Haltung des Priesters Pinehas gegenüber dem Bösen gestoppt wurde. Sein Eifer und Eintreten für die Ehre und Rechte Gottes wird in 4.Mose 25,11ff. ausdrücklich erwähnt: «... indem er in meinem Eifer in ihrer Mitte geeifert hat. ... Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens; ... darum, dass er für seinen Gott geeifert und für die Kinder Israel Sühnung getan hat.» Wie lohnend ist es doch, wenn man sich entschieden für die Rechte Gottes einsetzt; ewiger Segen wird die Folge sein! Allerdings sollten wir ein vom Geist gewirktes Eintreten für die Ehre Gottes nicht mit fleischlichem und gesetzlichem Handeln verwechseln.

Gottes Auftrag

Schon in 4.Mose 25,16-lS hatte Gott geboten, an den Midianitern Rache zu üben. Dies war offensichtlich nicht sofort ausgeführt worden, denn in Kapitel 31,1 wird Mose nochmals gesagt: «Übe Rache für die Kinder Israel an den Midianitern; danach sollst du zu deinen Völkern versammelt werden.» Vermutlich war dies der letzte öffentliche Auftrag Gottes an Mose. 1 2'000 Mann sollten unter der Führung Pinehas' gegen die Midianiter in den Kampf ziehen. Warum ausgerechnet Pinehas, ein Priester, der Sohn des Hohenpriesters? Warum nicht Josua, der sich doch als Führer im Kampf bereits bewährt hatte (vgl. 2.Mose 17,13)?

Den Grund, warum Gott den Priester Pinehas an die Spitze jenes Heeres stellte, finden wir in dessen entschiedenem Eintreten für die Rechte Gottes (vgl. 4.Mo. 25,6-15). In diesem Kampf ging es nicht um Verteidigung (wie in 2.Mose 17 gegen Amalek), auch nicht um Eroberung (wie im Buch Josua gegen die Kanaaniter), sondern um die Rache Gottes an den Midianitern (vgl. 4.Mose 31,3). Dieser Aspekt der Rache Gottes steht in völliger Harmonie mit Römer 12,18.19: «Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden. Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.»

Vernichtung und Entsündigung

Neben dem Gesichtspunkt der Rache Gottes ist die Notwendigkeit der Vernichtung der Feinde hervorzuheben, und zwar im Sinn einer klaren Absonderung (Trennung, Wegreinigung) von ihnen. Schliesslich mussten sich alle Kämpfer, die mit dem Tod in Verbindung gekommen waren, entsündigen; ja, auch die Kleider mussten entsündigt werden. Dazu diente das Wasser der Reinigung, dessen Herstellung und Anwendung in 4.Mose 19 beschrieben wird. Dieses Reinigungswasser zeigt uns vorbildlich, wie wir durch das Bemühen des Heiligen Geistes durch das Wort Gottes unter den tiefen und reinigenden Eindruck gestellt werden, dass jede Sünde - in Wort, in Gedanken, im Tun oder Unterlassen - den schrecklichen Tod des Herrn Jesus erforderte. Die jeweiligen Zeitabschnitte, in denen der Israelit ausserhalb der Gemeinschaft des Lagers stand (4.Mose 19,12 bzw. 31,19.24), zeigen uns deutlich, dass in unserem Herzen wirklich ein Prozess echter Reue und Umkehr stattfinden muss (das geht nicht in fünf Minuten), bevor wir uns wieder der glücklichen Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus erfreuen können.

Die hier erwähnten Reinigungsvorschriften führen uns eindringlich vor Augen, dass man durch Sünde verunreinigt wird. Dann hilft nur die konsequente Trennung von ihr, indem man zum einen anerkennt, dass der Herr Jesus für diese Sünde sterben musste; zum andern muss man klar und deutlich mit ihr brechen. Dazu lesen wir in Sprüche 28,13: «Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erlangen.» In unserem Leben als Gläubige kann nur das Bestand haben, was der prüfenden Heiligkeit Gottes standhält. In diesem Sinn lesen wir von der Anweisung Gottes: «Nur das Gold und das Silber, ... alles was das Feuer verträgt, sollt ihr durchs Feuer gehen lassen, und es wird rein sein» (4.Mose 31,22.23).

Die Verteilung der Beute

Nachdem die 12'000 Kämpfer den Feldzug siegreich beendet hatten, kehrten sie mit einer gewaltigen Beute zurück. Noch einmal muss Mose ihnen klarmachen, dass alles, was das Volk Gottes zum Götzendienst verführen kann, radikal vernichtet werden muss (vgl. 4.Mose 31,17). Danach folgen interessante Anweisungen über die Verteilung der Beute, die aus 32'000 Sklavinnen bzw. Mägden, 675'000 Stück Kleinvieh, 72'000 Rindern und 61'000 Eseln bestand. Zeigt uns ihre Grösse nicht etwas von Gottes unendlicher Gnade? Aus dem Versagen des Menschen lässt Er noch Segen hervorkommen, wenn man die Sünde in seinem Sinn verurteilt und sich davon trennt. Auffallend ist, dass die Beute zunächst in zwei grosse Teile geteilt wird: die eine Hälfte für die siegreichen Kämpfer, die andere Hälfte für das zurückgebliebene Volk. Das macht uns deutlich, dass der Segen eines von Gott geschenkten Sieges nicht ausschliesslich für die an diesem Sieg Beteiligten reserviert ist. Nein, das ganze Volk kommt in den Genuss des von Gott geschenkten Segens.

Aber dann folgt etwas sehr Wichtiges. Sowohl die Kämpfer als auch das Volk müssen von ihrem Anteil etwas abgeben: Die Kämpfer geben einen Teil ihrer Beute Gott, das Volk gibt einen Teil seiner Beute an die Leviten. Das zeigt uns, dass wir bei jedem Glaubenssieg, den der Herr uns schenkt, niemals vergessen sollten, dass Er es ist, dem wir alles verdanken. Das ist sein Anteil an der Beute. Aber auch diejenigen, die sich in besonderer Weise um das Haus Gottes kümmern, dürfen nicht vergessen werden. Auch sie haben Anteil an dem von Gott bereiteten Segen.

Die freiwillige Gabe der Obersten

Zum Schluss des Berichts kommt etwas sehr Schönes: Während es sich bei der Verteilung der Beute um ein göttliches Gebot handelte, geben die Obersten aus Dankbarkeit für den Sieg freiwillig von den erbeuteten Schätzen ab. In der genauen Beschreibung von Vers 52 kommt zum Ausdruck, welche Bedeutung diese freiwillige Gabe für das Herz Gottes hat. Ja, jeden Becher kalten Wassers, den man einem der Seinen geben wird, wird Er einst belohnen (vgl. Matth. 10,42).

Im traurigen Gegensatz dazu steht Vers 53, wo von den Kriegsleuten berichtet wird, dass sie ein jeder für sich geplündert hatten. Wem gleichen wir?

Lasst uns doch alles, was der Herr uns in seiner Güte schenkt, an Gesundheit, Kraft und Vermögen, nicht für uns selbst verwenden, sondern im Sinn der «Obersten über tausend und über hundert» zur Ehre des Herrn, dem wir alles verdanken, einsetzen.

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Letzte Änderung am 27.03.2010.