Halte Fest
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Hes. 28,11-19: Satan und seine Wirkungsweisen

Halte fest Jahrgang 1981 - Seite: 97 - Verfasser: W. J. L.

 Im Alten Testament finden wir drei Könige, die Bilder von Satan sind:

  • der König von Ägypten
  • der König von Babylon
  • der König von Tyrus

Der König von Ägypten

Pharao hielt das Volk Gottes in Knechtschaft und stellt somit die Tyrannei Satans dar. Als die Kinder Israel durch das Rote Meer gebracht waren, nachdem sie unter dem Schutz des Blutes des Passahlammes gestanden hatten, sahen sie den Pharao und ihre Feinde nicht mehr, oder tot am Meeresufer liegen. Nicht einer konnte nach Ägypten zurückkehren, um die Nachricht von der überwältigenden Niederlage dorthin zu bringen.

Dieses Bild hat sich im «Tod des Kreuzes» erfüllt. Da wurde durch den Tod der zunichte gemacht, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel, und alle die wurden befreit, welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren (Hebr. 2,14.15). Am Kreuz erhob sich die Gnade Gottes triumphierend über alle Macht des Feindes, wie es - im Bilde - in 2.Mose 18,11 heisst: «In der Sache, worin sie in Übermut handelten, war er über ihnen».

Der König von Babylon

Der König von Babylon ist ein Bild von Satan in seine Feindschaft gegen den Thron Gottes, gegen das Volk Gottes und das Haus Gottes. Er suchte Jehovas Zeugnis in Jerusalem gegenüber den Heiden zu vernichten. Wie nahe schien er diesem Ziel gewesen zu sein, als der Tempel und die Stadt Jehovas in Trümmern lagen!

Obwohl sich Gott immer ein Zeugnis bewahrt hatte, schien es zuzeiten beinahe von der Erde verschwunden zu sein. In den Tagen Nebukadnezars finden wir, wenn wir nach Babel blicken, nur Daniel und seine drei Genossen. Und richten wir den Blick auf Jerusalem, so sehen wir nur Jeremia, Baruch und Ebedmelech, den Äthiopier. In der Zeit Josias sagte der Prophet: «Die abtrünnige Israel hat sich gerechter erwiesen als Juda» (Jer. 3,11). Die beiden Stämme, die dem Hause Davids anhingen, waren verdorbener als ihre abgefallenen Brüder im Norden. Wo war denn da noch das Zeugnis Gottes auf der Erde?

Wir sehen in den letzten Tagen des Lebens unseres Herrn auf der Erde den gleichen Verfall des Zeugnisses. Die Ihn umgaben, wandten sich von Ihm ab, bis fast keine mehr blieben. Als der Herr in Jerusalem einzog, schrie die Menge in einem augenblicklichen Enthusiasmus: «Hosanna dem Sohne Davids!», weil sie meinten, Er sei im Begriff, sein Reich aufzurichten. Aber der Herr erzählte ihnen von dem hochgeborenen Mann, der in ein fernes Land zog, um ein Reich für sich zu empfangen. Er ging zum Himmel, um es von Gott zu erhalten; und der Mensch, angeführt von Satan, würde Ihn zuvor hassen und Ihn kreuzigen.

Als der Herr Judas den Bissen gab, fuhr Satan in ihn; und dann hatte Er nur noch elf Apostel, anstatt zwölf. Als der Herr in den Garten ging, rannten alle Elfe weg. Er wurde allein ergriffen und ins Synedrium gebracht, und zum weltlichen Gericht, und dann zum Kreuz. Und als der Herr am Kreuz hing, wo war da noch das Zeugnis Gottes auf Erden? Er hielt seine Hand über die Seinen, wir wissen es, aber das Zeugnis für Gott war vollständig verschwunden. Immer wieder schwindet es so dahin.

Satan ist der hartnäckige Feind des göttlichen Zeugnisses. Wo immer auch ein Werk Gottes Fortschritte macht, mischt er sich hinein, um es zu zerstören. Im Garten Eden, als er Eva betrog, sagte er ihr manche Wahrheiten, denen man nicht widersprechen konnte: War der Baum nicht «gut zur Speise»? War der Baum nicht «begehrenswert, um Einsicht zu geben»? Würden sie durch das Essen vom Baum nicht «Gutes und Böses erkennen»? Aber als er dann Eva einflüsterte: «Mitnichten werdet ihr sterben», setzte er sich in klaren Widerspruch zum Wort Gottes. Und weil sie auf Satan hörten, kamen nun anstelle des Segens in Eden die Folgen der Sünde über sie.

Versuche nie mit Satan zu diskutieren, denn auf seinem eigenen Grund wird er bestimmt die Oberhand über dich haben. Der einzige Weg, vor seinen Listen bewahrt zu werden, ist der, Gott zu gehorchen.

Der König von Tyrus

Der König von Tyrus ist eine Illustration von Satan, der sich wegen seiner Macht im Hochmut wider Gott und sein Volk erhebt. (Denn Hochmut ist das, was Satan besonders kennzeichnet, siehe 1.Timotheus 3,6 Fussnote). Von diesem König wird gesagt: «Der du das Bild der Vollendung warst, voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit» (Hes. 28,12). Satan ist das höchste der Geschöpfe Gottes. Er hat nichts von seinem Verstand verloren, wenn er auch seine Stellung eingebüsst hat.

Satan war der Haupt-Erzengel. «Du warst in Eden, dem Garten Gottes.» Was führte seinen Fall herbei? Es wird uns gesagt: «Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen worden, bis Unrecht an dir gefunden wurde» (Vers 15). An dem Platz, an welchem er ursprünglich war, wurde Unrecht in ihm gefunden. Er war der schirmende Cherub, einer, der hinsichtlich Autorität und Führung über andere gestellt war.

Ferner lesen wir: «Du wandeltest inmitten feuriger Steine» (Vers 14). Die feurigen Steine sind Ausdruck der wesentlichen Heiligkeit Gottes. Ein ähnlicher Gedanke ist in Jesaja 33,14: «Wer von uns kann weilen bei verzehrendem Feuer? wer von uns kann weilen bei ewigen Gluten?» Die Antwort ist: «Wer in Gerechtigkeit wandelt und Aufrichtigkeit redet.» Uns Gläubigen gegenüber wird nicht von ewiger Strafe geredet, sondern von der Tatsache, dass «unser Gott ein verzehrendes Feuer» ist (Hebr. 12,29). Und weil Er heilig ist, müssen auch wir heilig sein. Satan aber wurde «vertilgt aus der Mitte der feurigen Steine» (Hes. 28,16).

Die Kreatur kann in der Gegenwart von Gottes verzehrender Heiligkeit wandeln, wenn sie von Ihm aufrechterhalten wird, und das prüfende Feuer findet nichts Böses. Ein Bild dieser Macht haben wir in den drei Hebräern, die mitten in dem heissen Ofen wandelten, und der Geruch des Feuers war nicht an ihnen.

Satan wirkt in diesen drei Weisen, um das Volk Gottes zu versuchen. Er gebraucht

  • Macht oder Autorität
  • Wissenschaft und Überlegungen des Verstandes
  • die Menge oder den Einfluss der Massen

In 1.Johannes 2,16 haben wir den dreifachen Charakter des natürlichen Herzens, auf welchen Satan seine Angriffe richtet:

  • die Lust des Fleisches
  • die Lust der Augen
  • den Hochmut des Lebens
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Letzte Änderung am 27.03.2010.