Hiob42,15: Schönheit
Halte fest Jahrgang 1977 - Seite: 17 - Verfasser: F. S.
«Und so schöne Frauen wie die Töchter Hiobs wurden im ganzen Lande nicht gefunden» (Hiob42,15).
Die Schönheit der Töchter Hiobs war sichtbar und vor aller Welt bekannt, ein unleugbares Zeugnis der irdischen Segnungen, die Gott dem Hiob zuteil werden liess. Wir aber, «gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christo», sollten vor allem eine moralische Schönheit zur Schau tragen, den verborgenen «Menschen des Herzens, in dem unverweslichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, welcher vor Gott sehr köstlich ist» (1.Petr. 3,4) Bemerkt unsere tägliche Umgebung am Arbeitsplatz und am Wohnort die Ausstrahlung moralischer Schönheit, welche Gotteskindern eigen ist? Sind wir uns dessen bewusst, dass nur schon durch unseren Wandel ohne Worte Seelen gewonnen werden können?
im Zusammenhang mit der Schönheit der Töchter Hiobs lesen wir im vorhergehenden Vers, dass Hiob seinen Kindern Namen gegeben hat, welche ganz vom Wissen um Schönheit geprägt sind. Warum hat er bei ihrer Geburt schon solche Namen gewählt? Konnte er vielleicht wissen, welches die hervorstechenden Merkmale seiner Töchter sein würden? Können wir heute je im voraus wissen, wie sich unsere Kinder entwickeln und wie wir sie als junge Männer und Frauen finden werden? Was mag also der Bibeltext zu bedeuten haben, wenn er ausdrücklich von diesen Namen spricht?
Es gibt einen Wunsch, «schön für Gott» zu sein, so wie es von Moses gesagt wird (Apg. 7,20). Von diesem Wunsch sollten wir alle beseelt sein, auch im Hinblick auf unsere Kinder. Denn beim genauen Lesen der Namen von Hiobs Töchtern entdecken wir im Zusammenhang mit jener Schönheit schlichte und praktische Wahrheiten für unser christliches Leben und Zeugnis.
Die eine hiess «Jemima»: Taube. Das erinnert uns an die Worte des Herrn Jesus, der seinen Jüngern sagte, sie sollten einfältig wie die Tauben sein, arglos und sanft, kindlichen Gemüts, inmitten einer verdrehten und verderbten Welt (Matth. 10,16). Mögen die Menschen uns ruhig naiv schelten Einfall gehört zur Schönheit vor Gott, Arglosigkeit ist Ihm wohlgefällig. Es darf um uns her bekannt sein, dass wir keineswegs in Arglist wandeln, sondern uns selbst jedem Gewissen der Menschen empfehlen vor Gott (vgl. 2.Kor. 4,2).
Die zweite wurde «Kezia» genannt, was Kassia bedeutet. So hiess das Gewürz, das aus einer zimtähnlichen Rinde gewonnen, dem Öl der heiligen Salbung beigefügt war, die beim Dienst an der Stiftshütte verwendet wurde (2.Mose 30,24-25). Diese Rinde stammt von einer Pflanze, welche nur in Gebieten über 2400 m gedeiht. Sie ist im Weihrauchgehölz des Lustgartens von Granaten und edlen Früchten enthalten (Hohel. 4,13-14). Die Braut wünscht dort, dass ihr Geliebter komme und die ihm köstliche Frucht esse. In Psalm 45 sind die Kleider des Königs Myrrhen, Aloe und Kassia, ein Bild des lieblichen Wohlgeruchs für Gott, wie ihn unser Heiland und Herr in seinem Leben und in seinem Sterben offenbart hat, und den auch wir inmitten der Menschen auf dieser Erde sein dürfen (vgl. 2.Kor. 2,15-16).
Unser Leben sollte durch die reine Luft himmlischer Sphären gekennzeichnet sein. Unser Bürgertum ist himmlisch, Wenn wir auf das sinnen, was droben ist und unsere Gefühlswelt mit den Dingen beschäftigen, die himmlischen Charakter tragen, vermögen wir uns in unserem ganzen Wesen weit über irdische Belange zu erheben. Die Eigenheit der neuen Schöpfung in Christo besteht darin, dass sie einen lieblichen Wohlgeruch zu seiner Ehre verbreitet. Lasst uns daran denken, wie sehr es sein Herz erfreut, wenn unser Gebaren vor den Menschen gleich Myrrhen, Aloe und Kassia ist.
Die dritte hatte den Namen «Keren-Happuk»: Schminkhorn. Dieser Name bringt noch einmal den Wunsch zum Ausdruck, schön zu sein. Wir wollen uns in unseren Überlegungen nicht bei den stofflichen Mitteln aufhalten, welche nach menschlichem Ermessen irgendetwas zur Verschönerung der äusseren Erscheinung beitragen sollen. Wir wollen vielmehr an die manchen Stellen denken, die uns ermuntern, uns in allen Dingen zu befleissigen, unserem Herrn und Heiland wohlgefällig zu sein. Denn das ist der Zweck dieser Schminke und der geistliche Sinn des Namens, den Hiob seiner Tochter gab.
Schön sein in den Augen Gottes, indem wir Ihn in uns wirken lassen, was vor Ihm wohlgefällig ist, durch Jesum Christum (Hebr. 13,21), und seine Schönheit im ganzen Lande bekannt machen - ist das nicht ein geistlicher Wunsch, den Gott zu segnen bereit ist? Möge Er uns helfen, ihn über Bitten und Verstehen zu verwirklichen, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade.