Halte Fest
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Psalm 116: Du hast meine Seele errettet

Halte fest Jahrgang 1981 - Seite: 253 - Verfasser: W. G.

Der gläubige Überrest Israels wird in der Zukunft die herrliche Erfahrung machen, wie Gott ihn aus Tagen grösster Drangsal errettet und ihn zu voller Ruhe bringt.

Auch jeder Gläubige, der in dieser Welt um seines Zeugnisses willen in Bedrängnis und Drangsal gerät, darf in diesem Psalm die Ermunterung finden, dass Gott auf sein Flehen hört, ihn bewahren und ihm wohltun wird. So hat z.B. Paulus auf Psalm 116 Bezug genommen, als er in seinem treuen Dienst «allezeit dem Tode überliefert wurde um Jesu willen». Er wandelte im selben «Geist des Glaubens» und sagte wie der Psalmist: «Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet» (2.Kor. 4,11-13).

In diesen Prüfungen geht es um Schwierigkeiten, die von aussen kommen, nicht um innere kämpfe, die eigentlich meistens Auswirkungen des Unglaubens und der ungerichteten Macht des Fleisches in uns sind. Heute leiden aber viele Christen an diesen inneren Bedrängnissen und suchen, davon befreit zu werden. Auch sie können in unserem Psalm wirksame Hilfe finden. Wir wollen nur auf ein paar Punkte hinweisen.

«Es um fingen mich die Bande des Todes» (Vers 3)

Ist das auch deine Erfahrung? Du kannst dich einfach nicht frei machen von dem Druck, der auf dir liegt. Dein Trübsinn lässt sich nicht verscheuchen. Deine Gedanken kreisen nur um dich selbst, um deinen körperlichen Zustand, um deine Schwachheit, um das was dir fehlt; du kannst ihnen keine andere Richtung geben. Du bist «elend» (V.6) und «sehr gebeugt» (V. 10). Man hört dich nur seufzen und klagen.

«Alle Menschen sind Lügner» (Vers 11)

Wer in seiner Seelennot von Menschen Hilfe erwartet, wird enttäuscht werden. So ist es immer, wenn wir bei ihnen suchen, was wir nur in Gott finden können. Kinder Gottes sollen ja durch sein Wort einander dienen. Aber wie sehr sind Sie darin auf des Herrn Beistand angewiesen, um im Aufblick zu Ihm, von seinem Geist geleitet zu werden und Wegweiser zu Ihm hin zu sein! - In der Welt ist die Schar derer, die mit ihren Depressionen bei Psychiatern Zuflucht suchen, im Wachsen begriffen. Aber können solche Ärzte, die wohl deren Ursachen festzustellen vermögen, zu wahrer Heilung verhelfen, wenn sie selbst das göttliche Heil in Christo nicht kennen? Eines ist sicher: was der Wahrheit Gottes widerspricht, also Lüge ist, kann nur zum Schaden sein.

«Ich rief an den Namen Jehovas: Bitte, Jehova, errette meine Seele» (V 4)

Wie viel besser ist es, mit seinem Elend direkt zu Gott zu gehen! Seine Kinder haben ja Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum, auf dem neuen und lebendigen Weg. So lasst uns hinzutreten! Niemand hat solche Weisheit und Macht, uns zu helfen, wie Er. Und Er will es so gerne tun, denn Er ist gnädig und barmherzig (V. 5). Aber wir sollen Ihn zuvor anrufen.

Das habe ich getan, sagst du vielleicht, doch, um ehrlich zu sein, es hat mir nicht geholfen.

Einfalt und Glauben

Hast du dabei aber die beiden Bedingungen beachtet, die in diesem Psalm genannt werden? «Jehova bewahrt die Einfältigen» (V.6). «Ich glaubte, darum redete ich» (V. 10).

«Einfalt» wird in der Schrift sehr oft als positive Eigenschaft erwähnt, die die Seele in ihren Beziehungen gegenüber Gott kennzeichnen soll. In dieser Gesinnung nimmt sie einfach auf die Gedanken Gottes Bezug und lebt in ihnen. Sie vertraut auf Den, der allezeit seine eigenen Gedanken ausführt und denen in Gnade begegnet, die sich darauf stützen und auf Ihn warten. - Wie leicht neigen wir jedoch dazu, «zwiespältig» zu sein. Wir fügen zu dem, was Gott uns schenken will, unsere menschlichen Gedanken und Pläne hinzu und erlauben unserem Eigenwillen, sich einzumischen. Das führt von Gott weg und bringt nur Enttäuschung.

Auch die zweite Bedingung ist zu beachten. «Wer Gott naht, muss glauben, dass er ist, und denen, die ihn suchen, ein Belohner ist» (Hebr. 11,6). Das musste der Apostel Gläubigen in Erinnerung rufen. Wir stehen zwar nicht in derselben Gefahr, wie die Hebräer. Doch können wir für eine gewisse Zeit die Nähe Gottes verlassen, was in unseren Herzen Mangel und schliesslich Dürre hervorruft. Wir verlieren dabei nach und nach das Bewusstsein der Liebe und Gnade Gottes und all der reichen Segnungen, die uns in Christus geschenkt sind. Unsere Gebete sind dann wirkungslos, ohne Glauben. Aber, Gott sei Dank!, wir dürfen aus jeder Entfernung unter Selbstgericht zu Gott umkehren und den vertrauten Umgang mit Ihm wiederfinden. «Den Demütigen gibt Er Gnade.»

«Jehova hat wohl getan an dir»

konnte der Psalmist jetzt zu seiner Seele sagen (V. 7). Er musste Drangsal erleiden, weil er in der Welt auf Gottes Seite gestanden hatte, und nun war seine Seele darin erquickt und ermuntert worden. Aber auch jeder, der sich aus innerer Not in Einfalt und Glauben zu Ihm wendet, wird diese Erfahrung machen: «Er hört meine Stimme, mein Flehen... er hat zu mir geneigt sein Ohr... er hat meine Seele errettet vom Tode, meine Augen von Tränen, meinen Fuss vom Sturz... gelöst hast du meine Bande». Die Seele darf zurückkehren zu ihrer vollen Ruhe (V. 7), die sie dann geniesst, wenn sie die ungetrübte Gemeinschaft mit ihrem Herrn wiedergefunden hat. Er selbst ist es, der uns zuruft: «Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben».

«Den Becher der Rettungen will ich nehmen» (V. 13)

Der Erlöste hat, seitdem er auf dem Glaubenspfad wandelt, fortwährend erfahren dürfen, wie Gott, unser Vater, ihn aus Schwierigkeiten und Nöten errettet hat. Der Becher der Errettungen ist voll, und auch wir wollen ihn ergreifen, um Ihm Opfer des Lobes zu opfern (V. 17) und Ihm im Namen unseres Herrn Jesus zu danken. «Seid dankbar», wird uns zugerufen, und «vergesst nicht alle seine Wohltaten». Oh, diese demütige Gesinnung haben wir so nötig, um alles zu beachten, was Er an uns tut, und es nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Haben wir irgendeine Wohltat verdient?

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Letzte Änderung am 27.03.2010.