Halte Fest
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Spr. 30,18-19: Vier unverständliche Dinge

Halte fest Jahrgang 1982 - Seite: 35 - Verfasser: R. L.

Das 30. Kapitel der Sprüche wurde von einem Mann geschrieben, der sich bewusst war, dass man die Tiefen Gottes nicht mit dem natürlichen Verstand ergründen kann. Es war ihm klar, dass solche Erkenntnisse nur durch göttliche Offenbarung erlangt werden können. Deshalb legt er dem Wort Gottes grösste Bedeutung bei (V. 5 und 6).

In den Versen 18 und 19 spricht er von vier verschiedenen Wegen: «Drei sind es, die zu wunderbar für mich sind, und vier, die ich nicht erkenne: der Weg des Adlers am Himmel, der Weg einer Schlange auf dem Felsen, der Weg eines Schiffes im Herzen des Meeres, und der Weg eines Mannes mit einer Jungfrau.»

Ist es nicht wunderbar, dass ein Adler, ein an sich schweres Tier, trotzdem majestätisch in der Luft fliegen kann? In geistlicher Hinsicht ist es aber noch wunderbarer; denn dieses Bild spricht von dem ewigen Sohn Gottes, der vom Himmel auf die Erde gekommen und wieder in den Himmel zurückgekehrt ist (Joh. 3,13; 6,51; Eph. 4,10). «Da wir nun einen grossen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesum, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten» (Hebr. 4,14).

Wunderbar ist weiter, dass sich eine Schlange, obwohl sie keine Beine hat und sich in harten Untergrund nicht eingraben kann, trotzdem auf dem Felsen fortzubewegen weis. In geistlicher Hinsicht spricht die Schlange von Satan (Off. 12,9), der den Felsen, Christus (1.Kor. 10,4), versucht hat. Er hat aber in dem Herrn Jesus keine Angriffsfläche finden können (Joh. 14,30); genauso wie die Schlange auf dem Felsen keine Spuren hinterlassen kann. Ist es nicht unfassbar, dass der Mensch gewordene Sohn Gottes sich von dem Teufel versuchen liess?

Dass ein Schiff, ein Bauwerk von grossem Gewicht und schwerer als Wasser, schwimmen kann, ist wunderbar. Wie beim Adler staunen wir auch da über die physikalischen Gesetze, die Gott in seine Schöpfung hineingelegt hat. In der Bildersprache der Bibel können wir die Versammlung des lebendigen Gottes mit einem Schiff vergleichen. Seit bald 2000 Jahren fährt sie im Völkermeer dahin (Jes. 17,12.13), umtost von Wellen und Wogen, und ist nicht untergegangen. «Des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen» (Matth. 16,18)!

Der vierte Weg, von dem Agur spricht, ist für ihn besonders wunderbar, was er durch seine für die hebräische Poesie charakteristische Redewendung hervorhebt (vgl. Spr. 30,15.21.29; Hiob 5,19). Die Elberfelder-Übersetzung spricht von dem Weg eines Mannes mit einer Jungfrau. Der hebräische Text kann jedoch auch mit «der Weg eines Mannes zu einer Jungfrau» übersetzt werden (vgl. französische J.N.D.-Übersetzung). Diese Gedanken finden wir auch in der Begebenheit von 1.Mose 24. Welch einen Weg hatte der Herr Jesus zu gehen, um das Herz der Versammlung für sich zu gewinnen (vgl. Eph. 5,25; 2.Kor. 11,2). Er musste nach Jerusalem hinaufgehen, in Sünderhände überliefert und am Kreuz in den drei Stunden der Finsternis von seinem Gott verlassen werden. Er musste den «Grimm des Zornes des Allmächtigen», der in Ewigkeit im Feuersee unser Teil gewesen wäre, erdulden und schliesslich auch den Tod schmecken (Ps. 88,6.7.16; Hebr. 2,9). Nun lieben wir Ihn, weil Er uns zuerst geliebt hat (1.Joh. 4,19).

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Letzte Änderung am 27.03.2010.