Halte Fest
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1. Joh.2,15: Was ist «Welt»?

Halte fest Jahrgang 1967 - Seite: 237 - Verfasser: C. H. M.

«Liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist» (1.Joh.2,15).

Es gibt wohl kaum einen Begriff, der so oft unrichtig erklärt wird als «Welt» oder «Weltlichkeit». Im Allgemeinen sind wir geneigt, die Weltlichkeit als eine Sache zu betrachten, die erst einen Grad oder zwei unter der Linie beginnt, auf der wir selber vorangehen.

Das Wort Gottes hat aber den Begriff «Welt» mit vollkommener Genauigkeit umschrieben, wenn es damit alles das bezeichnet, was nicht von dem Vater ist». Es sagt: «Alles, was in der Welt ist, ... ist nicht von dem Vater» (1.Joh. 2,16).

Die Welt ist der Bereich, der gebildet wurde, um des Menschen natürliche Wünsche und Begierden zu befriedigen - «die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens». Die Welt schenkt dem Willen des Vaters keinerlei Beachtung. Sie kümmert sich nicht darum. Die Welt und der Vater sind einander völlig entgegengesetzte Pole. Je tiefer und inniger meine Gemeinschaft mit dem Vater ist, desto schärfer und sicherer wird mein Sinn beurteilen können, was weltlich ist. Diese innere Erkenntnis durch den Heiligen Geist ist der göttliche Weg der Belehrung des Kindes Gottes über das, was Welt und was weltlich ist. Da gibt es keine gedruckte Liste von Abgrenzungen und Beschränkungen.

Je mehr ich mich der Liebe des Vaters erfreue, desto mehr werde ich auch ablegen, was von der Welt ist, überzeugt, dass es nicht von dem Vater ist. Und so weit ich befreit bin vom Einfluss dessen, was in der Welt ist, wird die Liebe des Vaters in mir wohnen können.

Aber wer wird mir den Vater und die Liebe des Vaters offenbaren? Der Sohn. Wie wird der Sohn es tun? Durch die Kraft des Heiligen Geistes. Aber wie wird der Heilige Geist dies zustande bringen? Durch die Eröffnung der Schriften.

Daraus geht hervor, dass in dem Masse, wie ich durch die Tätigkeit eines unbetrübten Geistes die Offenbarung des Vaters durch den Sohn empfange, ich befähigt bin, genauer zu beurteilen, was von der Welt ist. Durch diese Bildung und Praxis wird das geistliche Unterscheidungsvermögen in mir empfindsamer und feiner.

Es gibt keine andere, behelfsmässige Methode zum Definieren von «Welt» und «Weltlichkeit». Jemand hat gesagt, die Welt sei eine Skala von Schattierungen, die von weiss bis zu schwarz reicht. Wie schwierig ist es da, zu sagen, wo die Schattierungen von grau und von schwarz beginnen!

Aber wenn auch keine allen sichtbare Demarkationslinie besteht, die uns anzeigt, wo «Welt» und «Weltlichkeit» beginnt, so schreckt doch die zarte Empfindlichkeit der göttlichen Natur sofort vor allem zurück, was von der Welt ist, in welcher Schattierung und in welchem Grad sie sich auch zeigen mag. Um von jeder Form der Weltlichkeit frei zu bleiben, haben wir also nötig, die Regung dieser Natur, die durch den Heiligen Geist und das Wort erleuchtet ist, zu respektieren.

Wenn wir mit Gott wandeln, werden wir nicht mit der Welt wandeln. Wenn wir den Vater lieben, und die Liebe des Vaters in uns ist, werden wir nicht die Welt lieben. Künstliche Abgrenzungen und strenge Regeln sind von keinem Nutzen; sie sind der Freiheit des Geistes entgegengesetzt und stehen im Gegensatz zu dem Leben, das Gott uns in Seinem Sohne gegeben hat und das seine Wonne im Willen Gottes findet.

Lasst uns doch daran denken. «Die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit»! (1.Joh. 2,17).

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Letzte Änderung am 27.03.2010.