Halte Fest
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1. Kor. 14,33: Frieden contra Unordnung

Halte fest Jahrgang 1992 - Seite: 41 - Verfasser: R. Liebi

In 1.Korinther 14,33 finden sich die Wörter «Unordnung» und «Frieden» als Gegensatzpaar:

«Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Versammlungen der Heiligen.»

Vom deutschen Sprachgefühl her würde man eher die Gegenüberstellung «Ordnung - Unordnung» erwarten. Für jemand hingegen, der z.B. die heutige hebräische Umgangssprache spricht, liegt in der Aussage des Apostels Paulus keinerlei Überraschung. Wenn man jemand auf Hebräisch nach seinem Wohlergehen fragt (Wie geht es dir?), sagt man: «Mab schlomcha?» (wörtlich = Wie steht es um deinen Frieden?). Die übliche Antwort, falls es einem gut geht, lautet dann: «Kol beseder» (= Alles in Ordnung). Im Hebräischen ist «Frieden» ein Zustand der Ordnung!

An diesem Beispiel wird deutlich, dass wir für das Verständnis des biblischen Textes nicht zu stark vom deutschen Sprachgefühl ausgehen dürfen. Wir müssen uns im Klaren sein, dass erstens die deutsche Bibel lediglich eine Übersetzung ist, und zweitens das Sprachempfinden von Sprache zu Sprache beträchtlich variieren kann.

Im griechischen Text von 1.Korinther 14,33 steht für «Frieden» das Wort «eirene» (= Friede, Ruhe, Eintracht, Wohlergehen, Heil, Segen, geordneter Zustand). Für «Unordnung» verwendete Paulus das Wort «akatastasia» (= Unordnung, Aufruhr, Unruhe, Verwirrung, unsteter, schwankender Zustand). Wenn man die Bedeutungsspannweite dieser griechischen Wörter sieht, wird der Sinn der Aussage in 1.Korinther 14,33 viel klarer.

In 1.Korinther 14 geht es um den Dienst zur Auferbauung der Versammlung. «In allen Versammlungen der Heiligen» soll der Dienst in Friede, Ruhe und Eintracht zum Segen aller Anwesenden getan werden. Unser Gott kann Versammlungen im Zustand von Unordnung, Unstetigkeit und Unausgeglichenheit nicht segnen, wie Er es gerne möchte. Gott ist ein Gott des Friedens. Deshalb soll auch das Wort, das in seiner Versammlung weitergegeben wird, von Ausgeglichenheit und Ausgewogenheit gekennzeichnet sein. Und weil uns Menschen dies oft schwer fällt, haben wir die Hilfe des Gottes des Friedens nötig.

Der Apostel Paulus ging mit dem guten Beispiel voran, so dass er den Philippern schreiben konnte: «Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, dieses tut, und der Gott des Friedens wird mit euch sein» (Kap. 4,9).

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Letzte Änderung am 27.03.2010.