Halte Fest
Geben Sie ein Stichwort ein:
erweiterte Suche

Apg. 1,1-26: Die ersten Jahrzehnte des Christentums

Halte fest Jahrgang 1958 - Seite: 13

Inhalt

Dieses Buch beschreibt die Aufrichtung des Christentums inmitten der Juden und unter den Nationen. Wir finden darin die Ausführung des Auftrages, den der Herr nach Evangelium Lukas 24,47.48 den Aposteln gegeben hat. Sie sollten allen Nationen Busse und Vergebung der Sünden predigen im Namen des Herrn, anfangend von Jerusalem.

Das Wort bezieht sich hier nicht auf den Auftrag, wie er nach Matthäus 28,18-20 den Jüngern anvertraut wurde. Dort gibt der Herr, nachdem Er sich in Galiläa in der Mitte des Überrestes aus Israel eingefunden hatte. den Aposteln den Auftrag, alle Nationen zu Jüngern zu machen, sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was Er ihnen geboten hatte. Dann fügt Er hinzu: «Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung des Zeitalters.» Wir begreifen daher, dass die Himmelfahrt des Herrn im Bericht des Matthäus keinen Platz finden konnte.

Im Evangelium Lukas und auch in der Apostelgeschichte, welche beide den gleichen Verfasser haben, ist es ganz anders. Hier wird den Jüngern befohlen, in Jerusalem zu bleiben, bis sie mit Kraft aus der Höhe, in welcher sie ihren Dienst ausführen sollten, angetan würden. Und der Heilige Geist konnte nur als Folge der Verherrlichung Christi auf sie kommen.

Einleitung

Die Apostelgeschichte lässt sich in drei Teile einteilen. Das erste Kapitel bildet den ersten Teil. Es enthält die Offenbarung des auferstandenen Jesus vor den Aposteln, und auch Seine Auffahrt in den Himmel. Die Jünger, die auf das Kommen des Heiligen Geistes warten, befinden sich noch auf jüdischem Boden. Sie haben ein Verständnis der Schriften, so wie der Herr es Ihnen gegeben hat, besitzen aber noch nicht das Licht, das der Heilige Geist gibt. Aus diesem Grunde werfen sie zum Beispiel das Los, um für Judas einen Ersatz zu wählen.

Der zweite Teil, vom zweiten bis zum zwölften Kapitel, beschreibt ganz besonders den Dienst des Apostels Petrus. Er wendet sich noch an die Juden als Volk und verheisst ihnen, dass, wenn sie Busse täten, der Herr wiederkommen und alle Segnungen, die ihnen durch die Propheten verheissen waren, erfüllen würde. Aber statt Busse zu tun, verwarfen die Juden das Zeugnis des Heiligen Geistes und steinigten Stephanus. Durch diesen Mord gaben sie deutlich zu erkennen: «wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche», entsprechend dem Gleichnis des Herrn in Lukas 19,14. Petrus, der treu ist in der Verwaltung, die der Herr ihm anvertraute, als Er ihm die Schlüssel des Reiches der Himmel gab (Matth. 16,19), führt zuerst die Juden in dieses Reich ein (Kap. 2), dann die Samariter (Kap. 8,14) und schliesslich die Nationen (Kap. 10).

Der dritte Teil, vom 13. Kapitel bis zum Schluss des Buches, berichtet vom Dienst des Apostels Paulus, gemäss Galater 2,7-10. Nachdem die Juden endgültig jedes Recht auf ihre Segnungen verloren hatten, es sei denn auf dem Grundsatz der Gnade, wird Paulus, dem Apostel der Nationen, das Geheimnis der Kirche offenbart. Aber Paulus richtet sich immer zuerst an die Juden und dann an die Nationen.

Kapitel 1, Verse 1-2

Die Apostelgeschichte bildet die Fortsetzung zum Evangelium Lukas. Beide sind an Theophilus adressiert. Das war offenbar ein Grieche in gehobener Stellung. Lukas nennt ihn «vortrefflichster Theophilus». Der erste Bericht, das Evangelium, war eine Darstellung von allem, was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren bis zu dem Tage, an welchem Er aufgenommen wurde, nachdem Er den Aposteln, die Er sich auserwählt, durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte.

«Tun und lehren» ist ein treffender Ausdruck für die Tätigkeit des Sohnes des Menschen, wie sie Lukas in seinem Evangelium darstellt. Auch in der Apostelgeschichte sehen wir Jesum als Sohn des Menschen vor uns. Jesus fing hienieden an, zu tun und zu lehren, und fuhr durch die Kraft des Heiligen Geistes mittels der Apostel darin fort. Daher könnte die Apostelgeschichte (oder Geschichte der Taten der Apostel) auch «Geschichte der Taten des Heiligen Geistes» genannt werden.

Wir sehen daraus, mit welcher Macht der Heilige Geist wirkte während der Zeit, in welcher der Dienst der Apostel Jerusalem zum Mittelpunkt hatte. Und auch als später ein neues Werk begann (Kap. 13), sagte der Heilige Geist: «Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werke aus, zu welchem ich sie berufen habe.» Der Ausgangspunkt jenes Werkes war Antiochien, nicht Jerusalem.

Der auferstandene Herr gab den auserwählten Aposteln Seine Anweisungen durch den Heiligen Geist. Schon während Seines Dienstes hienieden hatte Jesus immer durch den Geist gehandelt, durch den Er ja als Mensch gesalbt worden war (Kap. 10,38), und so ist der Heilige Geist auch die Macht, durch die Er als auferstandener Mensch wirkt. Das gibt uns Gewissheit, dass wir durch diese Macht auch alle Segnungen in der Herrlichkeit geniessen werden, in der Betrachtung der anbetungswürdigen Person unseres Herrn, wenn der Geist nicht mehr beschäftigt sein muss mit unserem Wandel, um uns zu richten und um uns zu befreien von allem, was ein Hindernis war für unsere Freude in Ihm. Der Heilige Geist wird ewig mit uns sein, wie es Jesus Seinen Jüngern in Johannes 14 verheissen hat.

Vers 3

Der Herr erteilte den Aposteln Befehle, die Er ihnen erst geben konnte, als Er sie durch Seinen Tod und Seine Auferstehung in eine neue Stellung versetzt hatte.

Aber nicht nur das, Er hat sich ihnen auch «nach Seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem Er vierzig Tage hindurch von ihnen gesehen wurde und über die Dinge redete, welche das Reich Gottes betreffen». Diese Stelle schliesst sich wiederum an das Ende des Evangeliums Lukas an, wo der Herr die Jünger mit so viel deutlichen Beweisen überzeugt, dass Er derselbe ist, wie vor Seinem Tode. Um ihnen jeden Zweifel zu nehmen, lässt Er sich herab und isst vor ihnen, obwohl Er keiner Nahrung bedurfte, da ja Sein Leib geistig war. Während vierzig Tagen wurden den Jüngern also alle Beweise der Auferstehung Jesu gegeben. Der Apostel Paulus zählt in 1.Korinther 15,38 einige dieser Beweise auf.

Die Zahl vierzig versinnbildlicht eine vollkommene Zeit der Vorbereitung oder der Prüfung, also einen genügend langen Zeitabschnitt, in welchem Gott offenbaren kann, was Er zeigen will. Das Volk Israel war vierzig Jahre lang in der Wüste. Moses lebte vierzig Jahre lang am Hofe Pharaos. Die Prüfung des Menschen dauerte vierzig Jahrhunderte. Die vierzig Tage der Versuchung des Herrn liessen die Vollkommenheit Seines Gehorsams sichtbar werden. Und so fort. So wurde es auch in vierzig Tagen völlig offenbar, dass der Herr auferstanden war. Sie konnten Ihn sehen und berühren (Luk. 24,39). Seine Auferstehung war also nicht geistig, wie gewisse Theologen lehren.

Es war von grösster Wichtigkeit, dass die Auferstehung Christi durch viele Augenzeugen bestätigt wurde, denn das Christentum, diese neue und himmlische Tatsache, gründet sich auf die Auferstehung. Sie lässt als Ergebnis des Sieges, den Christus über den Tod errungen hat, alles hinter sich zurück, was zum verlorenen Menschen, zum Sünder gehörte und führt uns durch den Glauben in eine ganz neue Stellung ein. Auf der Tatsache der Auferstehung ruht die Erfüllung aller Ratschlüsse Gottes in bezug auf den Himmel und die Erde. Auch besitzen wir durch sie die Gewissheit, dass unsere Sünden vergeben sind.

In diesem Kapitel finden wir einen Christus, der gelitten hat, einen Christus, der auferstanden ist und in den Himmel emporgehoben wurde, und auch einen Christus, der also wiederkommen wird, wie sie Ihn in den Himmel hingehen sahen. Es wird uns hier erzählt, wie Er den Aposteln Weisungen erteilt und sich ihnen lebendig darstellt, damit sie Seine Auferstehung bestätigen können, ferner, wie Er sich mit ihnen über die Dinge unterredet, die das Reich Gottes betreffen.

Das Reich Gottes ist der neue Zustand der Dinge, in welchen der Mensch durch die Wiedergeburt eingetreten ist, eine Ordnung von Dingen, die Gott unterworfen sind und Seinem Wesen, das in Christo offenbart worden ist, entsprechen. Es ist ein Reich, in welchem die sittlichen Wesenszüge Gottes anerkannt und aufrechtgehalten werden. Lukas spricht meistens von diesem Reiche. Christus war der Ausdruck davon. Es war gegenwärtig in Seiner Person. Auch Paulus verkündigte es (Apostelg. 20,25). Der Herr konnte sich mit Seinen Jüngern nicht über das Reich in Herrlichkeit unterreden, aber über die sittlichen Wesenszüge des Reiches, zu dem sie gehörten, und das sie in der Welt verkündigen sollten.

Verse 4 und 5

Als der Herr mit Seinen Jüngern versammelt war, befahl Er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheissung des Vaters zuwarten, «die ihr», sagt Er, «von mir gehört habt».

Er war seit dem Abend nach der Auferstehung der Mittelpunkt des Zusammenkommens der Seinigen. Welche Gnade gibt sich kund in den Worten «mit ihnen versammelt»! Sie waren die Seinen, und Er schämte sich nicht, sie Seine Brüder zu nennen.

Aber Er sollte sie verlassen, und dann sollte sich die Verheissung des Vaters erfüllen. Vor Seinem Tode hatte Er ihnen schon gesagt, dass der Vater ihnen den Heiligen Geist senden würde (Joh. 14 und 15). Auch im Alten Testament war der Geist schon verheissen. Die Apostel konnten ihren Dienst nicht beginnen, bevor sie diesen Geist empfangen hatten. Sie mussten daher bis zu jenem Augenblick in Jerusalem bleiben.

«Johannes taufte zwar mit Wasser», sagt Er ihnen, «ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden nach nunmehr nicht vielen Tagen.» Johannes hatte mit der Taufe der Busse getauft, in Erwartung des Christus, der kommen würde, Sein Reich aufzurichten. Nun war Christus gekommen und verworfen worden. Aber durch Seinen Tod hat Er die Seinen in die gleiche Stellung versetzt, die Er selbst vor Seinem Gott und Vater einnimmt. Nun konnten sie mit dem Heiligen Geiste getauft werden. Jesus hatte Ihn empfangen auf Grund Seiner eigenen Vollkommenheiten. Die Jünger erhalten Ihn auf Grund der Vollkommenheiten des Werkes Christi, die ihnen zugute gekommen sind.

Vers 6

Die Jünger werden von den Belehrungen über das Reich Gottes abgelenkt durch den jüdischen Gedanken an die Erfüllung der Verheissungen, die dem Volke Israel gegeben worden waren. Sie sagen zum Herrn: «Stellst du in dieser Zeit dem Israel das Reich wieder her?» Sie haben die Reichweite des Werkes Christi am Kreuze, dessen Resultate sich unendlich viel weiter erstrecken, als nur auf das, was Israel betrifft, nicht erfasst. Hatte doch dieses Volk durch die Verwerfung des Messias für den Augenblick jedes Anrecht an irdische Segnungen verloren. Gott bleibt Seinen Verheissungen treu, und Israel wird zu Seiner Zeit das ihm bestimmte Teil empfangen. Das wird auch bestätigt durch die Ankündigung der Wiederkehr des Herrn im 11. Vers. Aber in der Zwischenzeit bildet sich das Reich Gottes und nicht das Reich für Israel.

Vers 7 und 8

Auf die eben gestellte Frage der Jünger antwortet der Herr: «Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.»

Zeiten und Zeitpunkte stehen im Zusammenhang mit der Aufrichtung der Herrschaft Christi über die Erde. Sie sind unterbrochen worden, um der Haushaltung der Gnade, die damals begann, Platz zu machen. Der Vater allein weiss, wann die gegenwärtige Haushaltung ihr Ende nehmen und die Herrschaft des Sohnes des Menschen aufgerichtet wird. Diese Herrschaft wird mit der Ausübung der Gerichte über einen Zustand der Dinge beginnen, den Gott während der Gnadenzeit ertragen hat. In bezug auf diese Zeiten und Zeitpunkte sagt der Apostel Paulus zu den Thessalonichern, dass, wenn die Menschen sagen werden «Friede und Sicherheit», ein plötzliches Verderben über sie kommen wird.

In Erwartung dieses Reiches in Herrlichkeit soll die Gnade herrschen, Christus soll gepredigt werden und die Jünger sollten daher Kraft empfangen um Zeugen sein zu können für einen verworfenen Christus, in dem allein das Heil ist. Der Herr wollte, dass ihr Zeugnis in Jerusalem beginne, in der Stadt, vor deren Toren Er gelitten hat, und dass es sich dann ausbreite in Judäa und unter den Samaritern, dem von den Juden verachteten Volke, und schliesslich alle Grenzen des Landes Israel überschreite, um die Enden der Erde zu erreichen. Als Zeugen Christi sollten die Jünger die Gnade verkündigen und in ihrem ganzen Leben die Sinnesart Dessen offenbaren, den sie predigten.

Vers 9

«Und als er dies gesagt hatte, wurde er emporgehoben, indem sie es sahen, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen hinweg.» Welch ein Augenblick für die Jünger, als ihr Herr aus ihrer Mitte entschwand! Hatten sie sich doch über das Wiedersehen mit Ihm so sehr gefreut!

Jesus hatte auf dieser Erde nichts mehr zu tun. Vor Seinem Tode schon hatte Er Seine Jünger alles gelehrt, was sie damals ertragen konnten. Nach Seiner Auferstehung hatte Er alles Nötige getan, damit sie völlig überzeugt würden von dieser Tatsache. Er hatte Ihnen die Kraft verheissen, durch welche sie Seine Zeugen sein würden bis an das Ende der Erde. Aber damit sie diese empfangen konnten, war es nötig, dass der Sohn des Menschen emporgehoben wurde in den Himmel.

Durch die Erhöhung Christi erfüllte sich eine wunderbare Tatsache: ein Mensch wurde in die Gegenwart Gottes eingeführt und bahnte durch Seinen Eintritt in die himmlischen Örter sozusagen allen erlösten Menschen den Eingang in die selben Örter. Er bereitet ihnen daselbst eine Wohnung.

Henoch wurde entrückt (Hebr. 11,5). Auch Elias fuhr auf gen Himmel (2.Könige 2). Der Sohn des Menschen aber wurde emporgehoben auf einen Platz der Herrlichkeit, auf welchen Seine göttliche Person ein Recht hatte. Aber dieser Platz gebührte Ihm auch um Seines völligen Gehorsams willen, durch welchen Gott so vollkommen verherrlicht worden ist.

Verse 10 und 11

Welch ein erstaunliches und wunderbares Ereignis: ein Mensch steigt gen Himmel! Ein Mensch, geboren in Bethlehem, dessen Leben des Dienstes hienieden durch den Tod am Kreuze abgeschlossen wurde! Aber dieser Mensch war der Sohn Gottes vom Himmel gekommen, der wieder zum Himmel zurückkehrte. Wir begreifen das Erstaunen der Jünger. Während sie unverwandt gen Himmel schauten und Jesum nicht mehr sehen konnten, da Ihn ein Wolke, das Zeichen der Wohnung Gottes, vor ihren Augen hinweg genommen hatte, «da standen zwei Männer in weissem Kleide bei ihnen, welche auch sprachen: Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet hinauf gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird also kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel.» Gott will nicht, dass sie, die nun allein gelassen waren, hinsichtlich eines solchen Ereignisses in der Ungewissheit bleiben. Sie stehen noch auf jüdischem Boden und stellen den Überrest Israels dar, der von dem ungläubigen Volke ausgegangen ist. Zwei Engel werden zu ihnen gesandt - zwei, erforderlich für ein Zeugnis nach dem Gesetz - um ihnen zu sagen, dass Jesus «also kommen wird, wie sie ihn haben hingehen sehen in den Himmel».

Er wird persönlich auf die Erde herabkommen, um sich mit dem künftigen Überrest, der Ihn erwarten wird, wieder zu vereinen. Er wird dann nicht nur dem Israel das Reich wieder herstellen, wie sie es damals erwarteten, sondern über die ganze Erde herrschen. In Sacharja 14,4 heisst es: «Seine Füsse werden an jenem Tage auf dem Ölberge stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt». Es geht also hier nicht um die Frage des Kommens des Herrn für die Seinen, welches Ereignis vor Seinem Erscheinen in Herrlichkeit stattfinden wird. Wir befinden uns hier noch nicht auf dem Boden der Kirche. Es wird sich Micha 5,2-3 erfüllen: «Und der Rest seiner Brüder wird zurückkehren samt den Kindern Israel. Und er wird dastehen und seine Herde weiden in der Kraft Jehovas...»

Die Jünger kehrten mit grosser Freude nach Jerusalem zurück, nachdem sie diese Botschaft der Engel gehört hatten (Lukas 24,52).

Die Engel redeten die Jünger mit den Worten an: «Männer von Galiläa». Sie waren aus einer Gegend, die von den Juden verachtet war, aber der Herr hatte dort einen grossen Teil Seines Dienstes erfüllt. Sie empfingen jedoch die Mitteilungen der Engel nicht als Galiläer, sondern als Heilige, als die Herrlichen, die auf Erden sind, an welchen der Herr alle Seine Lust hatte. Sie waren die Gefährten des Herrn, der soeben aus ihrer Mitte hinweggenommen worden war.

Der Ausdruck: «von euch weg» ist rührend. Er war bei ihnen gewesen, Er hätte nicht mit andern zusammensein können. Er war mit ihnen gewesen während Seines ganzen Dienstes hienieden; sie hatten Ihn aufgenommen, während das Volk Ihn verachtete und verwarf. Nach Seiner Auferstehung hat der Herr Seinen Platz wieder in ihrer Mitte eingenommen. Und Er, der von ihnen hinweg emporgehoben wurde, wird wiederkommen, um mit ihnen zu sein, dem künftigen Überrest, der Ihn erwarten wird. Sie, die verachtet sind, wie Er verachtet war, werden mit Ihm sein während Seiner Herrschaft in Herrlichkeit. So wurden einst auch die Helden Davids erhoben, nachdem sie mit ihm verachtet gewesen waren (1.Sam. 22,1-4 und 2.Sam. 23).

Der Ölberg nimmt im Leben Jesu einen wichtigen Platz ein. Gegen das Ende Seiner irdischen Laufbahn zog Er sich für die Nacht dorthin zurück. Und auch sonst begab Er sich oft dorthin mit Seinen Jüngern. Dort ergriffen Ihn die Häscher, die von Judas angeführt wurden. Von dort aus wurde Er in den Himmel emporgehoben. Und einst werden Seine Füsse dort stehen, wenn Er kommen wird, um den zukünftigen Überrest Israels zu befreien.

Verse 12-14

Als die Jünger nach Jerusalem zurückkehrten, gingen sie nicht in den Tempel. Dieses Haus war öde gelassen worden. Sie gingen in den Obersaal und blieben dort. Sie hingen der Person ihres Herrn an, und Er war der Mittelpunkt Ihres Zusammenkommens. Rings um sie her war die feindliche Welt.

Nach der Aufzählung der Apostel wird uns gesagt: «Diese alle verharrten einmütig im Gebet mit etlichen Weibern und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.» Sie waren versammelt durch den Herrn und verharrten in der Stellung der Abhängigkeit, wartend auf die Verheissung des Vaters.

Verse 15-22

Die Jünger hatten schon vor der Ausgiessung des Geistes ein gewisses Verständnis der Schriften, das der Herr ihnen nach Seiner Auferstehung gegeben hatte (Joh. 20,22). Darum steht Petrus in der Mitte von etwa hundertzwanzig Brüdern auf, und über zeugt die Versammlung von der Notwendigkeit, Judas zu ersetzen. Er stützt sich dabei auf die Erklärungen Davids in den Psalmen 69,25 und 109,8. Er beginnt mit der Feststellung, dass der Herr - Judas erwählt hatte, um die Schriften zu erfüllen, die angekündigt hatten, dass einer der Vertrauten des Christus einen solchen Ausgang nehmen würde. Jesus erwählte ihn zu diesem Zweck, obwohl Er wusste, was daraus hervorgehen sollte.

Im Zwischensatz (Verse 18 und 19) erwähnt Petrus, dass sich Judas von dem Lohne der Ungerechtigkeit einen Acker erworben hatte, und fügt zum Bericht seines Endes eine Einzelheit hinzu, die sich in den Evangelien nicht findet. In Matth. 27,7 und 8 wird uns gesagt, dass die Hohenpriester es waren, die den Acker des Töpfers kauften und ihn zu einer Begräbnisstätte für die Fremdlinge machten. Die Hohenpriester werden in dieser Tat mit Judas identifiziert. Sie verkörpern das Volk, das an der Verwerfung Christi schuldig ist, denn in Psalm 69,25 wird gesagt: «Verwüstet sei ihre Wohnung, und in ihren Zelten sei kein Bewohner.»

Es bestand eine doppelte Veranlassung für die Wahl eines Ersatzes für Judas. Erstens sagt die Schrift: «Sein Amt empfange ein anderer» (Ps. 109,8), und zweitens hatte der Herr zwölf Apostel erwählt. Diese Zahl zwölf (eine vollkommene Zahl für eine menschliche Verwaltung) sollte beibehalten werden. «Es ums nun» sagt Petrus, «von den Männern, die mit uns gegangen sind in all der Zeit, in welcher der Herr Jesus bei uns ein und ausging, anfangend von der Taufe Johannes' bis zu dem Tage, an welchem er von uns aufgenommen wurde, - von diesen ums einer ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.» Dieses Zeugnis von der Auferstehung Christi ist wichtig, denn sie ist die Grundlage des Evangeliums, durch welches das Christentum als Zeugnis Gottes auf der Erde eingeführt werden sollte.

Verse 23-26

Die Jünger stellen zwei Männer dar: Joseph, genannt Barsabas, der Justus zubenamt war, und Matthias. Sie waren der Überzeugung, bei diesen beiden Männern seien die erforderlichen Voraussetzungen für dieses Apostelamt vorhanden. Aber sie stützen sich nicht auf ihre eigene Meinung und auch nicht auf das Los, denn sie wissen, dass «das Los in dem Busen geworfen wird, aber all seine Entscheidung von Jehova kommt» (Spr. 16,33). Sie übergeben sich Dem, der ihre Herzen kennt und sagen: «Du, Herr, Herzenskündiger aller, zeige von diesen beiden den einen an, den du auserwählt hast, um das Los dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen». Sie werfen das Los und es fällt auf Matthias, welchen sie in zweiter Linie genannt hatten.

Dieser Vers schliesst diese ganz besondere Szene, die einen jüdischen Charakter trägt und wo wir die Jünger nach der Auferstehung des Herrn ohne den Heiligen Geist finden.

Sie stellen hier noch den zukünftigen Überrest Israels dar, der zwischen der Entrückung der Kirche und der Rückkehr des Herrn in Herrlichkeit erweckt werden wird. Aber nach dem Kommen des Heiligen Geistes bildeten sie dann die Kirche, die Versammlung des lebendigen Gottes. Von da an leitete sie der Geist durch das Wort und war gleichzeitig die Kraft, durch welche sie ihren Dienst erfüllten. Mit einer solchen Wegweisung war es nicht mehr nötig, das Los zu werfen, um die Gedanken Gottes zu erkennen.

Dieser Artikel wurde bisher noch nicht bewertet.
  

Buchtipp

halte fest CD

 

 

Alle 45 Jahrgänge von 1958-2002 auf einer CD mit Suchprogramm für die komfortable Volltextsuche auf dem Computer

 

halte fest Abo

 

Abonnieren Sie «halte fest». So erhalten Sie alle zwei Monate das aktuelle Heft per Post zugestellt.

 


Letzte Änderung am 27.03.2010.