Halte Fest
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Joh. 7,37-39 Kanäle des Segens für andere

Halte fest Jahrgang 1971 - Seite: 206 - Verfasser: S. P.

Die in diesen Versen beschriebene Szene fand am letzten Tag des Laubhüttenfestes statt, Dieses Fest dauerte sieben Tage, wie das Fest der ungesäuerten Brote. Doch hatte es noch einen achten Tag, der hier «der grosse Tag des Festes» genannt wird. Dieses letzte Fest im Ablauf des Jahres ist ein Vorbild vom Tausendjährigen Reich, das die Geschichte des jüdischen Volkes und der Welt abschliessen wird. Darauf folgt der ewige Zustand, auf den der achte und letzte Tag des Festes hinweist. Von diesem Augenblick an gibt es keine Zeitrechnung mehr. Die Ewigkeit ist ein Tag ohne Ende.

Aber dieser achte Tag hat noch eine andere Bedeutung.

Der von Seinem Volke verworfene Herr machte mit Israel nach dem Fleische durch Seinen Tod ein Ende und folglich auch mit dem ganzen gesetzlichen System, unter dem es lebte. Er verbrachte den Sabbattag im Grabe. Auf dem Boden der Verantwortlichkeit war nun für die Juden alles zu Ende, bis zu dem Tage, an dem sie auf Den schauen werden, den sie durchstochen haben, und Ihn aufnehmen, zur Aufrichtung Seines Reiches.

Doch wenn der Herr den siebenten Tag der vorhergehenden Haushaltung im Grabe verbrachte, so ist der achte der Tag Seiner Auferstehung und infolgedessen der Einweihungstag oder der erste Tag einer neuen Haushaltung. Darum feiern die Gläubigen den ersten Tag der Woche und nicht mehr den siebenten Tag, den Sabbat.

Man begreift nun, warum der Herr an diesem achten Tage des Festes ausrief: «Wenn jemanden dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fliessen.» Inmitten der Masse, die Ihn verwarf, waren etliche, die im Judentum nicht das gefunden hatten, was die Bedürfnisse ihrer Seele stillen konnte. Sie hatten Durst. Als diese Menschen zu Christo kamen, sagte Er ihnen nicht, dass sie sofort mit Ihm auf der Erde herrschen würden. Aber er machte ihnen klar, was der Heilige Geist während Seiner Abwesenheit nun für sie bedeutete. Weil Jesus im Begriffe stand, zu Dem zurückzukehren, der Ihn gesandt hatte, sollten alle, die Ihn während dieser Zeit annahmen, in den Genuss der Segnungen kommen, die der Heilige Geist ihnen auf Grund des Todes und der Verherrlichung Christi bringen würde.

Jesus allein kann die Bedürfnisse eines unter der Last seiner Sünden seufzenden Herzens stillen, das in dieser Welt nichts findet, was ihm Glück oder Erleichterung verschafft. Weder die Religion des Fleisches noch die weltlichen Vergnügen konnten es ihm geben. Deshalb erhebt sich der Herr über das ganze, Ihn verwerfende religiöse System hinweg und ruft jedem zu, dass er zu Ihm kommen müsse, um erquickt zu werden. Er brachte den Menschen ein Glück, das seine Quelle nicht in der Wüste dieser Welt hat, sondern in Ihm selbst, dem wahren Felsen, der jede durstende Seele zu erquicken vermag. Er ist das Gegenbild des geschlagenen Felsens, aus dem die Wasser strömten, die den Durst des verschmachtenden Volkes stillten (2.Mose 17,6 und 1.Kor. 10,4).

Beachten wir, dass sich dieser Fels in der Wüste befand und nicht in Kanaan! Mitten in der Wüste dieser Welt werden die Dürstenden aufgerufen, zu Christo zu kommen und zu trinken. Dies ist das einzige Mittel, um hienieden und in der Ewigkeit glücklich und völlig befriedigt zu sein!

Der Herr fügte aber noch hinzu: «... aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fliessen.» Wer also zu Ihm kommt, wird nicht nur selbst erlabt, sondern wird auch ein Werkzeug zur Erquickung anderer.

Mit «Leib» bezeichnet die Schrift den Sitz der Zuneigungen, das Organ, das die tiefinnersten Eindrücke aufnimmt. Hat Christus den Durst des Gläubigen gestillt, haben die Liebe, Gnade und die Vortrefflichkeit Jesu die Saiten seiner erneuerten Zuneigungen zum Erklingen gebracht, so vermag ein solcher auch anderen mitzuteilen, was sein eigenes Herz erfrischt hat. Der Herr sagt nicht, dass diese Ströme lebendigen Wassers aus Seinem Haupte, dem Sitz Seines Verstandes fliessen werden. Denn die Erkenntnis der Person Christi ist nicht eine Sache des Verstandes, sondern eine Speise, die vor allem mit dem Herzen aufgenommen wird und geistliche Zuneigungen hervorbringt.

Das Trinken dieses Wassers und der Genuss dieser Speise genügt, dass das Herz für den Herrn schlägt und das Bedürfnis empfindet, auch anderen das wahre geistliche Verständnis weiterzugeben, das man empfangen hat. Damit aber alle diese geistlichen Regungen hervorgebracht werden, bedarf es einer Kraft, die man ohne den Heiligen Geist nicht besitzt. Das ist es, was Johannes im 39. Vers zum Ausdruck bringt: «Dies aber sagte er von dein Geiste. welchen die an Ihn Glaubenden empfangen sollten, denn der Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.»

Der Geist war noch nicht als Person gekommen. Das konnte erst nach der Verherrlichung Christi geschehen, denn es konnten nicht beide zu gleicher Zeit persönlich auf der Erde anwesend sein. Wohl hatte der Herr als Mensch zu Beginn Seines Dienstes den Heiligen Geist empfangen, aber damit der Geist auf andere kommen konnte, musste zuerst das Werk der Erlösung vollbracht und der Herr in Seine Herrlichkeit eingegangen sein. Von dort aus wollte Er den Heiligen Geist auf die Gläubigen herabsenden. Der Geist wurde dann die Kraft ihres neuen Lebens und beschäftigte ihre Gedanken mit dem verherrlichten Herrn im Himmel, dem Mittelpunkt geistlicher und ewiger Segnungen. Diese Wahrheit wird uns besonders in den Kapiteln 14-16 des Johannes-Evangeliums vorgestellt.

In Kapitel 14,1 sagt der Herr von dem Geiste: «Er wird bei euch sein in Ewigkeit.» Ewiglich wird Er den Gläubigen den Genuss der Person Christi vermitteln. Dass Er diesen Dienst schon hienieden erfüllt, ist überaus kostbar. Er ermuntert die Gläubigen, die der Herr in der Welt, die Ihn verwirft, zurückgelassen hat. Die Welt bietet der Seele keinerlei Freude, sie schreitet eilends der Vollstreckung der Gerichte entgegen, die ihr angekündigt sind. Inmitten einer solchen Welt darf der Mensch zu Christo kommen, an Ihn glauben und so in den Genuss eines geistlichen, himmlischen und ewigen Glückes gelangen und ein Kanal des Segens für andere werden.

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Letzte Änderung am 27.03.2010.