Matth. 14,22-33: Der Christ in Problemen und Nöten
Halte fest Jahrgang 1990 - Seite: 205 - Verfasser: M. Billeter
Probleme und Nöte machen auch vor wahren Christen nicht halt. Diese Tatsache erschreckt viele und macht sie unsicher und verzagt. Die Erfahrungen der Jünger mit dem Herrn Jesus in ihrer Not auf dem See Genezareth können uns helfen, damit wir lernen, seine Absichten mit uns in den Problemen des Lebens zu verstehen.
Der Anfang des Weges (V. 22)
Wenn es auf unserem Lebensweg schwierig wird, tragen wir: Warum ist diese Not gekommen? War der Anfang dieses Weges richtig?
Manchmal muss uns Gott zeigen, dass wir gegen die klaren Anweisungen des Wortes Gottes gehandelt haben. Ein aufrichtiges Bekenntnis vor Gott, und wenn nötig auch vor Menschen, macht uns wieder ruhig, und wir finden Gnade, um die Folgen des eigenen Weges zu tragen.
Oft sind wir auch im Zweifel über die Richtigkeit unseres Weges. Dann sollten wir uns fragen: Waren wir nahe beim Herrn, waren wir gottesfürchtig, als wir diesen Weg einschlugen? Haben wir Ihn aufrichtig nach seinem Willen gefragt?
Doch manchmal haben wir auch einen klaren Befehl vom Herrn empfangen wie die Jünger. Er nötigt uns - Er muss zuerst einen Widerstand bei uns überwinden. Er bezeichnet das Schiff - Er zeigt uns den Weg und die Hilfsmittel, die wir benutzen sollen. Er erwähnt das jenseitige Ufer - auch den Zweck und das Ziel macht Er uns klar.
Das Gebet des Herrn (V. 23)
Dieser Vers weist uns darauf hin, dass Gott immer für uns ist, denn sein eigener Sohn hat sich bei Ihm für uns geheiligt. Er verwendet sich für uns: «Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auch auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet» (Röm. 8,34). Er ist gestorben: Er hat auf Erden gelitten. Darum versteht Er auch unsere Nöte. Er ist auferweckt: Er hat seinen Weg siegreich beendet. Dies gibt auch uns Kraft, bis zum Ziel weiterzugehen. Ohne dass wir Ihn darum bitten, denkt Er an uns und verwendet sich für uns in guten und bösen Tagen. Ja, Er ist unser barmherziger und treuer Hoherpriester.
Trotzdem leiden wir Not (V. 24)
Plötzlich erheben sich Wellen in unserem Leben. Die täglichen Umstände werden schwierig und mühsam. Unerwartete Ereignisse in Familie, Beruf oder im Zusammenleben der Gläubigen treten ein. Der Boden unter unseren Füssen beginnt zu wanken. Es ist der Wind, die Macht des Bösen, der jedem gehorsamen Christen entgegen bläst. Wir werden ganz durcheinander gerüttelt. Furcht und Schrecken überfallen uns.
In der Not kommt der Herr zu uns (V. 25-27)
Gerade in schweren Lebenslagen fühlen wir das Nahesein unseres Herrn in besonderer Weise. Das durfte auch Paulus im Gefängnis in Jerusalem erleben. Der Herr stand bei ihm und sprach ihm Mut und Trost zu (Apg. 23,11). - Der Herr stellt sich den Jüngern als der «Ich bin» vor. Er ist der Ewige, der Unwandelbare. Er hat alle Macht. Wie tröstlich sind die Worte aus dem Mund unseres Heilands: «Seid gutes Mutes...; fürchtet euch nicht!»
Die Bitte des Petrus (V. 28 und 29)
Das Gebet des Petrus darf uns zum Vorbild dienen. Zuerst beten wir meistens: Herr, nimm uns die Wellen weg! Wir wünschen, dass Er die Umstände ändere. Doch solche Bitten erhört Er oft nicht oder nicht sofort. Vielleicht beten wir besser, indem wir bitten: Herr, lass uns auf den Wassern gehen! Dies ist ein Gebet um Hilfe, damit wir in den Umständen nicht versinken.
Doch Petrus macht es noch besser. Er sagt zum Herrn:»Befiehl mir, zu Dir zu kommen auf den Wassern!» Er wünscht, durch die Schwierigkeit näher zu Ihm gebracht zu werden. Ein solches Gebet wird immer sogleich erhört. Was der Herr Jesus zu Petrus sagt, gilt auch uns: «Komm!», d.h.: Komm näher zu Mir!
Hier wird klar, was das liebende Herz unseres Herrn bewegt, wenn Er uns Schwierigkeiten sendet. Er möchte uns näher zu sich ziehen. Er hat uns ja so teuer erkauft - um den Preis seines eigenen Blutes! Er möchte mehr von uns haben, aber Er wünscht auch, dass wir mehr von Ihm haben.
Die Augen des Petrus (V. 30)
Der starke Wind weht noch immer. Erneut blickt Petrus auf den Wind, und die Furcht ist wieder da. Er beginnt zu sinken. Ist das nicht auch immer wieder unsere Geschichte? An einem Tag vertrauen wir Gott und kommen gut voran. Am nächsten Tag blicken wir wieder auf die Umstände und «sinken». Doch dann dürfen wir wie Petrus zum Herrn schreien: «Herr, rette mich!»
Jesus streckt die Hand aus (V. 31)
Wir denken oft: Nur wenn wir glauben und dem Herrn vertrauen, dann hilft Er uns. Aber hier sehen wir einen kleingläubigen und zweifelnden Jünger, dem Er trotzdem hilft. So handelt seine freie Gnade und Barmherzigkeit. Auch wir dürfen sie täglich erfahren.
Der Wind legt sich (V. 32)
Gott versucht nicht über Vermögen (1.Kor. 10,13). Er hat die Zeitdauer unserer Prüfung genau abgemessen. Zu seiner Zeit lenkt Er unser Lebensschiff wieder in «ruhigere Wasser». Ja, unsere Umstände und unsere Zeiten sind in seiner Hand!
Er ist Gottes Sohn (V. 33)
Aus der Bibel wissen wir, dass der Herr Jesus Gottes Sohn ist. Zu dieser Erkenntnis und Erfahrung kommen wir auch durch die Lebensumstände. Am Ende einer Prüfungszeit dürfen wir Ihm für sein Handeln mit uns danken. Droben werden wir uns einmal vor Ihm niederwerfen und im Blick auf alle seine Wege mit uns anbetend bekennen: «Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!»