Offb. 19,1-7: Himmlische Hallelujas
Halte fest Jahrgang 1967 - Seite: 33 - Verfasser: B. M.
«Nach diesem hörte ich wie eine laute Stimme einer grossen Volksmenge in dem Himmel, welche sprach: Halleluja!, das Heil und die Herrlichkeit und die Macht unseres Gottes! Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte; denn er hat die grosse Hure gerichtet, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte, und hat das Blut seiner Knechte gerächt an ihrer Hand. Und zum anderen Male sprachen sie: Halleluja! ... Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebendigen Wesen fielen nieder... und sagten: Amen, Halleluja! ... Und ich hörte wie eine Stimme einer grossen Volksmenge... welche sprachen: Halleluja! denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten ... und die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet» (Offb. 19,1-7)
Schon jetzt haben wir das grosse Vorrecht, jene Szene der Anbetung zu kennen, die im Himmel stattfinden wird, bevor sich die Segnungen der tausendjährigen Herrschaft über die Erde verbreiten. Zweifellos werden alle Gläubigen ihre Stimmen zu diesem Triumphgesang vereinigen und dabei die Worte verwenden, die uns in dieser Schriftstelle mitgeteilt werden.
Beim Lesen der kurzen Mitteilung dessen, was der Seher von Patmos gesehen hat, fällt uns auf, dass das Wort «Halleluja!» viermal wiederholt wird. Diesem Ausdruck Halleluja (oder «lobet Jah»), der sich zu wiederholten Malen in den Psalmen findet, begegnen wir - ausser in diesen paar Versen - im Neuen Testament nie in einem gemeinsamen Lobgesang.
Welches ist die besondere Gelegenheit, die diesen Ausdruck reiner und vollkommener Anbetung hervorruft? In diesem gegebenen Augenblick wird der Himmel mit Myriaden von erlösten und verherrlichten Heiligen bevölkert sein. Alle Gläubigen des Alten Testamentes, wie auch die ungezählten Mengen derer, die später mit einem himmlischen Rufe berufen worden sind, werden sich dort befinden. Diese Erlösten, die eine ungeheure Volksmenge bilden, sind alle vollkommen gemacht, sie haben verherrlichte Leiber und werden von den Schwachheiten der Erde für immer befreit sein. Sie sind schon vor dem Richterstuhl Christi offenbar geworden und haben den Lohn für ihre Tätigkeit in dem Leibe empfangen: Sie sind dann, ohne Ausnahme, völlig frei von jeder Beschäftigung mit sich selbst, also von dem, was hienieden immer das grosse Hindernis für die wahre Anbetung der Heiligen bildet.
Die Versammlung dieser unzählbaren Glückseligen betrachtet die Taten des Herrn, die sich auf diese Welt beziehen. Sie sind im Lichte der himmlischen Wohnungen, und von da aus verfolgen sie die Ausführungen der Gerichte über das Böse hienieden. Mit erleuchtetem Geiste haben sie gesehen, wie das Lamm die sieben Siegel des Buches brach, haben die Engel in die sieben Posaunen stossen hören und die sieben Schalen des Zornes Gottes ausgiessen sehen, und schliesslich waren sie Zeugen von dem schrecklichen Gericht Gottes über Babylon, der verderbenden und verderbten Stadt der Sünde.
Diese Myriaden, die man nicht zählen kann, die auf der Erde oft getrennt waren, haben fortan ein einmütiges Herz. Und im Lichte der Herrlichkeit Gottes, das im Herrn Jesus Christus erglänzt, erkennen sie die wahre Bedeutung der irdischen Ereignisse. Sie erkennen jetzt die Zeiten und die Zeitpunkte des Himmels und wissen, dass der Tag des Herrn gekommen ist.
Das Reich Gottes, das sowohl irdisch als himmlisch ist, wird anbrechen, und man befindet sich jetzt sozusagen an der Schwelle des Tausendjährigen Reiches. Die Seufzer einer leidenden Schöpfung werden aufhören und das ganze Universum wird von den Gesängen der Freude und des Lobes zu Ehren des Allerhöchsten erfüllt sein.
Aber das Geheimnis Jehovas ist für die Menge der himmlischen Erlösten, und sie sind es, die diesen Siegesgesang anstimmen. Die himmlischen Gesänge werden zum Throne Gottes emporsteigen, bevor die Unterdrückten der Erde die Ankunft des Sohnes des Menschen sehen, die wie ein Blitz, der von Osten ausfährt und bis nach Westen scheint, vor aller Augen sichtbar sein wird. Bald werden die fünf letzten Psalmen, die mit einem «Halleluja» beginnen und enden, im irdischen Tempel, auf dem Berge Zion gesungen werden (Jes. 30,29.30). Aber die unzählbare, «grosse Volksmenge», die vor dem Lamme steht, wird den irdischen Lobgesängen vorauseilen, und ihr «Halleluja» ist das erste, das sich zu Dem erheben wird, der auf dem Throne sitzt.
Die zahllosen Stimmen einer unermesslichen Menge vereinigen sich ohne jeden Misston, um JAH zu loben. Dieser einmütige Ausdruck des Lobes wird hervorgerufen:
- durch das Heil Gottes, das auf die Vernichtung Seiner Feinde folgen wird (vergl. das Lied Mose in 5.Mose 32,40-43);
- durch die Herrlichkeit Gottes, die sich auf der Erde offenbart;
- durch die Macht Gottes, welche die Fürsten der Finsternis vernichtet und die Unterdrückten aus den beispiellosen Verfolgungen der grossen Drangsal befreit hat. «Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht unseres Gottes!»
Dieser Lobgesang bringt eine vollkommene Zustimmung zum Willen Gottes zum Ausdruck, und er wird von solchen gesungen, die diese Lektion auf der Erde nur mangelhaft gelernt hatten. «Wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte!»
Der Anlass zu diesem Triumphgesang ist die Zerstörung der falschen Kirche, die auf der Erde behauptete, die Braut Christi zu sein, und die sich mit «dem Tier» verbunden hatte und Lästerungen redete. Die Heiligen werden vom Himmel her ihr gerechtes und schreckliches Los verfolgen. Das wiedererstandene Römische Reich, mit den zehn tributpflichtigen Königreichen verbunden, wird das mit Purpur bekleidete Weib zerreissen und verschlingen. Die Bewohner der Erde werden in dieser Zerstörung Babylons eine politische Revolution sehen und einen Beweis der unwiderstehlichen Macht «des Tieres» und des Antichrists, seines Verbündeten. Die aber die Dinge im himmlischen Licht sehen, werden den Fall als die Vernichtung einer kirchlichen Macht beurteilen. Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und die abgefallene Kirche muss von der Erde verschwinden, bevor Christus, der Seine wirkliche Kirche mit sich bringt, vor den Augen einer erschreckten Welt in Seiner Herrlichkeit erscheint.
Im Himmel wird weiterhin der Lobgesang widerhallen: «Denn er hat die grosse Hure gerichtet, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte, und hat das Blut seiner Knechte gerächt an ihrer Hand. Und zum anderen Male sprachen sie: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit.»
Die himmlischen Wesen, die die Wege Gottes verstehen, werden in den vierundzwanzig Ältesten und den vier lebendigen Wesen dargestellt (Offb. 4,4-6). Wir sehen sie niederfallen und Gott anbeten, der auf dem Throne sitzt. Sie sagen wiederum «Halleluja!», aber stellen diesem Wort ein «Amen» voraus. In Erkenntnis der Wahrheit, der Weisheit und der Gerechtigkeit Gottes, und im Anblick der Gerichte auf der bewohnten Erde, ausgeführt durch den Mann, den Gott dazu bestimmt hat (Apg. 17,31), sagen sie: «Amen, Halleluja!» Sie fügen glücklichen Herzens ihr zustimmendes «Amen» dem Halleluja des Lobes und der Anbetung hinzu.
Die Herzen der Myriaden von Erlösten überfliessen von Frohlocken und drücken durch ein neues Halleluja noch einmal ihre himmlische Freude aus. Der Apostel beginnt seinen Bericht sozusagen von neuem. Im ersten Vers, vor den drei ersten Hallelujas, sagt er: «Ich hörte eine laute Stimme», und im sechsten Vers, vor dem letzten Halleluja, verwendet er dasselbe Wort: «Ich hörte». Diese Unterbrechung hat ihre Bedeutung. Die Stimme einer ungeheuren Volksmenge erhebt sich in vollkommenem Einklang, wie die Stimme eines einzelnen Menschen. Sie ist «wie ein Rauschen vieler Wasser» in ihrer Fülle und «wie ein Rollen starker Donner» in ihrer Stärke und Majestät. Zwei Dinge geben Anlass zu diesem Lied:
- die irdische Herrschaft, die der Gesalbte Jehovas jetzt angetreten hat
- das Fest der Hochzeit des Lammes: «Lasst uns fröhlich denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und sein Weib hat sich bereitet.»
Zweifellos werden alle diese Sänger himmlische Heilige sein, die abersein und frohlocken und ihm Ehre geben; nicht zur Versammlung des Christus gehören (Eph. 5,25-27). Es sind die «Glückseligen», die zur Hochzeit des Lammes geladen sind. Johannes der Täufer machte einen Unterschied zwischen dem Bräutigam, der die Braut hat, und dem Freund des Bräutigams (Joh. 3,29). Was diesen Freund auszeichnet, ist, dass er sich «über die Stimme des Bräutigams» freut. Wir haben hierin ein Bild von der Freude und dem Frohlocken, welche die himmlischen Räume erfüllen werden, woran alle die teilnehmen, die der Hochzeit des Lammes beiwohnen.
Diese wunderbaren Verse lehren uns, dass die Segnung und die Herrlichkeit der Versammlung und vor allem die vollkommenen Wege Gottes das Thema dieser Halleluja-Chöre bilden werden, in welche alle Erlösten in der ewigen Herrlichkeit einstimmen werden.