Offb. 2 und 3: Die Verheissungen an die sieben Versammlungen
Halte fest Jahrgang 1971 - Seite: 175 - Verfasser: B.
In Verbindung mit den Verheissungen an die sieben Versammlungen gibt es einen interessanten Vergleich, auf den ich hinweisen möchte. Prüft man diese Verheissungen im Zusammenhang, so zeigt sich, dass sie aufs Neue alles umfassen, was Gott den Menschen oder dem Volke Israel einst unter Verantwortlichkeit gegenüber dem Geber anvertraut hatte. Das alles ging durch Schwachheit oder durch Ungehorsam verloren und wurde auf diese Weise durch Satan aus den Händen derer geraubt, die unfähig waren, die Segnungen festzuhalten.
Gott war gütig, unendlich gütig, wie jene ersten Verheissungen oder Gaben bewiesen, die Er so überströmend auf den Pfad ausgoss, den Er als Schöpfer für Seine Geschöpfe gewählt hatte. Auf diesen Pfad hatte Er in unumschränkter Gnade die Patriarchen berufen, damit sie mit Ihm, dem «Gott der Herrlichkeit», wandelten. Auch Sein Volk Israel hat Er unter dem Bundesnamen «Jehova» für sich abgesondert und auf diesen Pfad gebracht. Aber ein von Eden vertriebener Mensch und eine aus Kanaan weggeführte Nation sind ein deutliches und trauriges Zeugnis von Satans Triumph, von des Menschen schmählicher Niederlage und von der Verunehrung Gottes, die sich daraus ergab. Dennoch war jetzt die grosse Tatsache festgelegt, dass das Geschöpf, wenn es mit Gott wandeln wollte (als Empfänger des Segens), dem Leben und der Natur nach Dem entsprechen musste, Dessen Wonne es ist, zu segnen.
Das Buch der Offenbarung führt «Einen gleich dem Sohne des Menschen» ein, der Seine Rechte auf Johannes legte und sagte: «Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.» Die Gegenwart und Stellung dieses Einen, in der Er sich selbst kundgibt, sind es, die den ganzen Lauf und die Ordnung der Dinge wieder zu Gott umkehren, zu Seiner ewigen Herrlichkeit mit Seinen Geschöpfen, insofern sie durch das Blut Seines eigenen Sohnes erlöst sind. Durch Seinen treuen Gehorsam auf der Erde, ein Gehorsam bis zum Tode, und als «der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde» hat Er einen rechtmässigen Anspruch auf jede Verheissung und Gabe Gottes, die der Mensch verwirkt hatte. Er sammelt sie und verbindet sie mit Seiner Person, dem Sohne des Menschen, und hält sie fest bis zu dem Tage, an welchem «so viele der Verheissungen Gottes sind» deren Ja und Amen jetzt in Ihm ist, offenbar werden und sich erfüllen, «Gott zur Herrlichkeit durch uns» (2.Kor. 1,20).
In der Zwischenzeit, bis Christus kommt, um uns zu sich zu nehmen, gibt Er denen, die «ein Ohr haben, um zu hören», eine gegenwärtige Gemeinschaft mit Ihm, im freudigen Bewusstsein, dass diese Verheissungen und Gaben in Ihm selbst verkörpert sind. Und die, welche zutiefst erfahren haben, was verwirkte Segnungen bedeuten, können am besten bezeugen, wie köstlich diese Gemeinschaft ist.
Diese Bemerkungen mögen genügen, um unseren Gegenstand einzuführen. Lasst uns denn die Verheissungen, die der Herr den sieben Versammlungen - dem letzten Gefäss des verantwortlichen Zeugnisses auf Erden vor Seinem Kommen - in Verbindung mit sich selbst neu herausgibt, der Reihe nach betrachten.
Ephesus
Zu der Versammlung in Ephesus sagte Er: «Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, welcher in dem Paradiese Gottes ist.» Hier haben wir die erste der Gaben, die zwischen Adam und dem Schöpfer im Garten Eden, von welchem Er den Menschen austrieb, verloren gegangen sind. Aber auf Grund Seines neuen Titels «der Lebendige» schenkt der Herr wiederum die Verheissung, kraft der Erlösung und der Auferstehung. Er führt den Überwinder dazu, von dem Baume des Lebens zu geniessen (von dem Adam nie gegessen hat), der inmitten des Paradieses Gottes ist (in welchem der erste Mensch nie gewesen ist).
Der Garten Eden ging verloren, dafür aber ist das Paradies Gottes gewonnen. Das flammende Schwert, das in jeder Richtung kreiste, um den Weg zum Baume des Lebens zu bewahren, ist durch die Erkenntnis eines gekreuzigten Christus in die Scheide gesteckt worden. Er, der im Tode war, steht jetzt an der Stelle des Cherubs und bezeugt: «dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, welcher in dem Paradiese Gottes ist».
Beachte, dass diese neue Verheissung nicht nur an den Platz der damaligen tritt, die zwischen Gott und den Menschen bestanden hat. Da sie nun in Christo verkörpert ist, bekommt sie eine alles umfassende Bedeutung, entsprechend dem Werte Seiner eigenen Person, den sie für den Vater hat, zur ewigen Wonne an Ihm selbst und an den Erlösten, die in Christo sind. Von diesem Baume des Lebens dürfen sie dann essen und «ewiglich leben».
Smyrna
Die Verheissung an die Versammlung in Smyrna lautet: «Sei getreu bis zum Tode und ich werde dir die Krone des Lebens geben... Wer überwindet, wird nicht beschädigt werden von dem zweiten Tode.» Sie setzt die Tatsache voraus, dass die Sünde an den Platz getreten ist, wo der Schöpfer und das Geschöpf einst beisammen waren, wandelnd im Garten, in der Kühle des Tages. Als Folge davon war die Krone vom Haupte Adams gefallen, das feine Gold war trübe geworden, und der Tod stand vor ihm als auferlegte Strafe, als der Lohn des Ungehorsams.
Aber diese dunkle Wolke ist jetzt durch den hellen Lichtglanz der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi vertrieben worden. Er machte aus dem Tode sogar das neue Mass der Treue, so wie dies auch in Seinem eigenen Pfad auf der Erde der Fall war. Auf das Haupt aller dieser Überwinder setzt Er die Krone des Lebens.
So bekommt jede Verheissung ihre Fülle durch Ihn, in welchem Gott verherrlicht worden ist. Durch Ihn ist der Tod auf dem Pfade dessen, der durch Gehorsam überwindet, zu einer Macht geworden, mittels der er die Krone des Lebens erlangt. Er wird nicht beschädigt werden von dem zweiten Tode, denn «wer sein Leben in dieser Welt hasst (oder verliert), wird es zum ewigen Leben bewahren». Sogar Satan, der die Macht des Todes hatte, weiss um seine Niederlage durch den auferstandenen Herrn. Der Tod kann uns nicht mehr schaden. «Wir selbst aber hatten das Urteil des Todes in uns selbst, auf dass unser Vertrauen nicht auf uns selbst wäre, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt (2.Kor. 1,9). Zu Satan wurde gesagt: «Er wird dir den Kopf zermalmen und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen» (1.Mose 3,15).
Pergamus
Die Verheissung an Pergamus versetzt uns in die Welt nach der Flut und verbindet uns geschichtlich mit Israels Reise durch die Wüste. «Dem, der überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben, und ich werde ihm einen weissen Stein geben, und auf dem Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt, als wer ihn empfängt» (Offb. 2,17).
Die Israeliten assen einst Brot der Starken, wie geschrieben steht: «Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.» - «Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben», sagte Jesus zu den Juden. «Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist, wenn jemand von diesem Brote isst, so wird er leben in Ewigkeit» (Joh. 6,49.51).
Die Namen der zwölf Stämme wurden in Siegelstecherei in verschiedene Arten von Edelsteinen eingegraben und diese auf das Brustschild des Hohenpriesters gesetzt.
Doch diese Dinge gehören der Vergangenheit an, wie der Garten, den der Herr in Eden gepflanzt hat. Hosea stand inmitten des schuldigen Volkes und prophezeite: «Die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten, und ohne Schlachtopfer und ohne Bildsäule, und ohne Ephod und Teraphim» (Kap. 3,4).
Aber verwirkte Segnungen sind wieder eingeführt worden durch Den, der seither diesen Weg gewandelt ist - auch Er ist, als der «Sohn», aus Ägypten gerufen worden. Diese Segnungen sind jetzt in Ihm selbst gegeben, für dasselbe Volk, für einen kommenden Tag ihrer Geschichte, wenn sie sagen werden: «Gepriesen sei, der da kommt, im Namen des Herrn.»
In der Zwischenzeit der Versammlung, in welcher die Beziehungen zwischen dem Herrn und Seinen «Himmlischen» (1.Kor. 15,48) verborgen sind denn unser Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott (Kol. 3,3) -, haben wir in Ihm selbst das verborgene Manna, und einen weissen Stein, «und auf dem Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt, als wer ihn empfängt». Er selbst hat uns dies gegeben, in den neuen Beziehungen, in die wir eingeführt und in denen wir durch die Gnade «beschnitten» worden sind «durch die Beschneidung des Christus», als solche, die mit Ihm in einer neuen und himmlischen Stellung einsgemacht worden sind, die verborgen ist vor allem, was auf der Erde ist. Wir, als neue Geschöpfe in Christo, können durch die Belehrungen des Heiligen Geistes gut verstehen, was diese verborgenen Wechselbeziehungen bedeuten und was der weisse Stein bezeugt: «So wie Christus ist, sind auch wir in dieser Welt.» Paulus war vertraut mit dem Steine und mit dem neuen Namen. Daher vermochte er den Galatern die Lektion beizubringen, die sie so mühsam lernten, dass unsere Reinigung durch den Tod geschieht. Er sagt: «Ich bin mit Christo gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir, was ich aber jetzt lebe im Fleische, lebe ich durch Glauben, durch den an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat» (Gal. 2,20).
Thyatira
Zu der Versammlung in Thyatira sagt der Herr: «Wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben, und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefässe zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe, und ich werde ihm den Morgenstern geben» (Offb. 2,26.27).
Auch diese Verheissung erinnert an Israels Vorzugsstellung unter den umgebenden Nationen, die aber nun verwirkt ist. Assyrien, Ägypten, Babylon und Rom sind wie die wilden Tiere des Feldes und der Bär des Waldes der Reihe nach in Israel eingefallen und haben es vernichtet. Nach jenen Tagen war die Hoffnung Israels, der Messias, in ihrer Mitte gewesen und hatte weinend ausgerufen: «Wenn auch du erkannt hättest, selbst an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen» (Luk. 19,42). Und schliesslich «wird Jerusalem zertreten werden von den Nationen, bis dass die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden» (Luk. 21,24).
Er, der da tot war, nun aber lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, hat nach Seinem eigenen rechtmässigen Anspruch Seine Vorrangstellung wieder eingenommen und bewahrt sie für Israel bis die Zeit kommt, in der es «blühen und knospen und mit Früchten füllen wird die Fläche des Erdkreises» (Jes. 27,6). Inzwischen gibt Er, der die vom Volke verwirkte Stellung der Herrschaft und königlichen Macht in sich selbst verkörpert, diesen Platz den Überwindern von heute, in Verbindung mit sich selbst: «Wie auch ich von meinem Vater empfangen habe.»
Doch ist dies nicht alles, denn so wie Er uns in diesem Vorrecht und dieser Verheissung mit sich selbst verbindet, obwohl sie vornehmlich Ihm gehört, vereinigt Er uns auch in einer Hoffnung, deren Erfüllung Er allein ist: «Und ich werde ihm den Morgenstern geben.» Die Heiligen werden auch mit Ihm sein am Tage der vergeltenden Gerechtigkeit, wenn Er auf einem weissen Pferd aus dem geöffneten Himmel hervorkommt und die Kriegsheere, die in dem Himmel sind, Ihm folgen, «angetan mit weisser, reiner Leinwand. Und aus seinem Munde geht hervor ein scharfes, zweischneidiges Schwert, auf dass er damit die Nationen schlage, und er wird sie weiden mit eiserner Rute, und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen» (Offb. 19,11-16).
Unwissenheit über die Wege Gottes und Seiner Ratschlüsse in Christo kann allein die Tatsache erklären, dass die Kirche sich selbst als Friedensstifter in das Chaos der Welt eingemischt und so ihren Platz eines wirklichen Zeugnisses zwischen Gott und Menschen aufgegeben hat, bezüglich des Kommens des Herrn vom Himmel, um zu richten und Krieg zu führen. Die Kirche ist heute kein Zeugnis davon, dass Er bekleidet sein wird mit einem in Blut getauchten Gewande. Wie könnte dies sein, da sich ein solches Zeugnis gegen sie selbst richtete, die freiwillig eine Verbindung mit der Welt eingegangen ist?
Sardes
Die der Versammlung in Sardes gegebene Verheissung führt uns in der Geschichte der Wege Gottes mit dem Volke Israel noch weiter und nimmt nun auf das Priestertum Bezug. «Wer überwindet, der wird mit weissen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln» (Kap. 3,5).
In den Tagen des Königs Salomo, als die Lade in den Tempel gebracht und der Tempel mit Herrlichkeit erfüllt wurde, konnten die in Byssus (feinste weisse Baumwolle) gekleideten Leviten und Sänger nicht dastehen, um den Dienst zu verrichten, wegen der Wolke, die in dem Namen des Herrn von der ganzen Szene Besitz ergriffen hatte (2.Chr. 5,11 bis 14). Jeremia sagt dazu: «Ihre Fürsten (Nasiräer) waren reiner als Schnee, weisser als Milch, röter waren sie am Leibe als Korallen, wie Saphir ihre Gestalt.» Aber derselbe Prophet fügt hinzu: «Dunkler als Schwärze ist ihr Aussehen, man erkennt sie nicht auf den Strassen, ihre Haut klebt an ihrem Gebein» (Klagel. 4,7.8). Sacharja zeigt auch den Hohenpriester Josua, wie er vor dem Herrn steht und Satan zu seiner Rechten, um ihm zu widerstehen. Die schmutzigen Kleider oder das verunreinigte Priestertum Israels wurden prophetisch beiseite gesetzt, so wie es am Tage ihrer nationalen Annahme in Wirklichkeit sein wird. Dann wird der reine Kopfbund auf dem Haupte des Priesters und das Auswechseln der Kleider in Verbindung mit «dem Spross» Gott ermöglichen, die Ungerechtigkeit dieses Landes hinwegzunehmen an einem Tage.
Er, welcher der Erste und der Letzte ist, hat auch diesen verwirkten Platz des Segens in Ihm selbst gesichert, indem Er - wie Er es dem heutigen Überwinder verheisst - die Zusicherung seiner steten Fortdauer hinzufügt. «Ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens - wie das befleckte Blatt der Geschichte Israels - und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.» Sowohl unsere eigene persönliche Sicherheit wie auch die Fortdauer jedes Ratschlusses werden in der Verbindung mit Christo gefunden, bis Er kommt.
Wir haben die Verheissung noch nicht in der äusserlichen Entfaltung, in der sie offenbart werden soll. Aber wir halten alle Segnungen, die Dem zustehen, der die Schlüssel des Todes und des Hades hat, nicht nur auf Grund Seines Anspruchs fest, sondern auch im Bewusstsein Seiner Liebe zu uns: «Sie werden mit mir einhergehen in weissen Kleidern, denn sie sind es wert.» Welch ein Platz und Teil ist uns während unseres Aufenthaltes auf der Erde gegeben in der kurzen Zeitspanne, in der wir noch auf Seinen Zuruf und unsere Entrückung warten!
Philadelphia
Die der Versammlung in Philadelphia gegebene Verheissung führt uns zum Höhepunkt der Geschichte Israels in Verbindung mit dem Throne Gottes und dem irdischen Mittelpunkt, dem Brennpunkt des Lichtes dieser Welt, der Stadt des grossen Königs. Diese repräsentierte die Gottesherrschaft, in der sie lebten und deren sie sich rühmten. Aber das alles war zusammengebrochen, und Jehova hatte «zur Erde gestürzt seinen Thron» (Psalm 89,44). Das Gesicht Hesekiels erzählt in rührender Weise, wie die Herrlichkeit - das Zeugnis dafür, dass der Herr Sein Volk anerkannte - sich von ihrer Stelle weghob, bis sie gleich Noahs Taube keine Ruhe mehr fand für die Sohle ihres Fusses. Sie wurde schliesslich zu Dem zurückgezogen, von dem sie ausgegangen war, und verliess die Stadt. Auch diese verloren gegangene Segnung ist wieder sichergestellt worden durch «den Fürsten der Könige der Erde», für sich selbst und für die Herrschaft Gottes.
Bis aber die tausendjährige Herrlichkeit anbricht, gibt Er die Verheissung denen, die jetzt mit Ihm leiden, in Gemeinschaft mit Ihm selbst. «Wer überwindet, den werde ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes, und er wird nie mehr hinausgehen, und ich werde auf ihn schreiben den Namen in eines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen» (Kap. 3,12). Das ist die Verheissung an Philadelphia, eine Zusicherung, dass alles, was auf Erden fehlging und verscherzt wurde, nicht länger mehr der menschlichen Verantwortlichkeit überlassen ist, sondern betrachtet wird als von Gott aus dem Himmel herabgekommen, um auf immerdar zu bleiben. Materielle Säulen und ein materieller Tempel sind ersetzt worden, gerade so, wie im geistlichen Hause die Steine gegen lebendige Steine ausgewechselt worden sind. Gott und das Lamm werden schliesslich den Platz des Tempels und der Stadt einnehmen, wenn das Vollkommene gekommen ist. Inzwischen sagt der Sohn des Menschen, der da wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter: «Ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes.» Welche neuen Mittel lebendiger Verbindung mit Ihm selbst im Heiligtum und in der Herrlichkeit sind doch diese Verheissungen, durch die Er uns in Beziehung bringt zu dem neuen Jerusalem, der Stadt des lebendigen Gottes! Dies bedeutet, dass die Herrlichkeit Gottes zurückkehren wird!
Zu dieser Liste von Segnungen fügt der Herr noch hinzu: «Ich werde auf ihn schreiben ... meinen neuen Namen.» Was bedeutet dies? Denn zahlreich und verschieden sind Seine Titel und Namen des Ruhmes: Der Engel führte Ihn einst als Jesus-Emmanuel ein, bei den Wassern des Jordan offenbarte Er sich als der Messias, als Christus, der Gesalbte, die Versuchung in der Wüste zeigte Ihn als den siegreichen Sohn des Menschen, das Kreuz als das für die Sünde geopferte Lamm Gottes, das Grab als der Vernichter dessen, der die Macht des Todes hatte, die Auferstehung als den Anführer unserer Errettung, die Himmelfahrt als den grossen Hohenpriester und Sachwalter zur Rechten Gottes. Wir sind daher mehr als Überwinder durch Den, der uns geliebt hat. Erlösung durch Sein Blut - ist der neue Kreis, in den alles, was jetzt noch seufzt, gebracht werden soll, und Auferstehung durch Seine Macht ist die neue Grundlage, auf der alle Segnungen für immer aufrecht gehalten werden. Zudem werden bald alle Seine Feinde zum Schemel Seiner Füsse gemacht. So besteht jetzt ein neuer Name, unter welchem Christus öffentlich bekannt sein wird, wenn Er hervortritt, um «jede Familie in den Himmeln und auf Erden» in Beziehung zu sich selbst und zu Gott zu bringen. Welch ein Tag wird dies sein, wenn Gott und das Lamm, auf ewig vereint, der ganzen Szene einen neuen Charakter geben werden! Unsere gegenwärtige Freude ist in der Gemeinschaft mit Christo, in der Kraft Seines neuen Namens, wenn wir das Wort Seines Ausharrens bewahren, bis Er kommt.
Laodicäa
Da ist schliesslich noch eine andere Verheissung, die der Versammlung in Laodicäa gegeben ist: «Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater gesetzt habe auf seinen Thron» (Kap. 3,21). Verheissungen und Weissagungen hatten Jesum, den Messias, als den rechtmässigen Erben des Königtums des Thrones Davids angekündigt. «Dieser wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird über das Haus Jakob herrschen ewiglich, und seines Reiches wird kein Ende sein» (Luk. 1,32.33). In diesem Titel und mit diesen Ansprüchen stellte Er sich selbst Israel vor, als Er auf einem Eselsfüllen in Jerusalem einzog und die ganze Menge der Jünger ausrief: «Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn!» (Luk. 19,38).
Aber sie verwarfen die auserlesenste Gabe der Liebe Jehovas, kreuzigten Ihn und setzten über Sein Haupt die Überschrift: «Dieser ist Jesus, der König der Juden» (Matth. 27,37). Darum hat Er sich, verworfen von der Welt, mit Seinem Vater auf Dessen Thron gesetzt! Diesen Platz des Segens, den sie ihrerseits verscherzten, nimmt Er in Seinem eigenen persönlichen Namen ein als Der, welcher von sich sagt: «Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit» (Offb. 1,18). Der König Israels, verworfen von den Menschen, zu denen Er in Gnade gekommen war, ist trotzdem der Eine, der sagen konnte: «. . . wie auch ich überwunden habe.» Denn Tod und Grab waren die Grenze der Macht Satans, und da war ein Pfad, «den das Auge des Habichts nicht erblickt hat». Die Auferstehung und das Sitzen auf des Vaters Thron bezeugen trotz allem Widerspruch von Ihm, dass Er der Überwinder ist. «Seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden» (Joh. 16,33).
Es besteht jetzt eine gegenwärtige Gemeinschaft mit Ihm selbst, die die Welt nicht kennt, in der Er die Verheissung gibt: «Dem werde ich geben mit mir auf meinem Throne zu sitzen.» Denn die Versammlung kann durch Glauben mittelst des Heiligen Geistes in die Zukunft blicken und unterscheiden zwischen des Vaters Thron - auf welchen sich der Verworfene gesetzt hat - und dem Throne des Sohnes, auf welchen Er sich setzen und regieren wird. Sie kann die Wirkung sehen, die diesem Wechsel der Stellung folgen wird.
Wie kostbar für unsere Seelen, festzustellen, dass durch all die Verwirrung auf dem Pfade verwirkter oder verworfener Segnung hindurch, vom Ausgangspunkt in Eden an bis zum Throne des Vaters, Jesus Christus der Verherrlicher Gottes war und der Heiland der Erlösten! Verheissungen und Segnungen, die ursprünglich in die Hand des Geschöpfes gelegt waren, sind nun in Christo «Ja und Amen» geworden. Gaben und Berufungen, wofür notwendigerweise das Geschöpf verantwortlich war, warten darauf, in Erfüllung zu gehen zur Verherrlichung Gottes durch uns. Das Geschöpf selbst steht auf dem neuen Boden der Erlösung. Ein neues Leben ist durch den fleischgewordenen Sohn Gottes in die Welt gebracht worden, und durch Seinen Tod und Seine Auferstehung ist es allen, die an Ihn glauben, zuteil geworden. «Wer den Sohn hat, hat das Leben.»
Himmel und Erde warten auf die Stunde, von der Er gesagt hat: «Von jener Stunde weiss niemand, auch nicht die Engel der Himmel, sondern mein Vater allein» (Matt. 24,36). Er wird dann den Thron des Vaters verlassen und sich auf Seinen eigenen Thron setzen. Von diesem Zeitpunkt an und durch diesen Akt droben werden alle Dinge hier unten an ihren eigenen bezüglichen Platz gebracht, entweder entrückt, um für immer beim Herrn zu sein, oder aber durch gerichtliche Macht für den Abgrund und den Feuersee bestimmt, wo später der Teufel und seine Engel sein werden.
Wir sind am Ende der Geschichte der Güte Gottes gegenüber dem Menschen im Fleische und der verwirkten Segnungen angelangt. Es ist eine unaussprechliche Gnade unseres Herrn - der alles das wiedergebracht hat, was für Ihn selbst und für Gott verloren war, und alles in Seiner eigenen Hand hält für den kommenden Tag allumfassender Herrlichkeit - dass Er uns schon jetzt jene zukünftige Zeit vergegenwärtigt und - wie wir gesehen haben - alle Seine Errungenschaften dem Überwinder gibt während des Zeitabschnittes Seiner Verwerfung, zu einem bewussten Genuss mit Ihm selbst.
In dem Lichte dieser Liebe dürfen wir die Verheissungen an die sieben Versammlungen entgegennehmen, «das Fett essen, Süsses trinken» und so erfahren, dass die Freude an dem Herrn unsere Stärke ist (Neh. 8,10), während die Welt ihren eigenen Lauf verfolgt, achtlos gegenüber dem drohenden Sturm. Wir dürfen in der Zusicherung des Herrn Jesu ruhen: «Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch: euer Herz werde nicht bestürzt» (Joh. 14,27). Wie werden doch unsere Seelen durch die Gemeinschaft mit Christo von der Herrlichkeit, die der Mensch sucht, abgezogen! Als Überwinder werden wir zu einem innigeren Wandel mit Ihm geführt, um alle diese verschiedenen Verheissungen in der Verborgenheit des «weissen Steines» festzuhalten, auf den ein neuer Name geschrieben ist, «welchen niemand kennt, als wer ihn empfängt».
Wenn wir so unserer Verbindung mit Christo bewusst sind, werden wir von allem unabhängig, was auf der Erde ist. Alle unsere Segnungen in dieser Zeit, in der wir auf den Herrn warten, sind Segnungen, die «herabkommen»: denn «jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist noch ein Schatten von Wechsel» (Jak. 1,17). Weder dem Fleische noch der Welt, noch Satan verdanken wir etwas, lasst uns dessen bewusst sein. Anderseits sind wir nicht unser selbst und sind durch Gnade an diesen neuen Platz versetzt, um im Leib und im Geist - die Ihm gehören - zur Verherrlichung Gottes zu sein.
Den Überwindern verbleibt nur noch eine kleine Weile, in der noch viel zu tun ist. «Ich komme bald», ruft der Herr Philadelphia zu. «Halte fest, was du hast, auf dass niemand deine Krone nehme!» Dieses Wort der Ermunterung gilt auch uns, bis Er kommt.