Halte Fest
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Wir sind sein Haus

Halte fest Jahrgang 1992 - Seite: 126 - Verfasser: R. Liebi

Es ist eine wunderbare Tatsache, dass die Erlösten der Gnadenzeit zusammen das Haus Gottes bilden dürfen!

Woran denken wir, wenn wir etwas von der Versammlung als dem «Haus Gottes» hören?

In Anlehnung an wichtige Stellen wie Psalm 93,5,1.Timotheus 3,15 und 1.Petrus 2,5 verknüpfen wir diesen Begriff vielleicht mit «Heiligkeit» und «Hausordnung» oder mit «Offenbarung Gottes» oder mit «Priesterdienst». Wir wollen heute aber vor allem an das Wohnen denken. Ein Haus ist doch der Ort, wo man «zu Hause» ist, sich wohl fühlt und sich einer Atmosphäre des Vertrauens, der Liebe und des Angenommenseins erfreut. In jedem Haus braucht es zwar eine Hausordnung und klare Richtlinien für das Zusammenleben. Diese sind aber Mittel zum Zweck. Was müsste man von einer Familie halten, in der die Kinder denken würden, die Hausordnung sei das Wesentliche! Nun, ohne Hausordnung oder durch ihr Ignorieren wird ein glückliches Zusammenleben nicht möglich sein. Aber die Hausordnung ist nicht das Herz der Familie.

Kommen wir zum Haus Gottes zurück. Es ist der Ort, wo Gott wohnt (2.Kor. 6,16). Hier möchte sich Gott wohl fühlen. Das spricht zu unseren Herzen. Verhalten wir uns im Haus Gottes so, dass der Hausbesitzer gerne unter uns wohnt? Nirgends in der Welt, die von Ungerechtigkeit und Hass gekennzeichnet ist, kann sich Gott wohl fühlen - es sei denn in seinem Haus auf Erden. Gönnen wir ihm diese Freude in seinem Haus?

Das Haus Gottes ist aber auch der Ort, wo die Erlösten sich wohl und glücklich fühlen sollen. Tragen wir zu dieser Atmosphäre des Vertrauens und des Friedens bei? Nehmen wir einander auf gleichwie Christus uns aufgenommen hat (Röm. 15,7)?

Das im Alten Testament so häufig vorkommende Wort für «Tempel» ist in diesem Zusammenhang einer näheren Untersuchung wert:

Das hebräische Wort «hekhal» geht auf den sumerischen Ausdruck «e-gal» zurück. Er bedeutet «grosses Haus» («e» = Haus; «gal» gross). Das Haus Gottes ist auch heute ein grosses Haus. Es umfasst all die unzähligen Erlösten der Gnadenzeit.

Im Neuen Testament kommt der Ausdruck «grosses Haus» in einem sehr negativen Zusammenhang vor. In 2.Timotheus 2,16-22 sehen wir, was der Mensch angerichtet hat. Er hat den von Gott gezogenen Kreis erweitert, und vieles, was Gott in seinem Wort klar verurteilt, hineingebracht, ja, sogar Ungläubige mit eingeschlossen, ganz entgegen der apostolischen Lehre in 2.Korinther 6,11-18.

Ferner bedeutet «hekhal» im AT auch «Palast». Das Haus Gottes ist nach Gottes Gedanken ein prächtiges, repräsentatives und attraktives Haus! Sieht die Welt in unserer praktischen Darstellung des Hauses Gottes etwas von dieser Herrlichkeit? Wird sie durch das, was wir von diesem Haus praktisch ausleben, positiv beeinflusst, so wie dies bei den ersten Christen der Fall war (Apg. 2,47a)?

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Letzte Änderung am 27.03.2010.