Ablegen! Abweisen!
Halte fest Jahrgang 1971 - Seite: 289 - Verfasser: M. T.
Der Gläubige ist berufen, in seinem Wandel fortwährend eine Wahl zu treffen. Einerseits muss er das Vorzüglichere unterscheiden (Phil. 1,10) - ob es nun gilt, einen Dienst zu tun oder eine Gnade zu ergreifen - und anderseits hat er alles entschlossen abzulegen, was mit dem Willen Gottes nicht in Übereinstimmung ist. Im Neuen Testament werden wir sechsmal ermahnt, gewisse Personen oder Dinge abzuweisen oder abzulegen, während uns eine andere Stelle im Gegensatz dazu einlädt, etwas nicht wegzuwerfen.
Ungöttliche Fabeln
Der Apostel ermahnte Timotheus, die «ungöttlichen und altweibischen Fabeln» abzuweisen (1.Tim. 4,7). Ferner sollte Timotheus etlichen gebieten, «nicht andere Lehren zu lehren, noch mit Fabeln und endlosen Geschlechtsregistern sich abzugeben, die mehr Streitfragen hervorbringen, als die Verwaltung Gottes fördern, die im Glauben ist» (1,4). Es handelt sich dabei um jüdische Fabeln, die mehr oder weniger von den Schriften abgeleitet waren. Durch diese Erzählungen - Produkte menschlicher Einbildung suchte der Feind die Wahrheit zu verderben und die Gewissen und Herzen der Zuhörer der Wirksamkeit des Wortes zu entziehen. Man weiss, welches Ausmass dieses Böse im Laufe der Jahrhunderte in der Römischen Kirche erreicht hat, wo es weiter zunimmt, bis zu dem Tage, an dem es unter der Herrschaft des Antichrists seinen Höhepunkt erreichen wird. Dann wird Gott allen denen, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, eine wirksame Kraft des Irrwahns senden, dass sie der Lüge glauben (2.Thess. 2,9 ff.).
Es ist eine schlaue List der Schlange, die Wahrheit nicht frontal anzugreifen, sondern allmählich den Irrtum beizumischen, bis sie unkenntlich wird und sich in Aberglauben verwandelt. In unseren Tagen frisst dieses Übel um sich wie ein Krebs (2.Tim. 2,17), in allen Kreisen der bekennenden Christenheit. Aus Mangel an Wachsamkeit beginnen selbst wahre Gläubige den Horoskopen und den Talisman Glauben zu schenken, Holz zu berühren, in der Hoffnung, dadurch ein unerwünschtes Ereignis abwenden zu können, und irrige und schädliche Ansichten, die in religiösen Werken und Zeitschriften massenhaft verbreitet werden, als Wahrheit anzunehmen.
Hüten wir uns sorgfältig vor solchen Schlingen und verwerfen wir mit heiliger Energie die eitlen und unnützen Spekulationen des menschlichen Geistes, ob sie nun den Charakter von «ungöttlichen Fabeln», von «ungöttlichen, eitlen Reden» oder von «törichten und ungereimten Streitfragen» haben (1.Tim. 6,20 bis 21,2.Tim. 2,16.23, Tit. 3,9). Aber, noch mehr, lasst uns in der Einfalt des Glaubens an der Wahrheit festhalten und als treue Zeugen Jesu Christi dem Irrtum widerstehen, überall, wo wir dazu Gelegenheit haben! «Denen, die dich fürchten, hast du ein Panier gegeben, dass es sich erhebe um der Wahrheit willen» (Ps. 60,4). Lasst uns vom Geiste geleitet sein, damit wir den Mund zur richtigen Zeit öffnen, ohne uns in unfruchtbare Diskussionen zu verwickeln, weil diese nicht auf das Gewissen der Zuhörer einwirken und sie nicht in die Gegenwart Gottes bringen. Begnügen wir uns damit) die Botschaft des Evangeliums in Reinheit und Einfachheit zu verkündigen, es ist heute noch «Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden» (Röm. 1,16).
Der sektiererische Mensch
Paulus gab Titus die Anweisung: «Einen sektiererischen Menschen weise ab nach einer ein- und zweimaligen Zurechtweisung, da du weisst) dass ein solcher verkehrt ist und sündigt, indem er durch sich selbst verurteilt ist» (Tit. 3,10-11). Ein sektiererischer Mensch ist der, welcher im Schosse der Versammlung Parteiungen macht. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Irrlehrer handeln, obwohl dies häufig der Fall ist. Einem solchen Verhalten liegt fast immer eine persönliche Meinung über eine Schriftstelle zu Grunde, welcher Meinung ihr Urheber nach dem Masse seiner eigenen Eitelkeit grosse Bedeutung beimisst. Er verbreitet seine Ansichten um sich her, indem er andere Gläubige dafür zu gewinnen sucht, und er macht sich ihnen zum Anführer. Tatsächlich sondert er sie dadurch vom Herrn Jesus ab und leugnet damit die Einheit des Leibes des Christus.
Die Sekten haben also zum Ergebnis, dass Gläubige von der Versammlung selbst getrennt werden, und dass dem Menschen ein Platz gegeben wird, der dem Herrn allein zukommt. Daher sind solche Machenschaften ausserordentlich schwerwiegend und erheischen strenge Massnahmen: Nach einmaliger und zweimaliger Zurechtweisung muss der sektiererische Mensch «abgewiesen» werden. Man muss brechen mit ihm, denn ein solcher Mensch ist verkehrt und sündigt, indem er durch sich selbst verurteilt ist.
Der Apostel ermahnte die Gläubigen in Rom, acht zu haben auf die, welche Zwiespalt und Ärgernis anrichteten, entgegen der Lehre, die sie gelernt hatten, er gebot ihnen, sich von solchen abzuwenden und fügte bei: «denn solche dienen nicht unserem Herrn Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch süsse Worte und schöne Reden verführen sie die Herzen der Arglosen» (Röm. 16,17-18). Die Dinge haben seither nicht geändert und diese Warnung ist ganz aktuell geblieben. Besonders zeitgemäss ist sie im Blick auf die zahlreichen Theologen, die über die Person Christi und den Wert Seines Werkes lästerliche Lehren verbreiten oder die Echtheit und die Autorität der Schrift angreifen. Von solchen Leuten haben wir uns abzuwenden. «Einem Fremden aber werden sie (die Schafe) nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen» (Joh. 10,5). Weshalb denn? «Weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.» Die «süssen Worte» und die «schönen Reden» der Irrlehrer sollen uns nicht anlocken, um sie zu hören. Ein solches Verhalten wäre nur Eigenwille und Ungehorsam. Was für die Schafe gut ist, kommt nur vom guten Hirten. Nur Seine Stimme ist ihnen bekannt, so dass beim Hören einer anderen Stimme die Flucht ihre einzige Rettung ist. Sie kennen die Stimme der Fremden nicht) noch wollen sie sie kennen. Diese Warnung ist besonders wichtig für junge Gläubige, die wegen ihres Mangels an Erfahrung vermehrt den Schlingen Satans ausgesetzt sind. Möchten sie doch davon abstehen, all den ungesunden Lesestoff aufzunehmen, der unter dem Deckmantel einer «Kenntnis» veröffentlicht wird, die der Apostel «fälschlich sogenannte Kenntnis» nennt (1.Tim.6,20)!
Der Apostel Johannes empfahl der auserwählten Frau und ihren Kindern, die Menschen, die zu ihnen kommen und die Lehre des Christus nicht bringen würden (2.Joh. 10)( weder aufzunehmen noch zu grüssen. Lassen wir auch nicht die falschen Lehren, die in der Christenheit verbreitet werden, in unseren Geist eindringen, damit wir nicht an den bösen Werken ihrer Urheber teilnehmen (V. 11) und Gefahr laufen, in ihre Netze zu geraten. Wer die Wahrheit besitzt, hat keineswegs den Irrtum nötig, um seine Gewissheit zu befestigen. Die Wahrheit ist sich selbst genug.
Jede Bürde
Der Gläubige ist berufen, in der Rennbahn zu laufen, um den Preis zu erlangen. Dazu muss er alles ablegen, was ihn in seinem Lauf zum Ziel hemmen könnte, seien es Sorgen, irdische Schwierigkeiten oder Freuden, mit einem Wort: alles, was unseren Geist und unser Herz in Beschlag nimmt. «Lasst auch uns, indem wir jede Bürde... ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, hinschauend auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens» (Hebr. 12,1-2).
Der Wettkämpfer, entschlossen den Sieg zu erringen, wird sich mit keinerlei Bürde beladen, sondern sich ihrer unbedingt entledigen, um möglichst erleichtert zu sein und so zu den günstigsten Bedingungen laufen zu können.
Was dächte man wohl von einem Läufer, der, um sein Wohlbefinden besorgt, einen Sack voll Nahrung oder Geld mittrüge? Wäre er nicht schon von Anfang an disqualifiziert? Ach, sind wir nicht allzu oft «Wettkämpfer» von dieser Sorte? Wir wollen wohl laufen, aber ohne auf die «Bürden» zu verzichten, an die wir gekettet sind: geistliche Trägheit, Anbangen an irdischen Gütern, Selbstsucht in allen ihren Formen, ohne zu reden von der Weltlichkeit. Betrachten wir doch das Beispiel des Apostels Paulus, der alles für Dreck achtete, was ihn in seinem Lauf aufhalten konnte (Phil. 3,8)! Dies sollte unsere Einschätzung der Dinge der Welt sein, denn die Vorteile und die Schätze, die sie anbietet, wie auch alle ihre Eitelkeiten sind alles Netze unter unseren Schritten und Bürden, die uns beschweren. Wir haben sie wie ein unnützes Gewicht abzulegen.
Was Wunder, wenn so viele «Läufer» - vielleicht nach einem Verheissungsvollen Start - in Wirklichkeit nicht mehr laufen, sondern sich auf die Piste gesetzt haben, in der Absicht, ein wenig auszuruhen, ermüdet und behindert durch die vielen Bürden, die sie nicht haben ablegen wollen, bevor sie ihren Lauf begannen. Und sie sind nie wieder aufgebrochen. «Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen: und deine Armut wird kommen wie ein rüstig Zuschreitender, und deine Not wie ein gewappneter Mann» (Spr. 6,10-11). «Ein wenig.» Was für ein satanischer Fallstrick verbirgt sich in diesem harmlosen Ausdruck! Die «Bürde», die uns den Sieg und den Kampfpreis verlieren lässt, wird uns vom Feinde nie als etwas Gefährliches hingestellt, sondern im Gegenteil als etwas Erlaubtes, ja als etwas Unentbehrliches. «Es ist doch unbedingt nötig, dass ich arbeite, dass ich mich ausruhe, dass ich mich zerstreue» usw. Gewiss, aber sobald diese sogenannten erlaubten Dinge in unserem Herzen den Platz einnehmen, der dem Herrn gehört, stellen sie eine Bürde dar, die wir abzulegen haben, ansonst wir den Lauf verlieren. Der Herr hat in dieser Beziehung ernste Worte ausgesprochen, die zu beachten wir wohl tun: «Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist geschickt zum Reiche Gottes... Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein... Also nun, jeder von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, kann nicht mein Jünger sein» (Luk. 9,62,14,27.33).
Wie aber können wir jede Bürde ablegen? Indem wir auf Jesum hinschauen. So wird unser Herz mit Ihm beschäftigt sein, unsere Zuneigungen werden einen göttlichen Gegenstand haben und wir werden von allem befreit sein, was uns hindern kann. «In der Tat, in Christo findet sich nicht nur, was den Zuneigungen des neuen Lebens und der neuen Natur, die wir besitzen, entspricht, sondern auch die Kraft, um das zu meiden, was ihnen nicht entspricht und vom Fleische ist» (H. R.). Auf diese Weise von jeder Bürde befreit, können wir den vor uns liegenden Wettlauf laufen. Je mehr wir vorankommen, desto besser erkennen wir das herrliche Ziel, dem wir entgegeneilen, und desto kostbarer wird es uns. Dieses Ziel ist Christus selbst, ein himmlischer Christus, in welchem wir die Verheissungen erlangen.
Die Sünde
Ausser jeder Bürde haben wir auch die Sünde abzulegen, um auf der Rennbahn laufen und den Preis erlangen zu können. Von der Sünde wird gesagt, dass sie uns leicht umstricke. In der Tat, das Fleisch ist noch in uns, so dass, wenn wir nicht wachen, die Eitelkeiten und die Unreinheiten der Welt auf dieses einwirken und die Begierden des Herzens erregen. Von da bis zur Sünde ist - ach! - nur ein Schritt, der aus Mangel an Wachsamkeit so oft getan wird. Dann sind wir in die Netze der Sünde verflochten und werden in unserem Lauf aufgehalten.
Wir müssen also in unserem täglichen Wandel wohl auf der Hut sein vor den scheinbar unbedeutenden Dingen, die uns von der inneren Heiligkeit und der Absonderung des Herzens für den Herrn ablenken könnten. Man muss die Sünde ablegen, den Versuchungen des Feindes eine energische Weigerung entgegensetzen und sich zum Herrn halten. Da, in dem Lichte Seiner Gemeinschaft, werden wir vor dem Fall bewahrt. Wie für das Ablegen der Bürde, besteht das Hilfsmittel zur Befreiung von der Sünde darin, «hinzuschauen auf Jesum». Sobald wir auf Ihn blicken, tritt der neue Mensch in Tätigkeit, und dessen Zuneigungen für die Person Christi werden dadurch gestärkt, das Herz ist befreit von der Lust durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in der neuen Natur wirkt und die Dinge ausschliesst, die auf den alten Menschen wirken. «Schaut man auf Jesum, gibt es nichts Leichteres, schaut man auf sich selbst, gibt es nichts Unmöglicheres... In Ihm, und in Ihm allein, wirft man ohne Vorbehalt jedes Hindernis von sich, die Sünde bekämpft man nicht durch das Fleisch» (J.N.D.).
Die Schrift zählt einige bestimmte Sünden auf und ermahnt uns, diese abzulegen. So haben wir «alle Unsauberkeit und alles Überfliessen von Schlechtigkeit» abzulegen (Jak. 1,21), «alle Bosheit und allen Trug und Heuchelei und Neid und alles üble Nachreden» (1. Pein 2,1), «die Lüge» (Eph. 4,25), «Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Munde» (Kol. 3,8).
Alle diese Dinge sind die Frucht des Eigenwillens und des natürlichen Herzens und infolgedessen unvereinbar mit dem Leben Christi in uns. Solcherlei Kundgebungen des alten Menschen sind auch in völligem Widerspruch zum Beispiel, das uns der Herr in Seinem Wandel hienieden gegeben hat. Der Gläubige hat ja, weil mit Christo gestorben, den alten Menschen ausgezogen, mit allem, was ihn kennzeichnet, und den neuen Menschen angezogen, der dem Bilde Dessen entspricht, der ihn erschaffen hat. Das Leben des neuen Menschen muss sich also in der Praxis offenbaren. Dazu haben wir einerseits alles abzulegen, was vom alten Menschen kommt, dieser verderbten Quelle, aus welcher «alle Unsauberkeit und alles Überfliessen von Schlechtigkeit» entspringt, und anderseits die Wesenszüge der neuen Natur zu zeigen, d.h. das Leben Christi in uns. Nur der Heilige Geist kann uns zur Verwirklichung dieser Dinge führen.
Jede Sorge
Wir werden in 1.Petrus 5,7 ermahnt, alle unsere Sorge auf Gott zu werfen, denn Er ist besorgt für uns. Diese Gewissheit befestigt unsere Herzen. Wenn wir alle unsere Anliegen unserem Vater übergeben, können wir unseren Weg in Frieden ziehen, im glücklichen Bewusstsein, dass alle Dinge zu unserem Guten mitwirken (Röm. 8,28). Aber dies erfordert Energie des Glaubens, denn die Unruhe ist nichts anderes als eine Frucht des Fleisches. Der Heilige Geist flüstert uns nie schwarzseherische Gedanken ein, «denn Gott bat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit» (2.Tim. 1,7). Hüten wir uns davor, Ihn zu betrüben, sonst wird das Fleisch, diese Brutstätte des Teufels, Unglauben hervorbringen, wovon die Unruhe einer der schlimmsten Formen ist. Haben wir unsere Sorge in die Hände Gottes gelegt, nehmen wir sie oft sogleich wieder auf und fahren fort, uns damit abzuquälen. Wir vergessen dabei, dass uns der Herr beauftragt hat, Ihm «an das jenseitige Ufer vorauszufahren» (Mark. 6,45 ff.), wo Er uns folglich, trotz aller Stürme, sicher an Land bringen will.
Was können wir also in einem solchen Fall anderes tun, als unsere Sorge aufs Neue auf Gott zu werfen, an Dessen Fürsorge und Macht es niemals mangeln wird? «Seid um nichts besorgt», sagt Er uns. Wenn wir diese Ermahnung wörtlich befolgen, wird Sein Friede, der allen Verstand übersteigt, unsere Herzen und unseren Sinn bewahren in Christo Jesu (Phil. 4,6.7). Wir sind dann in die Heiligtümer Gottes eingeführt, geborgen in Seiner Hütte und verborgen in dem Verborgenen Seines Zeltes, wo wir vor Freude jubeln können bis das Verderben vorübergezogen ist (Ps. 73,17; 27,5; 57,1; 63,7). Da können uns die feurigen Pfeile des Bösen nicht erreichen. Das war das Teil unseres Herrn Jesus während Seines Lebens hienieden. Trotz aller Prüfungen, denen Er jeden Augenblick begegnete, hat Er nie aufgehört, einen vollkommenen Frieden zu geniessen, der Seiner unveränderlichen Gemeinschaft mit dem Vater entsprang, gegründet auf unbedingten Gehorsam und unerschütterliches Vertrauen.
Möchten wir also lernen, alle unsere Sorgen auf Gott zu werfen, damit wir mit David sagen können: «Mir wird nichts mangeln... Fürwahr, Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens.»
«Werfet eure Zuversicht nicht weg»
Nach allen diesen Dingen, die wir ablegen sollen, gibt es etwas, das wir im Gegenteil nicht wegwerfen dürfen: unsere Zuversicht, unser Vertrauen. «Werfet nun eure Zuversicht nicht weg, die eine grosse Belohnung hat» (Hebr. 10,35). Es geht um unser Vertrauen in den Herrn und in Seine Verheissungen. Hüten wir uns, dieses aufzugeben, denn das hiesse, das Vertrauen in die Treue des guten Hirten verlieren. Eine solche Haltung, die unvereinbar ist mit dem Glauben, hätte zum Ergebnis, dass wir auf dem Wege fielen und zur Welt zurückkehrten. «Wir aber sind nicht von denen, die sich zurückziehen zum Verderben, sondern von denen, die da glauben zur Errettung der Seele» (V. 39).
Bald werden wir das herrliche Ziel des Glaubens erreichen und den Preis der himmlischen Berufung erlangen. Halten wir also unser Vertrauen fest, welches eine grosse Belohnung hat. Dazu müssen wir Geduld beweisen und bis zum Ende im Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes ausharren, was Er uns auch immer für Übungen zumessen mag, um den unsrigen zu brechen. «Die Trübsal bewirkt Ausharren» (Röm. 5,3). Dieser Leidenspfad führt uns zum Vaterhaus, wo wir ewiglich die «Verheissung», d.h. die Ruhe Gottes, die Glückseligkeit und die Herrlichkeit des Himmels, die Gegenwart des Herrn Jesus und unser vollkommenes Einssein mit Ihm geniessen werden.
Dieser Tag ist nahe: «Noch über ein gar Kleines, und der Kommende wird kommen und nicht verziehen» (V.37). Inzwischen haben wir durch den Glauben in dieser Hoffnung zu leben: «Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.» Bleibt unser Glaube fest, dann werden wir unser Vertrauen nicht wegwerfen und «grosse Belohnung», «die Verheissung» empfangen.