Halte Fest
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Vier Wahrheiten, die jeder Gläubige über die Errettung wissen sollte

Halte fest Jahrgang 1990 - Seite: 286 - Verfasser: E. C. Hadley

Junge Gläubige sind manchmal verwirrt und beunruhigt über ihren geistlichen Zustand; sie zweifeln an ihrer Errettung, weil es so viele Niederlagen in ihrem Leben gibt. Deshalb möchte ich vier Punkte aufzählen, die denen, die durch solche Gedanken beunruhigt sind, eine wirksame Hilfe sein können.

1. Wenn wir als verlorene Sünder zum Herrn Jesus kommen und Ihn im Glauben als Heiland annehmen, vergibt und rechtfertigt Gott uns aufgrund des geflossenen Blutes Jesu Christi (Röm. 3,23-26).

Als der Herr Jesus am Kreuz hing, wurden alle unsere Sünden auf Ihn gelegt, und Er trug die Strafe für sie, so dass es für die, welche den Herrn als ihren Erlöser angenommen haben, kein Gericht für Sünden mehr geben kann. Jede Sünde, die in unser Leben kommt, ist schon gerichtet und bestraft worden. Das geschah damals, als Christus für uns am Kreuz starb (Jes. 53,5.6; Hebr. 9,28; 10,12-14).

Vielleicht sagt nun jemand: Wenn das wahr ist, dann macht es ja keinen grossen Unterschied, ob ich nun weiter sündige oder nicht.

Doch, es macht enorm viel aus, denn es gibt noch drei weitere Punkte, die im Blick auf die Errettung zu beachten sind.

2. Wenn du Christus als deinen Heiland annimmst, schenkt dir Gott nicht nur Vergebung und Rechtfertigung, Er gibt dir auch eine neue Natur. Du bist von neuem geboren und Gottes Kind geworden (1.Petr. 1,23; Jak. 1,18; 2.Petr. 1,4). Die neue Natur, die du empfangen hast, als du von neuem geboren wurdest, liebt Gott und hasst die Sünde. Dadurch fühlst du dich nicht mehr wohl, wenn Sünde in dein Leben kommt. Die neue Natur weckt in dir den Wunsch, ohne Sündigen zu leben, und macht dich elend, wenn du sündigst. Kein wiedergeborener Christ kann in der Sünde glücklich sein.

Einige mögen fragen: Warum tue ich diese sündigen Dinge, wenn ich doch eine neue Natur habe, die das nicht zu tun wünscht? Ich möchte wirklich nicht sündigen, aber ich finde, dass ich trotz all meiner guten Absichten diesen Dingen doch nachgebe und sie aufs neue tue.

Der Grund dafür ist, dass du nicht nur eine neue Natur hast, die die Sünde hasst und die sich elend fühlt, wenn du sündigst, sondern dass du auch noch die alte Natur hast, die das Böse liebt. Es geht in dir also ein Kampf vor sich. Die alte Natur will sündigen, aber die neue hasst dies.

Daneben hast du ein Gewissen, das dir sagt, dass das, was die neue Natur wünscht, recht ist, und dass das Begehren der alten Natur immer verkehrt ist. Aber deine Erfahrung ist, dass in Zeiten der Versuchung die alte Natur mit ihren Wünschen und Lüsten für sündige Dinge sehr oft die stärkere ist und dich in Sklaverei führt. Dann tust du die Dinge, die deine neue Natur hasst und die dein Gewissen missbilligt.

Nach geschehener Sünde tut es dir leid, und du nimmst dir vor, dies nie wieder zu tun. Es scheint jedoch, als hättest du keine Kraft, diese guten Entschlüsse und Vorsätze auch auszuführen, wenn die Versuchung kommt.

Was ist dagegen zu tun? Hier kommt der dritte Punkt im Blick auf die Errettung zum Tragen.

3. Wenn du von neuem geboren bist und Christus als deinen Erretter angenommen hast, gibt dir Gott seinen Heiligen Geist, damit Er in deinem Herzen wohne (Eph. 1,13; Gal. 4,6). Der Heilige Geist giesst die Liebe Gottes in unsere Herzen aus und bewirkt, dass wir den Frieden Christi in unseren Seelen fühlen. Dann sind wir glücklich (Röm. 5,1.5). Sobald du aber der Sünde Raum lässest, verlierst du diese Freude. Dann ist der Heilige Geist betrübt. Er kann dir keine Freude schenken, wenn du der Sünde nachgibst, denn das würde dich in den sündigen Dingen, die Er hasst, unterstützen. Er ist eins mit Gott, dem Vater, und mit Gott, dem Sohn, in seinem Hass gegenüber der Sünde und in seiner Liebe zur Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph. 4,30).

Der Heilige Geist ist dir nicht nur gegeben, um die Liebe Gottes in dein Herz auszugiessen, sondern auch, um dich durch seine Kraft zu befähigen, den Begierden der alten sündigen Natur gegenüber Nein zu sagen. Weiter setzt Er dich in den Stand, dem Willen Gottes zu leben und das zutun, was Ihm wohlgefällt, d.h. das, was auch das Verlangen deiner neuen Natur ist Du musst dich ganz auf die Kraft des Geistes stützen, um zur Sünde «Nein», zum Willen Gottes hingegen «Ja» zusagen. Genau das ist in Galater 5,16 gemeint, wo wir lesen: «Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.»

Das ist vergleichbar mit Petrus, der auf dem Wasser wandelte. Solang er auf den Herrn blickte und mit Ihm rechnete, dass Er ihn aufrechterhalte, ging alles gut. In dem Augenblick, da er auf die Wellen schaute und fürchtete, sie könnten zu hoch für ihn werden, um darauf zu gehen, begann er zu sinken. Warum? Weil er sich nicht länger auf die Kraft Christi stützte, als stark genug, um ihn aufrechtzuerhalten. In unserem praktischen Christenleben müssen wir uns im Vertrauen auf den Herrn stützen, dass Er uns bei jedem Schritt durch die Kraft seines Geistes, der in uns wohnt, aufrechterhalte (Matth. 14,24-31; Joh. 15,4.5).

4. Die Errettung bringt uns in die Gemeinschaft mit Gott. Zwischen Gott und dir, seinem Kind, herrscht ein glücklicher Kontakt. Du darfst mit Ihm als deinem Vater reden, und du kannst dich an dem freuen, was Er dir mittels seines Geistes durch sein Wort zu sagen hat. Du hast völlige Freiheit, mit jeder Sache zu Ihm zu gehen. Du darfst mit Ihm über alle deine Nöte und Probleme reden, genauso wie ein Kind, das sich von seinem irdischen Vater geliebt weiss, ihm gegenüber frei ist. Er macht dich glücklich durch sein Lächeln.

Wenn ein Kind seinem Vater nicht gehorcht, dann ist es ihm nicht mehr wohl in der Gegenwart seines Vaters. Es weiss genau, dass der Vater mit dem, was es getan hat, nicht einverstanden ist. Anstatt sich der glücklichen Gemeinschaft zu erfreuen, merkt es, dass sein Vater es zurechtweisen oder sogar die Rute gebrauchen muss.

Ebenso ist es mit unserem himmlischen Vater. Wenn wir gesündigt haben, bleiben wir trotzdem seine Kinder, und es bleibt immer noch wahr, dass Christus das Gericht über diese Sünde schon getragen hat. Sie ist durch sein Opfer am Kreuz, das ein für allemal für die Sünden gebracht worden ist, gesühnt. Aber der Genuss unserer Gemeinschaft mit dem Vater und unserem Erretter ist unterbrochen, und der Heilige Geist, der in uns wohnt, ist betrübt. Unser himmlischer Vater muss uns für unseren Ungehorsam zurechtweisen und vielleicht sogar züchtigen, besonders dann, wenn wir auf dem verkehrten Weg schon weit fortgeschritten sind.

Wenn wir aber in demütiger Gesinnung, aufrichtig betrübt über unsere Sünde und unseren Ungehorsam, zu Ihm kommen, Ihm alles bekennen, dann kann und wird Er uns vergeben, wie ein Vater seinem Kind vergibt. Dadurch können wir die Gemeinschaft wieder geniessen, so dass wir uns in seiner Gegenwart aufs neue frei und glücklich fühlen (1.Joh. 1,9).

Nun haben wir gesehen, was geschieht, wenn ein Kind Gottes sündigt. Es ist nicht verloren und geht nicht mehr verloren, weil Gott den Gläubigen auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi für unsere Sünden angenommen hat. Ebensowenig ist dadurch seine Beziehung zu Gott unterbrochen. Es ist immer noch Gottes Kind und Gott ist immer noch sein Vater. Aber die praktische Gemeinschaft mit dem Vater ist unterbrochen, der Heilige Geist ist betrübt, und es unterliegt der Züchtigung des Vaters. Wenn es sich aber darüber demütigt und seine Sünde dem Vater bekennt, wird die praktische Gemeinschaft wiederhergestellt.

Durch unser Sündigen als Gläubige verlieren wir aber etwas, das nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Der Herr Jesus sagt, dass ein Becher Wasser, in seinem Namen gegeben, nicht vergessen werden wird. Alles, was wir getan haben, um Ihm zu gefallen, wird Er einmal belohnen. Deshalb, wenn wir, anstatt der Sünde nachzugeben, gehorsam geblieben wären und das Ihm Wohlgefällige getan hätten, würde uns dafür ein Lohn im Himmel in Aussicht stehen. Aber nun haben wir diese Belohnung verscherzt, weil wir die Gelegenheit, diesen Lohn zu bekommen, verpasst haben. Das ist ein ewiger Verlust, denn jede Belohnung, die der Herr im Himmel schenken wird, ist eine ewige. Wir hätten sie in alle Ewigkeit besessen, um uns daran zu erfreuen, wenn wir gehorsam und treu gewesen wären! Dieser Gedanke sollte uns wachsamer machen, um heute und in der kommenden Zeit, in der wir noch auf der Erde leben, solche Verluste zu vermeiden. Wir müssen jede Gelegenheit, dem Herrn treu zu sein, nützen; denn wenn wir sie uns entgehen lassen, wird sie und die damit verbundene Belohnung für Treue für immer vorbei und endgültig verloren sein.

Wir werden die ganze Ewigkeit zur Verfügung haben, um uns am Überwinderlohn zu freuen, aber wir besitzen nur den gegenwärtigen Augenblick, um ihn zu erlangen. Wenn wir die schnell vorbeifliegenden Augenblicke nicht zum Sieg über die Sünde nützen, werden wir keinen Lohn haben, um uns daran zu erfreuen. Im Himmel kann man keine Siege mehr erringen. Sie alle müssen jetzt oder nie gewonnen werden.

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Letzte Änderung am 27.03.2010.