Halte Fest
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Äusserlichkeiten

Halte fest Jahrgang 1977 - Seite: 9 - Verfasser: M. G.

A. Unsere Stellung in dieser Welt

Wenn wir nach der gottgewollten Stellung des Christen in dieser Welt fragen, so lautet die Antwort noch gleich wie vor 2000 Jahren. Damals redete der Herr Jesus von den Seinen zu seinem Vater im Himmel: «Ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir... Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt bin» (Joh. 17,11.14.16). Gehört der Gläubige heute mehr zur Welt als damals? Nein! Wir sind herausgerettet (Gal.1 ,4) und gehören nicht mehr zu diesem gottfeindlichen System. Unser Bürgertum ist in den Himmeln (Phil. 3,20).

B. Zwei Klassen von Menschen

Heute, in der Gnadenzeit, sieht Gott auf dieser Erde nur zwei Klassen von Menschen: solche, die an den Herrn Jesus und sein Erlösungswerk glauben und solche, die nicht glauben. Die Bibel braucht für diese beiden Gruppen verschiedene Ausdrücke aber sie redet niemals von einer dritten.

Kinder des Gehorsams

Söhne des Ungehorsams

1.Petr. 1,1

Eph. 2,2.3

Himmelsbürger

Erdenbürger (die auf der Erde wohnen)

Phil. 3,20; Joh. 17,14.16; Hebr. 13,14

Offb. 3,10; 6,10; 1.Joh. 4,5; Joh. 17,6

Kinder Gottes

Kinder des Teufels

1.Joh.3,1; 1.Joh. 3,10

1.Joh. 3,10; Joh. 8,44

Leider sehen wir diese Aufteilung des Menschengeschlechts nicht so offensichtlich, wie Gott sie in seinem Wort beschreibt. Woran liegt es? Nicht weil die Kinder dieser Welt ihre Stellung verleugnen, sondern weil man die Kinder Gottes in ihrem Wandel oft kaum von ihnen unterscheiden kann. Welch eine Unehre für unseren Gott!

Möchte doch jeder Leser die nachstehenden Punkte beherzigen und sein Leben im Licht des Wortes Gottes prüfen. Es freut das Herz Gottes, wenn Er sieht, wie seine Kinder auch in den Äusserlichkeiten nach seinem Willen fragen und Ihm gehorchen.

C. Der Gläubige gesehen als Mann oder als Frau

Als Gott Menschen ins Leben rief, bildete Er sie als Mann und Frau (1.Mose 1,27). Er schuf also zwei verschiedene Wesen. Diese göttliche Ordnung gilt für diese Erde, nicht für die Ewigkeit. In Christus wird dieser Unterschied, was die Verheissung aus Glauben betrifft, sogar aufgehoben (Gal. 3,26-28). Im Himmel wird es einmal nur gereinigte und geheiligte Menschen geben. Von einer Unterscheidung nach dem Geschlecht wird nicht mehr gesprochen (Luk. 20,35.36).

Leider haben aber viele Gläubige vergessen, dass diese göttliche Schöpfungsordnung für sie noch Gültigkeit hat, solange sie in dem Leib der Schwachheit auf dieser Erde leben. Sie kümmern sich überhaupt nicht mehr um diese Ordnung. Und was noch viel schlimmer ist, sie übernehmen Grundsätze, Ansichten und Bräuche, die in der Welt üblich sind, obwohl sie nicht mehr zu ihr gehören. Ja, stehen wir nicht alle in dieser Gefahr?

a) Die Bibel gibt Antwort

Auch wenn wir Kinder Gottes geworden sind, bleiben wir seine Geschöpfe, die dem Schöpfer unterworfen sind. Wo finden wir, was Er verordnet hat? Nicht in der Welt um uns her. Sie hat sich schon längst einem anderen Fürsten unterworfen, Satan, dem Feind Gottes. Was wir also um uns her sehen, läuft den Grundsätzen unseres Gottes entgegen, denn es wird ja von seinem Widersacher gelenkt. Wenn wir uns also an den heute herrschenden Bräuchen und Ansichten, an dem, was modern ist, orientieren, sind wir schlecht beraten. Das einzig gültige für uns ist das Wort Gottes. Nun beantwortet die Bibel aber nur sehr wenige Fragen konkret. Warum? Gott möchte nicht, dass die Seinen durch Gebote und Verbote geleitet werden, sondern durch eine Herzensverbindung mit Ihm. Er wünscht, dass wir Ihn in seinem Wesen kennen lernen, dass wir sein Herz verstehen und die Ratschlüsse, die Er gefasst und ausgeführt hat. Um uns das möglich zu machen, musste Er sich uns offenbaren. Er tat es in seinem Sohn, dem ewigen Wort, und in der Bibel, dem geschriebenen Wort. Darin hat Er uns die Grundsätze mitgeteilt, nach denen Er handelt. Ja, so tief hat sich der grosse Gott zu seinen Geschöpfen herabgeneigt!

Kehren wir nun zurück zur Schöpfungsordnung Gottes, worin Er Mann und Frau schuf. Es liegt Ihm sehr viel daran, dass wir diesen Unterschied auch in den äusseren Dingen aufrechterhalten. Dazu gibt uns die Heilige Schrift verschiedene Hinweise:

b) Abbild und Illustration

Mann und Frau dürfen in der Ehe ein Abbild des grossen Gedankens Gottes über Christus und seine Versammlung sein (Eph. 5,25-32). Es ist gegen seinen Willen, wenn die Menschen die Ehe abschaffen und dafür das Konkubinat einführen.

Die Stellung von Mann und Frau soll die göttliche Rangordnung demonstrieren. Der Mann ist das Haupt der Frau. Er selbst aber ist Christus unterworfen und über allem steht Gott (1.Kor. 11,3). Die Unterwürfigkeit der Frau steht also nicht für sich allein da. Sie bildet einen Teil der wunderbaren Ordnung Gottes. Leben wir Männer unseren Frauen unsere Unterwürfigkeit unter Christus vor? Dürfen wir diese von ihnen erwarten, wenn wir selbst dem eigenen Willen leben? - Auch die Kopfbedeckung der Frau hat keineswegs eine nebensächliche Bedeutung. Die Frau darf damit ihre gottgemässe Stellung zum Ausdruck bringen (1.Kor. 11,6-10).

c) Die Haare

Die Haarfrage wird in der Bibel, genau wie die Frage bezüglich der Stellung der Frau, als eine der wenigen konkret beantwortet (1.Kor. 11,14.15; Hohel. 7,5; Hes. 44,20).

Der Mann soll in der Schöpfung das Bild Gottes sein (1.Kor. 11,7). Gott hat ihm eine übergeordnete, aber auch verantwortungsvolle Stellung gegeben. Daher soll er unbedeckten Hauptes beten oder weissagen. Seine kurzen Haare dürfen von dieser Ehre, die Gott ihm gegeben hat, ein Zeugnis sein. Wollen wir Männer uns leichtsinnig dieser Verantwortung entziehen und diese Ehre aufgeben, indem wir langes Haar tragen, wie es heute bei vielen üblich ist? Welch eine Verunehrung Gottes!

Von der Frau wird in 1.Korinther 11,6 gesagt, dass wenn sie unbedeckt betet, ihr auch das Haar abgeschnitten werde. Dass will sagen: durch die Nichtanerkennung ihrer gottgemässen Stellung (Verweigerung der Kopfbedeckung), macht sie sich stellungsmässig zum Mann. Dann soll ihr auch das Haar kurz geschnitten werden, sagt das Wort. Ja, so scharf redet die Bibel!

Lasst uns ernstlich bedenken, dass hinter vielem was modern ist, d.h. hinter dem, was die Welt aus ihrer ungöttlichen Anschauung heraus erfindet und praktiziert, Satan, ihr Fürst steht. Er hat es nur darauf abgesehen, auch alles Äusserliche, das von der göttlichen Schöpfungsordnung redet, abzuschaffen und ins Gegenteil zu verkehren. Es ist ein ernster Gedanke, den wir nicht leichtfertig behandeln sollten.

d) Die Kleidung

Auch da hat Satan versucht, zu vermischen. Gott schuf die beiden Geschlechter und es ist eine grosse Beleidigung für Ihn, wenn man heute Mann und Frau nach der Kleidung kaum mehr unterscheiden kann. Gottes Wort beantwortet die Kleiderfrage nicht konkret. Gott wusste von Anfang an, wie vielen Rassen und Völkern auf den verschiedensten Teilen der Erde das Evangelium verkündigt würde. Er wusste um die Verschiedenheiten von Klima und Kultur und hat dies berücksichtigt. Aber jedem Gläubigen gab Er die gleiche Bibel in die Hand. Darin finden wir seine Grundsätze und die gelten für alle. So lasst sie uns beachten! - Woher kam eigentlich die Kleidung? Das erste Kleid war kein Schmuck, kein Mittel zur Befriedigung der Eitelkeit, sondern ein Gegenstand tiefer Demütigung. Es war eine beständige Erinnerung an das verlorene Paradies. Das Kleid ist eine Folge des Sündenfalls.

  • Gott bekleidete das erste Menschenpaar um ihre Blösse zu bedecken (1.Mose 3,7.21). Tun das heute unsere Kleider immer? Sind sie nicht oft dazu da, die Lust des anderen Geschlechts zu erregen, die dann oft zur Sünde führt? Die weltliche Mode bezeichnet sich selbst gern als «frech». Wie weit machen die Christen da mit?
  • Gott möchte, dass durch die Kleidung der Unterschied der beiden Wesen Mann und Frau äusserlich gesehen werde (5.Mose 22,5). Gott heisst eine Mode (Uni-Look), bei der Mann und Frau praktisch das gleiche tragen, niemals gut. Es widerspricht Ihm. Nur der Teufel wünscht eine solche Vermischung.
  • In Bezug auf die Kleidung der Frau finden wir in der Schrift zwei sehr ähnlich lautende Stellen: 1.Tim. 2,9.10 und 1.Petr. 3,1-4. Die erste bezieht sich auf das Verhalten im Hause Gottes, die zweite auf unser Verhalten gegenüber den Ungläubigen. Warum gibt es aber Christen, die einen grossen Unterschied machen in ihrer Kleidung, wenn sie zu den Zusammenkünften der Gläubigen gehen, oder sonst irgendwohin?

D. Andere Äusserlichkeiten

Es gibt noch andere Dinge in unserem Leben, die wir wohl überdenken sollten:

a) Die Bewegung zur Emanzipation der Frau

Diese Bewegung, die heute bald alle ihre Ziele erreicht hat, wirft viele Fragen auf, bei denen es um Äusserliches geht. Ich möchte darauf nicht eingehen, sondern auf die im gleichen Verlag erschienene Schrift «Die Stellung der Frau nach dem Worte Gottes» von J. Graf hinweisen. Darin werden diese Punkte von der Bibel her beleuchtet.

b) Die moderne Musik

Das Wort Gottes fordert uns an mehreren Stellen auf, zu singen (Kol. 3,16). Das gehört zu einem wahren Christen. Um Worte singen zu können, brauchen wir eine Melodie. Sollen wir aber irgendeine Musik nehmen, um geistliche Worte zu vertonen? Die Bibel gibt dafür keine konkrete Antwort. Dennoch wollen wir folgendes bedenken: Der Mensch besteht aus Geist, Seele und Leib. Mit einem Lied wird der ganze Mensch angesprochen. Der Text wendet sich an den Geist, die Melodie an die Seele und der Rhythmus an den Körper. Schon beim einfachsten Lied hat aber das Seelische das Schwergewicht gegenüber dem Geistlichen. Die hartrhythmische Musik spricht sogar den körperlichen Bereich am stärksten an. Wird beim Menschen das Seelische oder Körperliche zu stark betont, führt es leicht zu Schwärmerei und kann in einem Rauschzustand enden (Ekstase). Das ist aber das Gegenteil von Nüchternheit, die für den Christen unentbehrlich ist. (1.Kor. 15,34; 1.Thess. 5,6; 1.Tim. 3,2.11; 2.Tim. 2,26; 4,5; Tit. 2,1; 1.Petr. 1,13; 4,7; 5,8).

Lasst uns dies ernstlich erwägen, bevor wir Melodien mit harten Rhythmen zu geistlichen Worten singen, auch bei Evangelisationen. Es besteht die Gefahr, dass sie ein Hindernis sind für echte Bekehrungen, da sie die Seele und den Leib anregen, ohne das Herz und den Geist zu erreichen.

c) Moderne Bibelübersetzungen

Auch das ist eine Äusserlichkeit. Zwar mag man einwenden: Das Wichtigste ist doch, dass ich die Bibel lese; welche Übersetzung ich verwende, ist doch nebensächlich. Ja, wir sind froh für jeden Menschen, der die Bibel liest. Aber vielleicht ist es doch angebracht, über folgende Punkte nachzudenken:

Moderne Übersetzungen streben vielfach eine leichtfassliche Sprache an und weichen dadurch oft stark vom Grundtext ab. Aber die Bibel ist weder ein Roman, den man zum Zeitvertreib liest, noch eine Zeitung, die man überfliegt. Sie ist das Wort aus Gottes Mund, das uns nährt (5.Mose 8,3; Luk. 4,4). Zum Essen gehört auch das Kauen. Die Bibel muss man langsam lesen.

Moderne Übersetzungen wurden oft in Zusammenarbeit mit ungläubigen Textkritikern erstellt. Aber ein Mensch, der den Heiligen Geist nicht besitzt, wie kann er eine Übersetzung des inspirierten Wortes Gottes richtig beurteilen? Es ist unmöglich! (1.Kor. 2,14).

Lasst uns Gott vermehrt danken, dass wir in unseren Sprachen, wie Deutsch, Französisch und Englisch, so gute, wortgetreue Übersetzungen nach dem Grundtext besitzen und machen wir guten Gebrauch davon!

  3.83 (6 Stimme(n))
  

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Letzte Änderung am 29.03.2010.