Halte Fest
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Das Gebet

Halte fest Jahrgang 1967 - Seite: 102 - Verfasser: M. E.

Im Gebet begegnen sich vor allem zwei Elemente: meine Bedürfnisse - und Gottes Gnade und Macht, die ihnen entsprechen können. Noch viele andere Vorteile sind mit dem Gebet verknüpft, doch werden diese beiden Dinge niemals darin fehlen.

Die Worte: «Siehe, er betet», waren daher ein Beweis, dass Saulus von Tarsus wirklich bekehrt war. Sein Gebet zeugte vom Gegenteil seines früheren Selbstvertrauens, das der Mensch seit dem Fall in sich herumträgt; es war die Sprache der Bekehrung. Das Vertrauen in Gott war erwacht, und Saulus hatte jetzt ein Bewusstsein, dass Er voller Güte ist und Seine Liebe gegen uns sich darin erwiesen hat, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Der Anblick Jesu auf dem Kreuze liess auch im Herzen des Schächers das Vertrauen wach werden, und er wandte sich an Ihn mit der Bitte: «Gedenke meiner, Herr, wenn du in dein Reich kommst.» Ist in meiner Seele das Vertrauen gegen Gott erwacht und gleichzeitig auch das Gefühl meiner Unfähigkeit, den Schwierigkeiten zu begegnen, so wende ich mich im Gebet zu Gott.

Auf ein solches Gebet hin gewährt Er mir nicht nur Hilfe in der Sache, die mich beschäftigt. Er gibt mir noch mehr. Durch mein Nahen zu Ihm erleuchtet Er mich auch. Der Gewinn, den ich im Gebet finde, ist grösser als der Anlass, der mich zum Beten trieb. Der verlorene Sohn erwartete viel weniger, als was die Gnade ihm gab; erst als er dem Vater nahte, lernte er sie kennen. So hat auch der Schächer eine viel weniger grosse Segnung erbeten, als die er tatsächlich empfing. Der Betende kommt zu Dem, der alles zu geben hat. Der Abstand zwischen Gott und mir, Seine in jeder Beziehung erhabene Grösse, ist unermesslich; daher wird mir das Nahen zu Ihm an sich schon Segnungen bringen, die ich nicht erwartete. Seine Gnade sagt: «Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen» und: «Was hast du, dass du nicht empfangen hast?» So bringt uns also das Nahen zu Ihm den grössten Gewinn darin, dass wir erkennen, wie Er ist.

Wir können das Gebet unter drei Gesichtspunkten betrachten: erstens das persönliche, private Gebet für sich selbst; zweitens das persönliche Gebet für andere oder für das Werk des Herrn; und drittens das Gebet in der Versammlung.

Das persönliche Gebet für sich selbst

Je grösser unser Vertrauen in Gott ist, desto mehr werden wir Ihm alle unsere Anliegen in jeder Einzelheit darlegen. Je mehr ich meine Unfähigkeit empfinde, irgend etwas zu tun, je mehr ich auch überzeugt bin, dass Gott für mich besorgt ist, desto mehr werde ich Ihm alle Dinge voll Vertrauen vorlegen. Habe ich dies wirklich getan, wird das Ergebnis, das daraus hervorgeht, deutlich spürbar sein. Je mehr ich meine Unfähigkeit fühle, werden mich die Umstände bedrücken; aber wenn ich alle meine Anliegen vor Gott bringe, wird «der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt», mein Herz und meinen Sinn in Christo Jesu bewahren. So besteht also ein grosser Gewinn darin, Gott zu nahen und Ihn in bewusster Weise zum Mitwisser meiner Sorgen zu machen, gemäss der Aufforderung: «Werfet alle eure Sorge auf ihn; denn er ist besorgt für euch.» Weil wir in unserer Unfähigkeit in unserem Herzen das Bewusstsein haben, dass Er für uns besorgt ist, freuen wir uns über den Zugang zu Ihm, den Er uns gewährt.

Jeder Flecken auf meinem Gewissen, jedes Mich-Stützen auf eigene Kraft hindern mich, bei Gott Befreiung von der Last meiner Nöte und Schwierigkeiten zu suchen. Habe ich mich verunreinigt, werde ich zögern, Ihm zu nahen, und in dem Masse, wie ich auf meine eigene Kraft vertraue, werde ich mich weniger auf Ihn stützen.

Doch erinnert uns der 107. Psalm daran, dass der Schrei dessen, der sich in Not befindet oder ein tiefes Bedürfnis hat, gehört wird, wenn es dem Gläubigen auch scheinen mag, als ob der Herr weit von ihm entfernt sei. Manch ein Kind Gottes, das seinem eigenen Willen gefolgt und für den Augenblick vom Wege Gottes abgekommen ist, hat dennoch Hilfe bei Ihm gefunden, wenn es gebetet hat. Die Dinge wurden ihm gegeben, weil es darum gebeten hat, und damit es ermuntert werde, um mehr zu bitten.

Aber der Gläubige, der die Gemeinschaft mit Gott nicht verwirklicht, obwohl er oft erhört und ihm viel geholfen worden ist, tritt Gott nicht nahe genug, als dass er in seinem Herzen den Frieden Gottes hätte, der allen Verstand übersteigt und das Herz und den Sinn in Christo Jesu bewahrt. Wenn mich irgendetwas hindert, vertrauten Umgang mit Gott zu haben, kann ich mich Ihm nicht so nahen, dass ich eins bin mit Ihm in Bezug auf meinen Zustand, und als Folge davon Seinen Frieden im Herzen habe.

Im persönlichen Gebet steht uns auch der Heilige Geist bei, der sich unserer Schwachheit annimmt. «Denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich's gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern.» In meinem verborgenen Gebet habe ich die Zusicherung, dass der Geist Gottes, der in mir wohnt, sich so für mich interessiert, dass Er sich mit Inbrunst für mich verwendet. Und Gott, der mein Herz ergründet, stellt nicht so sehr nach meinen Worten, sondern nach der Fürbitte des Geistes fest, was mir wirklich nottut.

Ist es nicht wunderbar, dass ich jetzt durch die Gnade in solchen Beziehungen zu dem seligen Gott stehe, dass ich frei mit Ihm reden kann? Gott redet zu mir, und ich wende mich im Gebet zu Ihm. Wenn wir im Geiste sind, lernen wir, was der Geist für uns bittet, und dann - so denke ich - erlangen wir die Erkenntnis des Willens Gottes bezüglich unserer Anliegen. Dann auch haben wir den Glauben, um etwas Bestimmtes zu bitten, den wir für etwas anderes nicht hätten. Das wird, wenn ich es so sagen darf, durch die Urim und die Thummim vorgebildet. Ich komme zum Herrn mit allen Anliegen und in jedem Fall empfange ich den Frieden Gottes. Darüber hinaus aber kann ich von einer bestimmten Sache wissen, dass sie nach Seinem Willen ist. «Wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, um was irgend wir bitten, so wissen wir, dass wir die Bitten haben, die wir von ihm erbeten haben» (1.Joh. 5,14.15).

Wenn ich nicht zum Herrn gehe, so kann ich Seine Gedanken über die betreffende Sache nicht wissen. Bleibe ich auf meinem eigenen Boden stehen, auf dem des Menschen, werde ich durch natürliche Gefühle beeinflusst. Erst wenn ich mich mit Gott in der Kammer einschliesse und frei bin von jeder äusseren Tätigkeit, empfange ich den Eindruck Seiner Gedanken durch die Wirkung Seiner vertrauten Nähe und meiner Vereinigung mit Ihm. Ich befinde mich dann am Feste der Weisheit; ich esse von Seinem Brote und trinke von Seinem Weine (Spr. 9,1-5).

Ich bin im Heiligtum Gottes und werde da in der Gemeinschaft Seiner Gedanken genährt. Alle eigene Weisheit verschwindet in der Gegenwart Seiner Weisheit; ich werde von ihr beeinflusst und umgestaltet, so sehr, dass ich die Dinge nach Seinem Wohlgefallen sehe. Wenn ich also besonders um eine Sache bete, so komme ich nicht nur zu Ihm, vertrauend Seiner Liebe, sondern suche auch das, was Er über diese Sache denken mag. Ich habe es mit Dem zu tun, der grösser ist als Salomo.

Man kann also mit Glauben bitten, im einfachen Vertrauen, dass Gott erhört, wie es die Apostel taten, als sie zu den Ihrigen zurückkehrten (Apg. 4,23-31). Man kann in seinen Wünschen aber auch korrigiert werden, wie Paulus, nachdem er dreimal gefleht hatte, dass ihm der Dorn für das Fleisch weggenommen werde (2.Kor. 12,8). Im ersten Falle waren sie hinsichtlich der Gedanken des Herrn ganz auf dem Laufenden. Im zweiten Fall aber war der Wille des Herrn nicht in Harmonie mit dem Wunsche des Apostels; aber sobald Paulus Seinen Gedanken erkannte, war er ganz glücklich, und sein eigener Geist kam in völlige Übereinstimmung mit dem Gedanken des Herrn.

Wenn ich einfach auf den Herrn warte, werde ich so beeinflusst, dass ich mich schliesslich in Übereinstimmung mit Seinen Gedanken befinde, sozusagen ohne es zu merken. Mose hatte auf dem Berge so gut gelernt, was Gott wohlgefiel, dass, als er geheissen wurde in die Mitte der Israeliten zurückzukehren, die in Götzendienst gefallen waren, er wusste, wie er für Gott handeln musste. So war es auch, als der beunruhigte Asaph in die Heiligtümer hineinging (Ps. 73): Die Dinge erschienen ihm hier ganz anders, als da er noch draussen war.

Also nur, wenn wir uns viel im verborgenen, persönlichen Gebet in der Gegenwart Gottes aufhalten, lernen wir Ihn erkennen, und nur von da aus können wir - besonders öffentlich - auch für andere wirksame Fürbitte tun.

Das persönliche Gebet für andere

Die Zwölfe sagten zu der Menge der Jünger: «Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren» (Apg. 6,4). Es ist bemerkenswert, wie diese beiden Dinge hier zusammengefügt sind, ähnlich wie im Lukasevangelium, am Schluss des zehnten Kapitels und am Anfang des elften Kapitels. Je besser ich mit den Absichten Gottes mit Seinem Volke vertraut bin, je besser ich weis, was das Herz Christi im Blick auf die Seinigen bewegt, desto mehr werde ich mich auch an Ihn wenden, damit Er ihre Herzen öffne, um das aufzunehmen, was Er mitgeteilt hat. In dieser Weise also sehen wir die Apostel für die Heiligen beten. Auch Paulus verbindet in seinen Gebeten diese beiden Dinge, besonders im Brief an die Epheser, d.h. er betet für sie, damit sie die Wahrheit erfassen möchten, die er ihnen mitteilt. Wenn auch niemand von uns den hohen Stand des Apostels erreichen kann, so können wir doch aus seinen Gebeten eine Lehre ziehen.

Wir werden aufgefordert, für alle Heiligen im Gebet einzustehen und Fürbitte zu tun, und gewiss gibt es für einen Jeden, den wir kennen, einen besonderen Anlass dazu. Welch ein Vorrecht, einen Bruder Dem anbefehlen zu dürfen, der ihn besser kennt und ihn unendlich mehr liebt, als wir. in dieser Weise für andere zu beten, ist auch für uns selbst ein grosser Gewinn. Denn wer sich nahe beim Herrn aufhält, nimmt teil an dem, das Ihn interessiert und beschäftigt. Und diese Bäche Seiner Liebe, die durch unser Herz zu den Seinigen fliessen, erfrischen es und erzeugen darin eine Vielfalt göttlicher Gefühle, die es zu einem befruchteten Boden machen, der immer produktiver wird. So sollte jeder von uns von Herzen mit Samuel sagen können: «Auch ich - fern sei es von mir, dass ich gegen Jehova sündigen, dass ich ablassen sollte, für euch zu bitten» (1.Sam. 12,23). Jeder weis, wie ganz anders er handeln wird gegenüber einem Gläubigen, für den er betet, als gegenüber einem anderen, für den er dieses Interesse nicht aufbringt.

Das Gebet ist der Ausdruck unserer Abhängigkeit von Gott und unseres Vertrauens in Ihn. Es geschieht im Bewusstsein der eigenen Kraftlosigkeit, wie auch in der Gewissheit, dass Gott antwortet und hilft. Wenn schon die strahlenden Tage der Vergangenheit, an welchen Gott Seine Macht zugunsten Seines Volkes ungehindert entfaltete, durch Gebet gekennzeichnet waren, wieviel mehr sollte dies in den Tagen unserer Schwachheit der Fall sein!

Es gibt zwei besondere Fälle, worüber ich ein Wort sagen möchte: Die Kranken und die Sünder.

In Bezug auf einen Kranken kann ich gegebenenfalls den Glauben haben, dass er wiederhergestellt wird, aber das «Gebet des Glaubens» in diesem Zusammenhang ist den Ältesten vorbehalten. Ich denke, dass dieser Titel den Charakter derer bezeichnet, die auf Grund ihrer Urteilsfähigkeit und ihrer Erfahrung fähig sind, diesen kostbaren Dienst zu tun (Jak. 5,14-15). Er setzt grosse Einsicht in die Absichten Gottes und in den sittlichen Zustand des Kranken voraus. Um mit Glaubensgewissheit um die Genesung eines Kranken bitten zu können, müssten diese Brüder wissen,

  • dass dieser den Lauf noch nicht vollendet hat
  • dass die Schule der Leiden und Übungen, in die Gott den Kranken um seiner selbst oder um der Angehörigen willen gebracht hat, zu Ende ist, und
  • dass der sittliche Zustand des Kranken ein solches Gebet nicht verhindert

Das führt uns zum zweiten Fall, zu dem des Sünders. Wir lesen in 1.Johannes 5,16: «Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so wird er bitten, und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt Sünde zum Tode; nicht für diese sage ich, dass er bitten solle.» Hier wird uns gesagt, dass wir zwischen begangenen Sünden unterscheiden sollen. Die eine ist «nicht zum Tode» und hindert uns nicht, für den Bruder zu bitten. Aber es gibt «Sünde zum Tode», die eine solche Fürbitte verunmöglicht. Ich denke, dass es sich bei einer solchen Sünde um eine gewollte und eingewurzelte Gebundenheit an das Böse handelt. Ich weiss nichts, was auf dem Wege der Gnade für den Geist schmerzlicher ist, ob das Gebet für einen anmassenden Ungläubigen oder das Gebet für jemand, der seine Schuldhaftigkeit zugibt, aber nicht unter ihr zusammenbricht. Aber auch hier, wie in jedem anderen Fall, werden wir den Gedanken des Herrn im Blick auf eine solche Person um so besser erkennen, je näher wir uns beim Herrn aufhalten.

Aber es gibt eine besondere Ermunterung, für solche zu bitten, die gut wandeln, gemäss dem Worte: «Betet für uns, denn wir halten dafür, dass wir ein gutes Gewissen haben, da wir in allem ehrbar zu wandeln begehren» (Hebr. 13,18).

Das öffentliche Gebet

Jeder Bruder hat die Freiheit, öffentlich zu beten. Man kann dies aus der folgenden Stelle entnehmen: «Ich will nun, dass die Männer an jedem Orte beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung» (1.Tim. 2,8). Ich glaube auch, dass der Mann, der seine Flügel zuerst im Gebet in der Öffentlichkeit gebrauchen lernte, am besten geeignet ist, das Wort Gottes anderen vorzustellen, sei es durch die Wortverkündigung oder durch persönliche Unterweisung. Sein öffentlicher Dienst hat in den Gebetsversammlungen begonnen. Ich bin zurückhaltend gegenüber dem Mann, der predigen will, aber seine Stimme noch nie im Gebet hören liess. Der Eifrigste in den Gebetsversammlungen wird auch der Gesegnetste sein in der Erweckung von Seelen.

In der Gebetsversammlung wenden wir uns zu Gott, in der Erwartung, dass Er uns zu Seiner Ehre in unserem Tun leite und dass unsere Aufmerksamkeit völlig auf die Interessen Christi gerichtet werde. Da beschäftigen wir uns vor Ihm mit dem Zustand der Seelen in jedem Umstand, im Schmerz, in der Krankheit oder auch in der Sünde. Da legt sich auch das tiefe Gefühl der Verantwortlichkeit auf unsere Herzen, die Wahrheit des Evangeliums auszubreiten und bekannt zu machen, nicht nur einen Teil davon, sondern die ganze Wahrheit, das Geheimnis des Evangeliums. Machen wir mit ganzem Herzen bei der Gebetsversammlung mit, so wird das innige Flehen zu Gott emporsteigen, dass die Seelen gesegnet werden und dass das Wohlgefallen Seines Willens erkannt und von den Heiligen befolgt werden möchte. So wird von Epaphras gesagt: «Der allezeit für euch ringt in den Gebeten, auf dass ihr stehet vollkommen und völlig überzeugt in allem Willen Gottes» (Kol. 4,12).

Ich kann in der Versammlung nicht über die Erkenntnis hinaus beten, die ich besitze, aber es wäre ein ernster Irrtum zu denken, dass andere nichts beten sollten, was über das Mass meiner Erkenntnis hinausgeht. Ich kann verstehen, dass sich der Hirte vor allem darauf beschränkt, in seinem Gebet den Zustand der Seelen, um die er sich müht, darzustellen, dass der Lehrer von den Gegenständen redet, die ihm für die Gläubigen am meisten am Herzen liegen, und dass der Evangelist besonders für die Bekehrung der Seelen betet. Jeder tut gut daran; dies ist ihr eigentlicher Dienst. Aber wenn der eine von ihnen sagen würde, dass das, wofür er sich interessiert, und was ihm am Herzen liegt, alles umschliesse, so hiesse das, den Geist auslöschen. Im Gegenteil, der Diener, der in der Aufgabe, die ihm gegeben ist, treu ist, freut sich tief, wenn er sieht, wie auch jede andere Arbeit gelingt, weil es das Werk des Herrn ist; und er wünscht, die Absichten des Herrn immer besser zu erkennen.

Die Gebetsversammlung wird immer gut sein, wenn die Seelen dazu gebracht werden, sozusagen wie Mose auf dem Berge Pisga, das Feld der Absichten Gottes zu sehen, um «völlig zu erfassen... mit allen Heiligen, welches die Breite und Länge und Tiefe und Höhe sei, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, auf dass ihr erfüllt sein möget zu der ganzen Fülle Gottes». Dann wird der Gebetskampf für die Heiligen intensiver, und es wird dann darum gerungen, dass sie das Geheimnis Gottes erkennen möchten gemäss der Ermahnung des Apostels: Und betet für mich «auf dass mir Rede verliehen werden im Auftun meines Mundes, um mit Freimütigkeit kundzutun das Geheimnis des Evangeliums» (Eph. 3,18 und 6,19).

Der Herr möge es schenken.

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Letzte Änderung am 28.03.2010.