Halte Fest
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Gnade und Jüngerschaft

Halte fest Jahrgang 1981 - Seite: 40 - Verfasser: F. B. H.

Das wahre Wesen der Gnade Gottes ist, dass sie frei und bedingungslos ist. Der Weg, sie zu empfangen - über Busse und Glauben - ist uns in der Schrift klar niedergelegt. Wohl mag es Bedingungen geben, um sie aufzunehmen, aber Gnade an sich ist nicht durch solche Dinge gehindert. Gewisse Menschen beherrschen die Kunst, mit einer Hand zu geben und mit der andern wieder zu nehmen, oder Geschenke zu machen, die so mit Beschränkungen und Bedingungen eingezäunt sind, dass sie für den Empfänger völlig nutzlos werden. Aber das ist nicht die Weise Gottes.

«Die freie Gnade Gottes» ist ein allgemein verbreiteter Ausdruck, der richtig ist und dem die meisten von uns zustimmen. Für viele aber ist es verwirrend, wenn sie ihre Bibel aufschlagen und beim Lesen eines Abschnittes unerwartet mit einem «Wenn» konfrontiert werden. Zum Beispiel: «Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach» (Luk. 9,23)

Was bedeutet das? Ist das Heil doch nicht so frei, wie wir angenommen hatten? Müssen wir mit unserem Meister eine Art Abkommen mit gewissen Bedingungen treffen, bevor wir von Ihm aufgenommen werden können?

Wir wollen diese Frage dadurch beantworten, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf Lukas 14,25-35 richten. In diesem Abschnitt finden wir wieder die gleichen Gedanken: «Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.» Diese fünf Schlussworte werden dreimal wiederholt (V. 26,27,33). Es heisst aber nicht: er kann nicht gerettet werden, sondern «er kann nicht mein Jünger sein».

Von den vier Schreibern der Evangelien ist es Lukas, der die Gnade besonders hervorhebt. In Lukas 14 enthält gerade der Abschnitt, der dem oben erwähnten vorausgeht, das Gleichnis des grossen Abendmahls, in dem die Gnade Gottes auf wunderbare Weise entfaltet wird. Ist es nicht bemerkenswert, dass der Herr, nachdem Er die göttliche Gnade in dieser Weise enthüllt hat, so dass grosse Volksmengen mit Ihm gehen, sich zu ihnen umwendet und die Wirklichkeit ihrer Entscheidung prüft? Er tut es, indem Er ihnen die Bedingungen der Jüngerschaft vorstellt. Werden wir nicht wohl tun, wenn wir den Unterschied zwischen beiden Dingen wohl beachten, aber sie doch in der Weise beisammen lassen, wie Er sie zusammengestellt hat?

Wir können sie wie folgt unterscheiden:

Gnade ist eine besondere Form oder ein Charakter der göttlichen Liebe. Diese Gestalt nimmt sie dann an, wenn sie sich herablässt, um den völlig Unwürdigen zuzufliessen, indem sie ihren Nöten entspricht, aber durch den Reichtum ihrer vollen Hilfe die Bedürfnisse weit übersteigt.

Jüngerschaft ist eine besondere Form der Liebe, die als Reaktion auf die Gnade dem Herzen eines Gläubigen entspringt. Es ist der Rückfluss der göttlichen Liebe zu ihrer Quelle. Ein Jünger zu sein, bedeutet ein Schüler zu sein, und nicht nur das, sondern auch ein Nachfolger Wenn die Gnade Gottes eine Seele ergriffen hat und ein neues Leben beginnt, sind dessen erste instinktive Reaktionen, vom Heiland zu lernen und Ihm nachzufolgen.

Wenn wir das erfasst haben, ist es leicht einzusehen, dass Gnade die Triebfeder zur Jüngerschaft ist. Diese beiden Dinge sind in Lukas 14 nicht ohne Grund miteinander verbunden.

Im Gleichnis vom grossen Abendmahl finden wir die Tür des Heils weit geöffnet. Der Schlimmste ist eingeladen. Nichts wird von den Geladenen verlangt, keine Bedingungen auferlegt, kein Abkommen getroffen. Die Gnade strahlt hervor, ohne dass sie durch irgendwelche Trübung gedämpft würde. Aber Er, der dieses Gleichnis ausgesprochen hat, war sich zweier Dinge wohl bewusst:

  • Dass viele bekennen würden, die Gnade empfangen zu haben, ohne echt zu sein in ihrem Bekenntnis.
  • Dass in den Herzen jener, bei denen die Annahme Wirklichkeit war, eine Liebe erzeugt würde, die sie unwiderstehlich zu Dem hinzöge, von dem sie kam. Diese Menschen sollten verstehen, was notwendig war, um Ihm nachzufolgen.

Deshalb folgen auf seine Erklärungen der Gnade Belehrungen in Bezug auf Jüngerschaft. Dann werden zwei kurze Gleichnisse angefügt, um die Wichtigkeit der Kostenberechnung aufzuzeigen.

«Es kostet zuviel, ein Christ zu sein», sagte ein traurig dreinschauender Mann eines Tages. Hatte er Recht?

Wenn er meinte: es kostet zuviel, errettet zu werden, dann lag er ganz verkehrt. Der unermessliche Preis der Errettung fiel auf Den, der in der Lage war, ihn zu bezahlen. Er, der für uns zur Sünde gemacht wurde, hat alles bezahlt. Uns wird das Heil umsonst angeboten.

Aber der Mann benützte das Wort «Christ» in seinem eigentlichen Sinn; denn es waren die Jünger; die zuerst in Antiochien Christen genannt wurden (Apg. 11,26). Er meinte: es kostet zuviel, ein Jünger zu sein. Aber auch darin liegt er falsch. Es kostet etwas, ein Jünger zu sein, aber es kostet nicht zuviel! Tatsache ist, dass unser traurig dreinblickender Freund nicht errettet war. Er hatte nie die Gnade kennen gelernt und hatte darum auch nichts zu geben. Wenn ein Mann ohne Geld in der Tasche auf den Markt geht, ist alles zu teuer! Er stellte Jüngerschaft vor die Gnade, was gleichbedeutend ist, wie wenn man die Nachfrage vor die Beschaffung, oder Verantwortlichkeit vor die Fähigkeit, ihr zu begegnen, stellt. In der Umgangssprache würde man sagen: den Wagen vor das Pferd spannen.

Was kostet Jüngerschaft? Sie bedeutet Opfer in jeder Hinsicht. Darum wird hier das kurze Gleichnis angefügt. Es kostet ein rechtes Stück Arbeit, um seine Stellung zu verstärken und eine Menge Energie, um gegen seine Feinde zu kämpfen.

«Wer unter euch, der einen Turm bauen will ...» (V. 28). Hast du solche Absicht? Gewiss hast du das, wenn du dir vorgenommen hast, wirklich dem Herrn nachzufolgen. Ein Turm redet von Schutz, und den haben wir nötig. Das zeigt uns die Schrift mit aller Deutlichkeit. Aber obwohl wir durch Gottes Macht bewahrt werden, geschieht es «durch Glauben» (1.Petr. 1,5). Die Verantwortung, uns auf unseren allerheiligsten Glauben zu erbauen, liegt auf uns. Deshalb ist «betend im Heiligen Geiste» die einzige Haltung, die sich für uns geziemt, und die Folge ist, dass wir uns selbst «in der Liebe Gottes» erhalten (siehe Judas 20,21). Wenn die Liebe Gottes uns wie ein Verteidigungsturm umgibt, dann sind wir wirklich gut gewappnet!

«Glaube» ist die Hand, welche baut. «Der Glaube» - und wir finden ihn im Wort Gottes - ist das starke Fundament, worauf wir bauen. Gebet ist die Haltung, die dieser Bautätigkeit am besten angemessen ist. Die Liebe Gottes bewusst zu kennen, das ist unser Verteidigungsturm.

Aber das ist nicht das Endziel. Wir sind verteidigungsmässig gut ausgerüstet, so dass wir jetzt offensiv gegen den Feind vorgehen können. Tatsächlich kommt die Maurerkelle zuerst, aber nachher kommt das Schwert.

«Oder welcher König, der auszieht, um sich mit einem andern König in Krieg einzulassen ...» (V. 31). Erwägst du in Gedanken ein derart angreifendes Handeln? Als Jünger solltest du es. Beachte, dass der König mit Zehntausend die Offensive gegen den König mit Zwanzigtausend zu ergreifen beabsichtigt. Das ist ein kühnes Unternehmen! Aber hinter seinem Rücken steht eine gutbefestigte Operationsbasis: sein Turm war gebaut. Das ist immer der Weg Gottes. Davids Turm wurde durch die Erfahrungen in der Wüste - die Begegnung mit dem Löwen und dem Bären - gebaut. Und so war Goliath kein Schrecken für ihn. Luther, der Mönch, der die Welt erschütterte, rückte in die Brutstätte der Feindseligkeit zu Worms vor. Ja, aber sein Kriegsruf war:

«Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.»

Mit Jüngerschaft ist alles das gemeint. Sie bedeutet Gebet und das Studium des Wortes Gottes. Sie bedeutet aber auch Übungen, die sonst unbekannt blieben; Der Schrecken des Kampfes mit der Welt und dem Teufel; das Fleisch für gekreuzigt zu halten. Setz dich nieder und überschlage die Kosten! Zitterst du? Dann berechne die Kosten noch einmal im vollen Licht der Macht Gottes und der reichen Vorräte der Gnade, und du wirst anfangen, dich «Christi Jesu zu rühmen» und dazu immer weniger «auf Fleisch Vertrauen haben»

So gehen also Gnade und Jüngerschaft Hand in Hand, wie es uns im Fall von Bartimäus so schön gezeigt wird (Mark. 10,46-52). Auf sein Schreien stand die Gnade still und schenkte alles, um was er bat, umsonst. «Jesus aber sprach zu ihm: Gehe hin.» Bartimäus, es werden keine Bedingungen an dich gestellt, du kannst nach Norden, Süden, Osten oder Westen gehen, ganz wie du wünschest. Du bist frei! Welchen Weg ging er? «Alsbald wurde er sehend und folgte Jesus nach auf dem Wege.» Gedrängt von der Gnade, trat er auf den Weg der Jüngerschaft. Er folgte dem Herrn Jesus nach.

Fragen zum Thema

Frage: Ist jeder Christ ein Jünger, oder gilt diese Besonderheit nur für eine bestimmte Gruppe?

In der Christenheit gibt es keine «Bevorzugten». Es ist zwar wahr, dass, seitdem die Welt in das christliche Bekenntnis eingedrungen ist und es beherrscht, es überall Geistliche und Laien in unzähligen Abstufungen gibt, entsprechend der weltlichen Gesellschaftsordnung. Das Christentum der Bibel, das wohl geistliche Gaben und Ämter anerkennt, weiss nichts von diesen Dingen. Die ersten Christen waren Brüder, Gläubige, Heilige, Jünger, und zwar alle von ihnen (siehe Apg. 1,15; 6,1; 9,38; 19,9). Der vornehmste der Apostel war genauso ein Gläubiger, ein Heiliger, ein Jünger wie die andern, obwohl er eine Gabe vom Himmel besass und eine Autorität, die unbestritten war.

Wir können deshalb sicher sein, dass es ein verhängnisvoller Fehler ist, wenn man denkt, dass Jüngerschaft nur für einige wenige bestimmt sei die Geistlichen - und dass wir, die zu dem gewöhnlichen Volk gehören, mit blosser Errettung zufrieden sein könnten. Wir würden ja bald in den Himmel aufgenommen und müssten uns um nichts anderes mehr kümmern. Aber wir müssten uns schämen, wenn wir, wie Bartimäus, sehend geworden sind und dann - anders wie er - davon schlenderten, um uns mit neuem Augenlicht an Jericho zu vergnügen.

Trotzdem gibt es eine Tendenz in jene Richtung, und deshalb sagte der Herr zu gewissen Juden, die Ihm glaubten: «Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaft meine Jünger» (Joh. 8,31).

Jüngerschaft gehört wirklich allen Christen, aber leider gibt es viele Gläubige, die nicht «wahrhaft» seine Jünger sind.

Frage: Können Sie die Bedingungen für christliche Jüngerschaft zusammenfassen?

Lies sorgfältig Lukas 9,23-26; 46-50; 57-62 und Kapitel 14,25-33 noch einmal, wenn du einen Begriff davon erhalten möchtest.

Der Kern der Sache scheint in Kapitel 14,26 und 33 enthalten zu sein, wo wir die eine absolut unerlässliche Bedingung finden, dass Christus den ersten Platz haben und das Übrige - Verwandtschaft, Besitz und besonders die eigene Person - hintenanstehen muss.

Wir «hassen ...» nicht in absolutem Sinn natürlich, sondern in einer vergleichenden Bedeutung. Unsere Liebe zu Christus sollte die natürliche Liebe, die wir zu unsern Verwandten haben, so weit übertreffen, dass die letztere im Vergleich zur ersteren als Zurücksetzung, als Hass erscheint. (Lukas 9,59.60 zeigt uns dies an einem Beispiel).

Wir «verlassen ...», d.h. die Zuneigungen haben sich von unserem Besitz gelöst. Wir betrachten ihn nicht länger als uns gehörend, sondern unserem Meister, für Den wir ihn verwalten. Das mag bedeuten, allen Besitz zu verteilen, wie es die ersten Christen taten, oder wie Levi mögen wir alles verlassen und es doch noch haben. Levis Haus war immer noch sein eigenes und sein Geld gebrauchte er, um ein grosses Mahl für Christus zu machen und dabei eine grosse Menge Zöllner und Sünder einzuladen (Luk. 5,27-29). Ein sehr gutes Beispiel für uns!

Wenn aber Christus den ersten Platz haben soll, dann muss das Ich verschwinden. Deshalb finden wir, dass der Jünger sich selbst zu verleugnen und täglich sein Kreuz aufzunehmen hat.

«Sich selbst verleugnen» heisst, nein zu sich zu sagen. Anerkenne den Tod des natürlichen Menschen - verhalte dich wie ein Toter - soweit es um die Tätigkeit deines eigenen Willens geht. Das Ganze ist eine Angelegenheit des Herzens.

«Nimm dein Kreuz auf täglich» ist eine äusserliche Sache. Hier geht es um die Verwirklichung des Todes, der uns von der Welt und ihrer Herrlichkeit trennt. Sage nein zum Wunsch, bekannt und beliebt zu sein.

Das ist ein hartes Stück Arbeit und sehr bitter für das Fleisch. Sie wird aber versüsst durch die Liebe Christi. Das sind die Bedingungen für die Jüngerschaft.

Frage: Es ist leicht zu erkennen, was Jüngerschaft für die ersten Christen bedeutete. Wir leben aber in einer andern Zeit. Was heisst es heute praktisch für uns?

Es bedeutet heute genau dasselbe wie damals. Der einzige Unterschied liegt in oberflächlichen Einzelheiten. Es heisst immer noch, nein zu unserem Eigenwillen zu sagen, wie damals. Es bedeutet das Kreuz - Ablehnung von Seiten der Welt - genauso wir früher. Die Welt wies jene ab durch Kreuz oder Schwert, durch wilde Tiere oder Feuer. Uns lehnt sie vielleicht ab durch stumme Verachtung, durch wohlgezielte schroffe Abfertigung, durch Ausschluss aus ihrer Gesellschaft. Die Sache bleibt die gleiche. Früher ging es um einen kurzen, schnellen, heftigen Angriff, und dann war alles vorüber. Heute ist die Sache nicht so ernsthaft, dafür aber ständig, schleichend und langandauernd.

Da gilt es, im Geist von Selbstgericht und getrennt von der Welt, auch von ihren religiösen Formen, voranzugehen. Es heisst, viele Dinge, die an sich nicht verkehrt sind, um seinetwillen aufzugeben. Es heisst, zu allen Zeiten und unter allen Umständen die eine Frage zu stellen, nicht «Was wünsche ich?», sondern «Was will Er?».

Frage: Es sieht also so aus, dass der wahre Jünger in dieser Welt sehr viel verliert. Was gewinnt er?

Er wird «Vielfältiges empfangen in dieser Zeit und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben» (Luk. 18,30). Der Gewinn ist nicht derart, dass er dem Weltmenschen zusagen würde, der diesen für sich hauptsächlich nach der Zunahme seines Bankkontos einschätzt. Er ist viel realer. Hier sind Worte, die seinen Charakter beschreiben: «Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren» (Joh. 12,26).

Die Nähe und Gemeinschaft des Herrn Jesus und Ehre von seiten des Vaters. Wer kann den Gewinn dieser beiden Dinge abschätzen? Ein flüchtiger Blick wurde den drei Jüngern gewährt, die, nachdem sie gehört hatten, was Jüngerschaft beinhalten würde, Zeugen der Verklärung des Herrn wurden (Luk. 9), als sie «mit ihm auf dem heiligen Berg waren» (2.Petr. 1,16-18).

Wen wundert es da, dass Paulus, der als Jünger in der vordersten Reihe stand und alles aufgab für Christus, sein Auge des Glaubens auf die ewigen Dinge richtete? Er sah über die Verlust-Seite des Jüngerschafts-Kontos hinweg und betrachtete diese Seite als «das schnell vorübergehende Leichte unserer Drangsal». Er freute sich über die Gewinn-Seite als «ein über die Massen überschwängliches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit» (2.Kor. 4,17.18).

Frage: Besteht ein Unterschied zwischen einem Jünger und einem Apostel? Wenn ja, welcher?

Es besteht ein sehr deutlicher Unterschied. Wir lesen: «Er rief seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte» (Luk. 6,13). Das Wort Jünger bedeutet «Schüler» oder «Angelernter»; das Wort Apostel heisst «Gesandter». Jeder wahre Nachfolger des Herrn war ein Jünger; aber nur die Zwölfe und später auch Paulus wurden von Ihm als Apostel ausgesandt. Sie nahmen einen besonderen Platz von Autorität und Dienst ein.

Zudem hatten die Apostel mit der Grundlage der Versammlung zu tun (Eph. 2,20). Sie sind schon lange beim Herrn. Aber seit jener Zeit und bis heute kann man stets Jünger Christi auf der Erde finden.

Frage: Woher kommt die Kraft zur Jüngerschaft und wie kann sie aufrechterhalten werden?

Die nötige Kraft finden wir nicht in uns selbst. Sie kann auch nicht durch religiöse Übungen erarbeitet werden. Sie findet sich allein in Gott. Aber sie kommt auf ganz einfache Weise zu uns. Wir könnten von «einer treibenden Kraft, hervorgerufen durch eine neue Zuneigung» sprechen. Lass die hellen Strahlen der Liebe Gottes in ein Herz, mag es noch so dunkel sein, eindringen) so wird sofort eine neue treibende Kraft spürbar und die Jüngerschaft beginnt.

Das, was den Anfang der Jüngerschaft ausmacht, wird sie auch erhalten. Lies Johannes 14 -16. Diese Kapitel sind das vollkommene Handbuch zur Jüngerschaft. Du wirst finden, dass die Liebe die Quelle von allem ist. Der Sachwalter oder Tröster, der Heilige Geist, ist die Kraft, und der Gehorsam, das Halten und Tun der Gebote Christi, ist der Weg, auf den die Füsse des Jüngers geführt werden.

Frage: Können Sie uns, die wir versuchen als Jünger des Herrn Jesus zu leben, irgendwelche Hinweise geben, die uns dabei helfen?

Ich möchte drei Dinge erwähnen:

  • Du wirst Weisheit und Besonnenheit benötigen. Deshalb musst du dem Wort Gottes den gebührenden Platz geben. Der Wille unseres Herrn und Meisters kommt darin zum Ausdruck. Unsere Aufgabe als Jünger ist es, in Abhängigkeit und unter der Belehrung des Heiligen Geistes diesen Willen zu erkennen. Das muss uns zu einem sorgfältigen Studium der Heiligen Schrift führen.
  • Du musst einen Geist der Abhängigkeit von Gott bewahren. Deshalb ist Gebet unerlässlich. Der Jünger muss unbedingt stets einen Geist des Gebets pflegen.
  • Du musst immer auf den Pfad des Gehorsams bedacht sein. Unsere grosse Aufgabe als Jünger ist, zu gehorchen, viel mehr als grosse Heldentaten zu vollbringen.

Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes ist unsere erste Pflicht. Lasst uns alles Hemmende ablegen und uns der Worte unseres grossen Meisters selbst erinnern: «Wenn ihr dies wisset, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut» (Joh. 13,17).

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Letzte Änderung am 27.03.2010.