Halte Fest
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Treue

Halte fest Jahrgang 1990 - Seite: 297 - Verfasser: A. Stuart

Kennst du sie? Es gibt sie in jeder örtlichen Versammlung auf der ganzen Erde. Ich sehe sie auch da, wo ich mich mit den Gläubigen um den Herrn Jesus versammle. Ich spreche von den treuen Gläubigen. Vielleicht sagen sie nicht viel. Vielleicht treten sie nach aussen hin nur wenig in Erscheinung, aber sie sind treu. Beachten wir, was der Herr in Matthäus 25,21 zu seinen Knechten sagt: «Wohl, du guter und treuer Knecht.» Das Schlüsselwort hier ist: treu.

Vielleicht ruft der Herr uns nicht, um grosse Evangelisten zu werden. Womöglich braucht Er uns auch nicht, um die Schrift auszulegen und grosse Abhandlungen darüber zu schreiben. Es kann sein, dass Er uns auch nicht als Missionare in fernen Ländern benutzt. In jedem Fall aber möchte Er von uns, dass wir treu sind. In 1.Korinther 4,2 lesen wir: «Übrigens sucht man hier an den Verwaltern, dass einer treu erfunden werde.» Darüber hinaus sagt uns das Wort Gottes in Lukas 16,10: «Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu.» Treue Gläubige sind nicht nur in den örtlichen Zeugnissen treu. Sie sind treu in ihrem Leben. Sind wir, du und ich, treu vor dem Herrn? Gemeinsam wollen wir diesen wichtigen Gegenstand ein wenig näher besehen.

Was bedeutet Treue?

Wenn wir in einem Lexikon unter «Treue» nachschlagen, so können wir z.B. folgende Definition lesen: «Treue ist Beständigkeit in Zuneigung und Ergebenheit.» Als Gläubige brauchen wir diese Beständigkeit, sowohl in unseren Zuneigungen als auch in der Ergebenheit dem Herrn gegenüber. Wir sagen, dass wir Ihn lieben - das ist Zuneigung. Wir nennen Ihn Herr - das ist Ergebenheit.

Er hat Autorität über uns. Aber sind wir Ihm gegenüber, der unwandelbar derselbe bleibt, beständig und treu? Wie stehen wir vor Dem, von dem es in Klagelieder 3,23 heisst «Deine Treue ist gross.»? Wie schön wäre es, wenn der Herr zu jedem einzelnen von uns sagen könnte: «Wohl, du guter und treuer Knecht.»

Bereiche der Treue

1. Das Lesen der Schrift Wir sollten treu sein im Lesen des Wortes Gottes. Wie können wir die Person Christi kennen lernen oder seine sittlichen Wesenszüge ausleben, wenn wir die Bibel nicht lesen? Viele Schriftstellen ermuntern uns dazu: sondern seine Lust hat am Gesetz Jehovas» (Ps. 1,2). Paulus forderte Timotheus auf, mit dem Vorlesen anzuhalten (1.Tim. 4,13). Ob wir es nun persönliche Andacht oder stille Zeit nennen, entscheidend ist, dass wir jeden Tag Augenblicke kennen, in denen wir mit unserem Herrn allein sind.

2. Das Gebet «Und als Daniel erfuhr, dass die Schrift aufgezeichnet war, ging er in sein Haus; und er hatte in seinem Obergemach offene Fenster gegen Jerusalem hin; und dreimal des Tages kniete er auf seine Knie und betete und lobpries vor seinem Gott, wie er vordem getan hatte» (Dan. 6,11). Welch ein schönes Beispiel für Treue im Gebet ist Daniel! Er war beständig im Gebet, und zwar sowohl bevor das Verbot, wodurch das Beten untersagt wurde, erlassen war, als auch nachher. Er betete, bevor der Druck da war, und er betete, als der Druck kam.

Die Anwendung ist klar. Wir brauchen Treue im Gebrauch dieser wichtigen Hilfsquelle. Im Gebet werfen wir all unsere Sorgen auf den himmlischen Vater, bekennen Ihm unsere Fehler, zeigen unsere Abhängigkeit, treten für andere ein und danken für seine Antworten.

3. Das Besuchen der Zusammenkünfte. In Hebräer 10,25 werden wir ermahnt, unsere gemeinsamen Zusammenkünfte nicht zu versäumen. Abgesehen von Krankheiten, beruflichen Verpflichtungen oder anderen unvermeidlichen Hindernissen, sollten wir im Besuch der Zusammenkünfte der Kinder Gottes beständig sein. Diese Zusammenkünfte sind für uns. Dort geniessen wir die Gemeinschaft der Heiligen im Gebet, im Betrachten des Wortes und im Brechen des Brotes.

4. Anbetung. Maria salbte die Füsse des Herrn mit einem Pfund Salbe, und das ganze Haus wurde von dem Geruch der Salbe erfüllt (Joh. 12). Die Salbe war kostbar, aber Maria war bereit und zahlte den Preis. War dies nicht das Resultat ihres Sitzens zu den Füssen des Herrn? Wie Maria müssen auch wir uns auf die Anbetung zubereiten lassen, indem wir unsere Herzen während der Woche mit Christus füllen lassen. Wenn wir jeden Tag Anbeter sind, werden unsere Herzen voll Anbetung sein, wenn wir sonntags zusammenkommen.

Zusammenfassend stellen wir fest dass der Herr auf unsere Treue wartet. Vielleicht erleben wir Zeiten geistlicher Dürre, aber Er wird uns in seiner Gnade hindurch tragen. Lasst uns nicht nur darauf bedacht sein, Seelen für Christus zu gewinnen, so wichtig das auch scheinen mag. Aber lasst uns unseren Zuneigungen und in unserer Ergebenheit dem Herrn gegenüber beständig sein. Wir brauchen Beständigkeit in geistlichen Dingen, damit der Herr auch zu uns sagen kann: «Wohl, du guter und treuer Knecht.»

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Letzte Änderung am 29.03.2010.