Vertrauen
Halte fest Jahrgang 1962 - Seite: 278
«Ich kann nicht lesen, ich kann nicht beten, aber eines kann ich tun: ihm vertrauen», sagte Missionar Hudson Taylor, als er durch eine schwere Krankheit hindurchging.
Wie oft schon haben sich leidende Gläubige dadurch beunruhigen lassen, dass sie während langen Tagen nicht mehr lesen und beten konnten! Das Lesen des Wortes und das Gebet erschien ihnen als eine Pflicht, bei deren Versäumnis man das Missfallen Gottes auf sich herabziehe.
Gott verlangt aber nichts, was wir nicht tun können: Er kennt den Schmerz, die übermässige Erschöpfung, die uns zuzeiten sogar die Denkfähigkeit rauben kann. Er ist eingedenk, dass wir Staub sind (Psalm 103,14). Er weiss, dass oft alle Anstrengung umsonst ist. Er ist der Vater der Erbarmungen, der Gott allen Trostes.
Was er aber von seinem Kinde erwartet ist dies: Es soll seine Schwachheit, seine völlige Unfähigkeit annehmen, auch wenn es das Warum nicht versteht. Es soll ihm genügen zu wissen, dass Gott dies alles zugelassen hat; es soll sich an sein Herz flüchten und sich einfach und rückhaltslos seiner Liebe überlassen, der unergründlichen Liebe Dessen, «der seines eigenen Sohnes nicht geschont» hat, um uns zu retten (Röm. 8,32).
Tiefer Friede füllt das Herz dessen, der sich auf die unendliche Güte des Gottes der Liebe stützt; die Unruhe schwindet.
Wie wunderbar sind doch die Verheissungen Gottes: «Wie einen, den seine Mutter tröstet, also werde ich euch trösten» (Jesaja 66,13). «Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, welche ihn fürchten» (Psalm 103,13). «Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt» (1.Kor. 10,13).
Rechnen wir mit ihm, lassen wir uns von der unergründlichen Liebe Dessen einhüllen, der alles weiss. Dann wird seine Gegenwart den dunkelsten Weg erleuchten.