In der Welt, aber nicht von der Welt
Halte fest Jahrgang 1997 - Seite: 22 - Verfasser: M. Graf
Man hört manchmal die Meinung, um der Welt das Evangelium bringen zu können, müsse man sich ihr und ihren Ideen möglichst weitgehend anpassen. Aber das ist ein menschlicher Trugschluss.
Am Beispiel des Apostels Paulus zeigt uns der Herr, wie Er vorgeht. Bereits bei seiner Bekehrung berief Er ihn in seinen Dienst. Dabei sagte Er unter anderem: «Indem ich dich herausnehme aus dem Volk und den Nationen, zu welchen ich dich sende, ihre Augen aufzutun, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen» (Apg. 26,17.18).
Zuerst nimmt Er uns also aus den Menschen dieser Welt heraus. Jeder Gläubige, der neues, göttliches Leben empfangen hat, ist wohl noch in der Welt, aber nicht mehr von ihr. Er ist ein Himmelsbürger geworden. Er steht nicht mehr unter der Herrschaft des Fürsten und Gottes dieser Welt.
Als Herausgenommener wird der Gläubige nun mit der Botschaft der Liebe und Gnade Gottes zu den Menschen, die noch zu dieser Welt gehören, gesandt. Der Herr Jesus möchte uns als seine Zeugen hier gebrauchen, aber ohne dass wir uns wieder in allem der Welt gleichstellen, sondern als Himmelsbürger, in deren Leben die Grundsätze Gottes regieren. Wie könnte ein Gläubiger einen Menschen von der Finsternis zum Licht führen, wenn er sich selbst nicht klar von allem, was in der Welt ist, distanziert? Wie kann man jemand aus der Gewalt des Satans zu Gott führen, solange man nicht klar mit allem gebrochen hat, was zum Herrschaftsbereich Satans gehört? Zu diesem Bereich gehören auch alle Ideen und Anschauungen, die es in dieser Welt gibt und die im Widerspruch zu Gottes Wort stehen.
Paulus lebte diese Absonderung konsequent aus, und der Herr konnte ihn wirkungsvoll in seinem Dienst gebrauchen. Diese Voraussetzung sucht der Meister auch bei uns, damit wir ebenso brauchbar für Ihn werden.