Halte Fest
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Den Willen Gottes erkennen

Halte fest Jahrgang 1997 - Seite: 39 - Verfasser: L. J. Ondrejack

Sein Wille oder unser Wille?

Es bleibt wohl eine der schwierigsten und rätselhaftesten Fragen für einen Christen, wenn es darum geht: «Wie kann ich in einer bestimmten Situation den Willen Gottes für mich erkennen?» Jeder von uns kennt solche Erfahrungen.

Der eine fragt sich: Soll ich eine neue Arbeitsstelle suchen? Jemand anders fragt sich vielleicht: Ist dies der Ehemann, den Gott für mich bestimmt hat? Ob es sich um den Kauf eines Autos, um die Wahl einer Ausbildungsstätte, um das Verlassen des Elternhauses oder um einen Stellenwechsel handelt - an einen Christen tritt unvermeidlich die Frage heran: «Wie kann ich wissen, was Gott möchte, dass ich tue?»

Bevor wir drei hilfreiche Punkte aus Gottes Wort betrachten, um seinen Willen zu erkennen, ist es nötig, dass wir uns selbst einige ernste Fragen stellen. Möchten wir wirklich den Willen Gottes erkennen, oder liegt uns mehr daran, unseren eigenen Willen zu rechtfertigen? Fahren wir fort, Gottes Willen in einer gewissen Sache zu erbitten, weil uns die Antwort, die wir schon erhalten haben, nicht gefällt? Hoffen wir, dass Er seine Ansicht ändern wird, wenn wir unbeirrt fortfahren zu bitten?

In Psalm 106 wird uns mitgeteilt, was denen zustösst, die nicht auf den Rat Gottes hören, sondern stattdessen weiterfahren, Gott ihren eigenen Willen vorzustellen. «Sie warteten nicht auf seinen Rat ... Da gab er ihnen ihr Begehr, aber er sandte Magerkeit in ihre Seelen» (V. 13.15). Wenn uns in einer bestimmten Sache wirklich mehr an unserem eigenen als an Gottes Willen liegt, kann Er uns unsere Bitte gewähren, aber unsere Beziehung zu Ihm wird darunter leiden. Als Folge davon werden Magerkeit und Leere in unser geistliches Leben einziehen.

Möchten wir, dass dies geschieht? Oder haben wir wirklich den Wunsch, seinen Willen für uns zu erkennen? Wenn dies der Fall ist, so gibt es drei wesentliche Punkte, die wir beachten müssen:

  • Das Wort Gottes kennen
  • Die Gesinnung Christi haben
  • Sich nahe beim Vater aufhalten

Das Wort Gottes kennen

Wenn wir versuchen, den Willen Gottes in einer besonderen Situation zu erkennen, müssen wir daran denken, dass wir aus seinem Wort immer die richtige Führung erhalten, denn sein Wille für uns wird seinem Wort nie widersprechen. Wenn das, was wir tun möchten, im Widerspruch zum Wort Gottes steht, ob direkt oder grundsätzlich, dann können wir sicher sein, dass dies nicht Gottes Wille für uns ist. Zum Beispiel wird Unzucht in der Bibel mehr als 30-mal ausdrücklich verurteilt. Nur schon der Gedanke daran ist verboten: «Jeder, der eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen» (Matth. 5,28).

Wir finden im Wort Gottes auch Grundsätze, die unsere Tätigkeiten regeln sollten. Wenn es zum Beispiel heisst: «Ich will aber, dass ihr weise seid zum Guten, aber einfältig zum Bösen» (Röm. 16,19), können wir ganz sicher daraus folgern, dass es niemals Gottes Wille für uns ist, unseren Geist mit Musik, Fernsehen, Büchern und Filmen zu nähren, die z.B. dämonische Tätigkeiten, übermässige Brutalität, verbotene Sexualpraktiken und andere sündige Verhaltensweisen behandeln usw. Erinnern wir uns an Psalm 119,105: «Dein Wort ist Leuchte meinem Fuss und Licht für meinen Pfad.» Dieser Vers bezeugt uns, dass wir, wenn wir wirklich im Wort Gottes nach Führung suchen und auch bereit sind, diese anzunehmen, dadurch gesegnet und geleitet werden.

Wenn wir also bei unserem Wandel durch diese Welt nur da hingehen, wohin sein Licht uns führt, und nur diese Dinge tun, die sein Licht beleuchtet, werden wir nach seinem Willen handeln. Sein Wille und sein Wort werden sich niemals widersprechen. Und wenn wir uns im Licht seines Wortes aufhalten, werden wir nie im Dunkeln sein. Wolken können unseren Blick für eine gewisse Zeit trüben, aber wenn wir geduldig warten, werden sie vorüberziehen. Salomo gibt uns in Bezug auf den Willen Gottes folgende Richtlinie: «Stütze dich nicht auf deinen Verstand. Erkenne ihn (den Herrn) auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade» (Spr. 3,5.6). Das Erkennen des Willens Gottes hängt davon ab, wie sehr wir Gott in allen unseren Handlungen zur Kenntnis nehmen.

Die Gesinnung Christi haben

Gibt es irgendeinen Unterschied zwischen dem Erkennen des Willens Gottes und dem Besitzen der Gesinnung Christi? Die Wahrheit der Schrift ist, dass wer diese Gesinnung hat, im Blick auf den Willen Gottes nicht vor einem unlösbaren Rätsel steht. Tatsächlich ist das eine dasselbe wie das andere. Es war die Gesinnung Christi, den Willen des Vaters zu erfüllen - nichts mehr und nichts weniger.

«Ich komme, um deinen Willen zu tun», war sein Vorsatz. «Nicht mein Wille, sondern dein Wille», war der Leitfaden seines Lebens. Was auch immer die Gesinnung Christi ist, sie wird Verständnis für den Willen des Vaters, aber auch die Annahme dieses Willens zeigen Aber manchmal müssen wir warten, um diesen Willen zu erkennen.

In Philipper 2,5-8 zeigt uns Paulus, dass Demut und Gehorsam die Gesinnung des Herrn Jesus Christus kennzeichneten: «Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war; der sich selbst zu nichts machte ..., sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde.» Gleichzeitig fordert er uns auf, diese Gesinnung zu der unseren zu machen. In 1 Korinther 2,16 schreibt er: «Wer hat den Sinn des Herrn erkannt, der ihn unterweise? Wir aber haben Christi Sinn.»

Diese Verse legen uns nahe, dass wir, wenn wir von uns selbst entleert, demütig und gehorsam sind, in gewissen Angelegenheiten den Sinn des Herrn haben können. Es wird uns jedoch zu verstehen gegeben, dass wir niemals annehmen sollten, seinen Sinn so gut zu kennen, dass wir meinen, wir könnten Ihm sagen, was Er zu tun habe.

Wenn wir beginnen, so zu denken wie Christus, müssen wir uns beständig die folgenden drei Fragen stellen: Was würde der Herr in dieser Situation tun? Ist es dies, was mein Vater für mich möchte? Bin ich bereit, Ihm zu gehorchen, weil ich weiss, dass ich nur durch Gehorsam wirklich den Willen Gottes erkennen werde?

Sich nahe beim Vater aufhalten

Ein anderer Prüfstein, um den Willen Gottes zu erkennen, ist die Vertrautheit. Je näher wir uns bei Gott aufhalten, desto leichter fällt es uns, seinen Willen zu erkennen.

Wenn Familienglieder eine enge Beziehung zueinander haben, weiss jedes, auch ohne Worte, was das andere denkt. «Ich wusste, dass du mit mir einverstanden sein würdest!», rief meine Tochter glücklich aus, nachdem ich ihr meine Gedanken über eine Angelegenheit mitgeteilt hatte, mit der sie sich beschäftigte. Und mein Enkel flüsterte mir kürzlich bei Tisch zu: «Ich sehe es Papas Blick an, dass er will, dass ich zuerst all mein Gemüse esse, bevor ich das Dessert bekomme.» Diese Beispiele zeigen uns, dass ein Kind, das eine nahe Beziehung zu seinem irdischen Vater hat, weiss, wie er denkt, und, bevor es eine Frage stellt, dem Blick seiner Augen ansieht, wie die Antwort ausfallen wird.

Sollte dies bei unserem himmlischen Vater nicht ebenso der Fall sein?

In Psalm 32,8 sagt Gott: «Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten.» Es ist sein Wunsch und Wille, uns zu «unterweisen», zu «lehren» und uns zu «raten». Er möchte nicht, dass wir ziellos dahintreiben oder uns sorgenvoll Gedanken machen, ohne seine sichere Leitung zu besitzen. Wenn du dich nahe genug beim Vater aufhältst, um dich von seinen Augen leiten zu lassen, wird es dir nicht schwer fallen, seinen Willen zu erkennen oder anzunehmen.

Es ist nicht Gottes Absicht, uns im Unklaren über seinen Willen für uns zu lassen. Er überlässt uns nicht unseren Vermutungen. Er möchte, dass wir seinen Willen kennen. Wenn wir das nächste Mal Schwierigkeiten haben, seinen Willen zu erkennen, lasst uns doch beginnen, uns selbst mit folgenden drei Fragen zu prüfen: Wird das, was ich möchte, direkt oder indirekt von Gottes Wort unterstützt? Denke und handle ich in dieser Angelegenheit, wie Christus dies tun würde? Halte ich mich nahe genug beim Vater auf, um zu wissen, was Er denkt, und um mich von seinem Auge leiten zu lassen? Das ist besser, als Gott viele Fragen zu stellen oder Ihn immer wieder zu bitten, Er möge uns die Antwort geben, die wir wünschen.

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Letzte Änderung am 29.03.2010.