Der Spross
Halte fest Jahrgang 1981 - Seite: 278 - Verfasser: J. C. B.
Mehrere Stellen reden von Christus als dem «Spross» (Jes. 4,2; Jer. 23,5.6; 33,15; Sach. 3,8; 6,12). Auch sie illustrieren die verborgene Harmonie zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Es ist richtig gesagt worden, dass das Neue Testament im Alten verborgen liegt, und das Alte im Neuen enthüllt wird.
Die Anerkennung dieser Tatsache gegenseitiger Abhängigkeit ist heute wichtig, da manche christliche Bekenner meinen, das Alte Testament sei geringer als das Neue. Aber beide sind inspiriert und das Wort Gottes selbst. Aus beiden leuchtet göttliche Schönheit und Harmonie, und beide bezeugen Christi Herrlichkeit, welcher das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende ist.
In jeder der genannten Stellen findet sich der Begriff «Spross», den selbst jüdische Rabbiner auf den Messias beziehen. Sie sprechen in viererlei Weisen von Ihm.
Für den Unterschied zwischen diesen Prophezeiungen auf Christus muss bestimmt ein Grund vorliegen. Sind da nicht vier Evangelien, die viererlei Berichte von Christus sind, wovon jeder eine besondere Seite von Ihm beschreibt? Das ist vielen bekannt; aber weis man auch, dass in den Propheten in viererlei Weise vom «Spross» geredet wird, was mit den Unterschieden der Evangelien übereinstimmt?
- Im Matthäus-Evangelium ist das Amt Christi als des Samens Davids und des kommenden Königs Israels klar dargestellt, obwohl, wie in den andern Evangelien, darin auch seine Erniedrigung und das Kreuz mit seinen Resultaten erwähnt sind.
Nun, in den beiden Stellen aus Jeremia (23,5.6 und 33,15) wird angekündigt, dass der Spross Davids in Gerechtigkeit über Israel und die Welt herrschen und dann von Israel als «Jehova, unsere Gerechtigkeit» anerkannt werde. So zeugen also sowohl Jeremia wie Matthäus von der Herrschaft Christi als dem König Israels. - In Sacharja 3,8 haben wir den Ausdruck: «Siehe, ich will meinen Knecht, Spross genannt, kommen lassen.» So wird auch im Markus-Evangelium unser Herr als der göttliche Knecht dargestellt: «Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen» (Mark. 10,45).
- In Sacharja 6,12 lesen wir: «Siehe, ein Mann, sein Name ist Spross.» Wird hier nicht von Christus als dem Sohn des Menschen geredet, wie in Lukas, wo seine Menschheit in all ihrer Schönheit gezeigt wird? In Lukas wird unser Herr zweimal so oft «Sohn des Menschen» genannt, als in Johannes oder in Markus. So ist also Harmonie zwischen dieser Weissagung Sacharjas über den Spross und dem Lukas-Evangelium.
In Vers 13 wird vom Spross gesagt: «Er wird den Tempel Jehovas bauen.» Eine weitere Übereinstimmung mit dem Neuen Testament. Denn in Matthäus 16,1.Sagte Christus zu Petrus: «Auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen.» So baut er jetzt seine Versammlung, als eine Behausung Gottes im Geiste (Eph. 2,22), wenn auch der von Sacharja genannte Tempel sich zuerst auf den herrlichen Tempel bezieht, der einst in Jerusalem gebaut wird. - Wir kommen jetzt zu Jesaja 4,2: «An jenem Tage wird der Spross Jehovas zur Zierde und zur Herrlichkeit sein.» Könnte hier der Spross Jehovas jemand anders sein, als der ewige Sohn, dessen göttliche Herrlichkeit im Johannes-Evangelium so klar in den Vordergrund gestellt wird?
So haben wir in diesen Stellen wunderbare Beweise von der Weisheit Gottes und der göttlichen Harmonie, die in seinem Wort herrscht, betreffend die herrliche Person Dessen, der sich für Sünder hingegeben hat. Als Erlöste haben wir jetzt, angesichts der mancherlei Beweise göttlicher Liebe und Weisheit in den Schriften, allen Grund, Ihn mehr und mehr zu bewundern und anzubeten.