Halte Fest
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Prophetische Fragen

Halte fest Jahrgang 1977 - Seite: 209 - Verfasser: B. M.

In welchem Zeitpunkt der Geschichte wird das Lamm Gottes die Sünde der Welt wegnehmen, wie es Johannes der Täufer angekündigt hat? (Joh. 1,29).

Im vollsten und umfassendsten Sinn dieser Stelle wird das Werk der Hinwegnahme der Sünde der Welt vollständig sein, wenn der neue Himmel und die neue Erde eingeführt sind, nach dem Gericht der sündigen Toten vor dem grossen weissen Thron (Offb. 20,11-15). Die reinen und heiligen Zustände, die darauf folgen, werden in Offenbarung 21,1-5 beschrieben. Alle Feinde sind dann vernichtet und alle Dinge Christus unterworfen. Gott wird dann alles in allem sein (1.Kor. 15,24-28). Die Sünde, die durch Adam in die Welt gekommen ist (Röm. 5,12), wird dann aus der Welt weggenommen sein.

Aber die von Johannes verwendeten Worte: «Das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt», haben einen abstrakten Sinn, wie jene in 1.Johannes 1,7: «Das Blut Jesu Christi.. reinigt uns von aller Sünde.» Die Form des Zeitworts bringt in beiden Fällen mehr das Wesen der Sache als die Zeit zum Ausdruck. Die Zeit wird in anderen Stellen bezeichnet. Der besondere Dienst des Lammes, angekündigt durch Johannes, war der der Hinwegnahme der Sünde der Welt (nicht «Sünden», wie oft angeführt wird).

Der von Johannes verwendete Ausdruck umschliesst also das Werk des Lammes, sowohl was das Opfer als auch was die Verwaltung der Zeit betrifft. Als Opfer ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden «zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer» (Hebr. 9,26). Die Sühnung ist in Gottes Augen schon wirksam zur Tilgung von Sünden, und das Opfer Christi muss nicht und wird nicht wiederholt werden.

Was die Verwaltung der Zeit anbelangt, hat das Werk der Hinwegnahme der Sünde der Welt noch zu geschehen. In den Visionen der Offenbarung wird das geschlachtete Lamm gesehen, als mit der Ausführung der Gerichte Gottes gegen die Sünde betraut, und mit der Ausübung des Zornes gegen alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit. Diese Vernichtung des Bösen durch göttliche Macht wird seinen Höhepunkt erreichen bei der Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches und der Herrschaft der Gerechtigkeit auf der Erde. Während jener Zeit wird die Sünde, wenn auch nicht völlig ausgelöscht, so doch richterlich in Schranken gehalten werden unter der Herrschaft des Lammes, als dem König der Gerechtigkeit. Jetzt sind die Grundlagen der Welt noch durch die Gegenwart und Tätigkeit der Sünde erschüttert. Aber das Lamm Gottes nimmt diese Sünde weg und bringt die Beziehungen der Welt zu Gott auf eine gerechte Grundlage.

Wird diese Erde ganz zerstört werden? (Vgl. Jes. 65,17; 2.Petr. 3,13; Offb. 20,11; 21,1).

Diese Stellen lehren nicht, dass die gegenwärtige Erde völlig vernichtet werde, d.h. zu bestehen aufhört, sondern dass ihre gegenwärtige Form zerstört und sie dann neu gebildet werde. Dieses Neue wird zunächst teilweise und später in einer vollkommenen und endgültigen Weise in die Erde eingeführt werden. Vor der tausendjährigen Herrschaft Christi wird ein gründlicher Wechsel in der bewohnten Welt eintreten, und alles Böse wird gänzlich in Schach gehalten werden; Gerechtigkeit und Frieden werden überall vorherrschen. Auf diese Änderung nimmt die erste Stelle Bezug: «Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde» (Jes. 65,17). Die folgenden Verse (18-25) zeigen, dass nicht der endgültige Zustand der Erde gemeint ist, da z.B. der Tod immer noch eintreten kann (V. 20), während im ewigen Zustand kein Tod mehr sein wird (Offb. 21,4).

Petrus redet von der neuen Erde, in weicher Gerechtigkeit wohnt (2.Petr. 3,13). In diesem neuen Zustand wird Gerechtigkeit dauernd wohnen; in dem messianischen Reich aber wird sie herrschen, und nur für tausend Jahre (Offb. 20,6). Die «neue Erde» des Petrus wird also dem Millennium folgen.

Die anderen beiden Stellen beziehen sich ebenfalls auf den endgültigen Zustand der Erde. In Offenbarung 20,11 wird uns gesagt, dass «die Erde entfloh... und keine Stätte für sie gefunden wurde.» Und in Kapitel 21,1 sah Johannes «einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr».

Petrus zeigt, wie die Zerstörung der ersten Erde vor sich geht: «Die Erde und die Werke auf ihr werden verbrannt werden» (2.Petr. 3,10). Diese Zerstörung wird also durch die Wirksamkeit des Feuers geschehen, nicht durch Wasser, wie in Noahs Tagen. Alles, was mit der gegenwärtigen Herrschaft der Sünde und des Todes in Verbindung stand, wird gänzlich ausgefegt sein durch das verzehrende Feuer des Gerichtes Gottes, und eine gereinigte und erneuerte Erde wird eingeführt werden.

«Deshalb, Geliebte, da ihr dies erwartet, so befleissigt euch, ohne Flecken und tadellos von ihm erfunden zu werden in Frieden» (2.Petr. 3,14).

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Letzte Änderung am 27.03.2010.