Halte Fest
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Kurzer Überblick über die bevorstehenden Ereignisse

Halte fest Jahrgang 1967 - Seite: 277

Im Zusammenhang mit der kriegerischen Auseinandersetzung Israels mit den arabischen Nachbarvölkern fragen sich manche Gläubige, in welcher Reihenfolge sich die in der Schrift angekündigten Ereignisse abwickeln werden. Um diesem Interesse zu begegnen, versuchen wir hier einen knappen Überblick zu geben.

I. Das Kommen des Herrn zur Entrückung seiner Versammlung

«Der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein.» Es gibt in der Schrift  keine einzige Weissagung, von der gesagt wird, dass sie vor dieser Entrückung der Versammlung in Erfüllung gehen muss.

II. Zwischen der Entrückung und dem Tausendjährigen Reich

Die Rückkehr der Juden nach Palästina

Viele Juden aus den Stämmen Juda und Benjamin sind im Laufe der letzten Jahre im Unglauben nach Palästina zurückgekehrt. Diese Entwicklung hat also schon vor der Entrückung der Versammlung des Herrn ihren Anfang genommen und wird sich auch nachher fortsetzen. Sie werden den Tempel wieder aufbauen und den levitischen Gottesdienst wieder einrichten. Schliesslich werden auch die verschollenen zehn Stämme Israels ins Land zurückkehren.

Schreckliche Gerichte treffen diese Erde

Im Buche der Offenbarung wird uns im Bilde von «sieben Siegeln», «sieben Posaunen» und «sieben Zornschalen» zum Bewusstsein gebracht, wie viele schreckliche Gerichte über die Menschen kommen werden, nachdem die Braut des Lammes schon im Himmel weilt. Ein grosser Teil der Erdbevölkerung wird dadurch hinweggerafft und die Menschen werden sich in die Höhlen der Berge und in die Felsen verbergen vor dem Zorne des Lammes, aber nicht Busse tun von den Werken ihrer Hände. Wir können hier aber nicht im Einzelnen auf diese Gerichte eingehen, sondern nur auf einige wichtige Ereignisse hinweisen.

Was wird aus der Namenchristenheit nach der Entrückung der Versammlung?

Das Verderben (Aberglaube und Unglaube) des toten Bekennertums entwickelt sich nach der Wegnahme der Erlösten, der Braut des Christus, zu seinem Höchstmass, zum völligen Abfall. Die Namenchristenheit wird sich der Führung des religiösen Roms unterwerfen. Sie wird uns im Bilde der «grossen Hure» gezeigt, die dann auf der Erde eine führende Stellung einnimmt: Sie sitzt auf einem scharlachroten Tiere, ein Bild von dem wiedererstehenden Römischen Reich (siehe dessen Beschreibung weiter unten). Der politische Einfluss Roms - der christuslosen Christenheit - wird zunehmen und schliesslich ganz Westeuropa beherrschen. Aber Gott wird in die Herzen der politischen Führer Westeuropas geben, «seinen Sinn zu tun»: «Sie werden die Hure hassen und öde und nackt machen, und werden ihr Fleisch fressen und sie mit Feuer verbrennen». Ihr Fall und Gericht (unter dem Bilde der Stadt Babylon) und die Folgen, die sich für die Welt daraus ergeben, werden in Offenbarung 18 ausführlich beschrieben.

Die Menschen, die jetzt, in der Gnadenzeit, dem Evangelium der Gnade nicht gehorchten, werden nach der Entrückung der Heiligen keine Möglichkeit mehr haben, sich zu bekehren. Sie werden es auch nicht wollen. Hingegen werden ein Teil der Juden und auch viele Menschen aus den Nationen, die das Evangelium des Reiches im Herzen aufnehmen, deswegen durch grosse Drangsale gehen müssen.

Die Wiederaufrichtung des Römischen Reiches

Dieses Reich wird in Offenbarung 17,8-11 als ein Tier beschrieben, «welches war und nicht ist und da sein wird». Tatsächlich ist es im fünften Jahrhundert in seiner kaiserlichen Regierungsform vernichtet worden. Gegenwärtig «ist es nicht», aber zur Verwunderung der ganzen Erde wird seine Todeswunde wieder geheilt. Das Tier wird aus dem Meere, aus ungeordneten Zuständen aufsteigen und zehn Hörner und sieben Köpfe haben. Diese zehn Hörner sind zehn Könige. Die letzte Form des Römischen Reiches wird also in zehn Königreichen bestehen, die jedoch so eng miteinander verbunden sind, dass sie unter einem Haupte ein einziges, grosses und mächtiges Reich bilden, dessen Zentrum Rom, die Siebenhügelstadt, bildet.

Der Umfang des wiedererstehenden Reiches wird im grossen und ganzen dem des alten Reiches entsprechen und Westeuropa, Nordafrika und einen Teil von Asien umfassen.

Die religiösen Führer in Juda haben einst in Verbindung mit dem Römischen Reiche Christum getötet. Wenn Er am Ende der Drangsalszeit aus dem Himmel herniederkommt, um Sein Reich in Besitz zu nehmen, wird das Römische Reich, im Bunde mit dem Antichrist, dem Haupt des abtrünnigen Judentums, wiederum darnach trachten, Ihn zu töten. Diesmal aber kommt Christus nicht als Lamm, sondern zum kriegerischen Gericht, begleitet von den Kriegsheeren des Himmels. Er wird alle Nationen nach Jerusalem zum Kriege versammeln, die Anführer lebendig in den Feuersee werfen und ihre Heere vernichten.

Die Offenbarung des Antichrists

Der Antichrist, welcher auch «der Mensch der Sünde» und «der Sohn des Verderbens» genannt wird, tritt erst auf den Schauplatz, wenn der «Abfall» gekommen ist, das heisst, wenn die Namenchristenheit nach der Entrückung der Versammlung alle Grundwahrheiten des Christentums öffentlich leugnet. Er wird sich über alles erhöhen, was Gott heisst und sich in den jüdischen Tempel setzen. Er kommt in seinem eigenen Namen, und die ungläubigen Juden werden ihn als König aufnehmen, da er ein Mann nach ihrem Herzen sein wird.

Von der Mitte der siebzigsten Jahrwoche an wird sich der Antichrist in seiner wahren Gestalt offenbaren und vom Judentum abfallen. Dann wird er gegen den gläubigen Überrest aus Israel eine schreckliche Verfolgung in Szene setzen. Dieser Überrest wird daher aus Jerusalem fliehen müssen, aber ein Teil wird darin verbleiben.

Der Antichrist, das zweite Tier aus der Erde, «dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und Zeichen und Wundern der Lüge» gibt sich ein christusähnliches Aussehen - er gleicht einem Lamme und hat zwei Hörner, redet aber wie ein Drache. Dieses zweite Tier wird mit dem ersten Tier eng zusammenwirken, besonders wenn es darum geht, gegen. Christum und Sein himmlisches Heer Krieg zu führen. Aber «das Tier und der falsche Prophet» werden miteinander ergriffen und ein schreckliches Ende finden.

III. Das Tausendjährige Friedensreich

Es wird durch kriegerische Gerichte eingeleitet

Am Ende der siebzigsten Jahrwoche, die sich nach der Entrückung der Versammlung vollendet, wird der Herr Jesus mit den Engeln Seiner Macht, inmitten Seiner Heiligen, herabkommen, um der Reihe nach, wie einst David vor dem Friedensreiche Salomos - alle Seine Feinde zu schlagen:

  • erstens wird Er die Macht des Römischen Reiches vernichten und dessen Anführer lebendig in die Hölle, in den Feuersee werfen.
  • zweitens wird Er den König des Nordens, den Assyrer, vernichten und die Nachbarvölker Palästinas niederwerfen.
  • Gog (Russland mit seinen Verbündeten) wird in das Land Palästina einfallen, aber elend umkommen (Gog und Magog werden nach dem tausendjährigen Reiche zum Endkampf noch einmal auftreten).

Das Gericht der Lebendigen

Dann wird sich der Herr auf den Thron der Herrlichkeit setzen und in Gerechtigkeit regieren. Zuerst wird Er alle Nationen - die Lebenden - um Seinen Thron versammeln und die Schafe von den Böcken scheiden. Sie werden geschieden und gerichtet nach ihrem Verhalten gegenüber denen, die der Herr Seine Brüder nennt. Die dem gläubigen Überrest aus den Juden beigestanden sind, gehen in die Segnungen des Reiches ein, die andern aber werden gerichtet. Die Ungläubigen aus Israel werden in das ewige Feuer geworfen, wie auch aus den Nationen alle die, welche das Zeugnis Gottes, das ihnen verkündigt wurde, nicht annehmen. Nur ein Teil derer aus Israel und aus den Nationen wird in das Reich eingehen.

Verschiedene Kennzeichen des Friedensreiches

Nach dem Sündenfall Adams wurde die Erde verflucht. Nun aber wird der Fluch von der Erde weggenommen und die Schöpfung von der Knechtschaft des Verderbnisses frei gemacht. «Kuh und Bärin werden miteinander weiden und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird spielen an dem Loche der Natter... Man wird nicht übel tun, noch verderbt handeln auf meinem ganzen heiligen Gebirge; denn die Erde wird voll sein der Erkenntnis Jehovas, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken.» - «Die Wüste und das dürre Land werden sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und aufblühen wie eine Narzisse.»

Dann ist der Gesetzlose nicht mehr da, «aber die Sanftmütigen werden das Land besitzen und werden sich ergötzen an Fülle von Wohlfahrt». - «Siehe, ein König wird regieren in Gerechtigkeit: und die Fürsten, sie werden nach Recht herrschen». «Sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Micha Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.» Viele Völker werden hingehen und sagen: «Kommt und lasst uns hinaufziehen zum Berge Jehovas, zum Hause des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln in seinen Pfaden. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und das Wort Jehovas von Jerusalem.»

Satan ist tausend Jahre gebunden

Zu Beginn des Friedensreiches wird Satan gebunden und für tausend Jahre im Abgrund eingeschlossen sein, wie auch die Dämonen. Sie können die Menschen nicht mehr verführen. Aber es wird im Laufe jener Jahrhunderte dennoch ungläubige Menschen geben, die durch ihr eigenes Herz zur Auflehnung verleitet werden. Doch wird jede offenbare Sünde sogleich mit dem Tode bestraft werden. «Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gesetzlosen des Landes, um aus der Stadt Jehovas auszurotten alle, die Frevel tun.» Von den Kindern und Kindeskindern derer, die im Gericht der Lebendigen verschont wurden, werden sich viele dem Herrn mit Schmeichelei unterwerfen und ihre Knie nur gezwungen vor Ihm beugen. Ihre Herzen werden nicht aufrichtig sein vor Ihm.

Die Stellung der Versammlung

Die Versammlung, die vor der Drangsalszeit schon in den Himmel entrückt wurde, hat Anteil an allem, was sich der Herr Jesus auf Grund Seines Werkes am Kreuze erworben hat. Sie hat in Christo ein Erbteil erlangt und wird mit Ihm herrschen tausend Jahre. Aber ihr Platz ist nicht auf der Erde. Sie ist der himmlische Teil des Tausendjährigen Reiches. Sie bildet das himmlische Jerusalem, das in Offenbarung 21,9-27 beschrieben wird. Sie kommt von Gott hernieder und hat die Herrlichkeit Gottes. Im irdischen Jerusalem wird es einen Tempel geben, in welchem das Allerheiligste abgegrenzt ist. Im himmlischen Jerusalem aber gibt es zwischen Gott und Seinem Volke keine Scheidung mehr.

IV.  Was geschieht nach dem Tausendjährigen Reich?

Der letzte Aufruhr

Wie wir schon bemerkt haben, werden gegen das Ende dieses Reiches, das die ganze Erde umfasst, die meisten seiner Untertanen nicht wiedergeboren sein und sich Christo nur gezwungenermassen unterwerfen. Daher muss Satan nach diesem eine kleine Zeit gelöst werden, damit zwischen den Wiedergeborenen und den übrigen Menschen eine deutliche Scheidung erfolgt. Noch einmal wird der Teufel ausgehen, um die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind. Der Herr wird ihm auf der Erde für diese seine letzten Anstrengungen Spielraum lassen. Er wird bei den Ungläubigen Gehör finden und alle Völker unter der Bezeichnung «Gog und Magog» zum Kriege versammeln. Es gelingt dem ungeheuren Heer, das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt zu umzingeln. Aber da kommt Feuer von Gott aus den Himmeln hernieder und verschlingt alle Feinde. Satan selbst wird nun endgültig in den Feuer- und Schwefelsee geworfen.

Die Auferstehung zum Gericht

Bei der ersten Auferstehung, die vor dem Friedensreiche stattfand, sind alle entschlafenen Heiligen auferweckt worden, nicht nur die, welche zu der «Versammlung» gehörten, sondern auch alle Gläubigen des Alten Testamentes. Auch die Märtyrer der Drangsalszeit, die um des Zeugnisses Jesu willen enthauptet wurden, nahmen etwas später daran teil. Es war die Auferstehung aus den Toten. Das Wort sagt ausdrücklich: «Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung.»

«Die übrigen der Toten» - die Ungläubigen des Menschengeschlechts aller Jahrhunderte - «wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren»: Zwischen der ersten Auferstehung aus den Toten und der Auferstehung der Toten ist also eine Zwischenzeit von tausend Jahren.

Nachdem das Heer von «Gog und Magog», die letzten Feinde des Herrn, getötet sind, werden alle Toten, die in ihren Sünden starben, auferstehen, um vor dem grossen weissen Thron gerichtet zu werden. Da ihre Namen nicht in dem Buche des Lebens geschrieben sind, werden sie in den Feuersee, den zweiten Tod, geworfen. «Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!»

Wer sich noch nicht zu Gott bekehrt hat, möge doch dies beachten und jetzt, am Tage der Gnade, noch Busse tun!

V. Der ewige Zustand

Christus übergibt das Reich dem Vater

Nach all diesen schwerwiegenden Ereignissen, die wir nur kurz streifen konnten, wird sich das Wort in 1.Korinther 15,24-28 erfüllen: Christus, der Sohn des Menschen, wird das Reich an dessen Ende «dem Gott und Vater übergeben, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füsse gelegt hat... Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott» - Gott der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist - «alles in allem sei.» Gleichwohl wird Jesus auch in der Ewigkeit der verherrlichte Mensch bleiben, und die Versammlung in dem besonderen Verhältnis zu Ihm stehen, in welchem sie sich jetzt befindet.

Neue Himmel und eine neue Erde

Nun ist auch das Ende für die jetzigen Himmel und die Erde gekommen: «Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an welchem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Geräusch, die Elemente aber im Brande werden aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden.»

«Wir erwarten aber, nach seiner Verheissung, neue Himmel und eine neue Erde.» Sie werden auch in Offenbarung 21,1-8 erwähnt. Die Menschen alle, die auf der neuen Erde wohnen werden, sind solche, die auf Grund des Werkes des Herrn Jesus am Kreuze mit Gott versöhnt sind. Die Versammlung wird jedoch auch in der Ewigkeit einen besonderen Platz einnehmen. Ihre Heimat ist der Himmel. Sie ist Sein heiliger Tempel, eine Behausung Gottes, und wird «die Hütte Gottes» genannt. In dieser «Hütte» wird Er bei den Menschen wohnen, «und sie werden sein Volk sein, und Gott wird bei ihnen sein, ihr Gott.»

Eine ausführliche Beschreibung der neuen Himmel und der neuen Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt, wurde unser Fassungsvermögen übersteigen. Die Schrift sagt uns vielmehr, was nicht in ihnen zu finden ist: «Das Meer ist nicht mehr» - «und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: Denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Throne sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu.» Weder die Sünde noch die Folgen der Sünde werden im ewigen Zustand Raum finden, und die Sünder selbst, die das Heil verschmähten, werden auf immerdar draussen sein.

Die Betrachtung aller dieser kommenden Ereignisse treibt uns an, Gott für das herrliche und ewige Teil, das Er uns in Christo durch Gnade geschenkt hat, in Ewigkeit zu danken. Anderseits aber werden wir mit Macht gedrängt, die Menschen, die in Selbstgerechtigkeit oder Gleichgültigkeit dahinleben, an Christi Statt zu bitten: «Lasst euch versöhnen mit Gott!»

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Letzte Änderung am 27.03.2010.